Diese Ereignisse haben die Neunburger heuer bewegt

Ob Starkregen, Weggang des Orthopäden, Diebstahlsserie oder drohende Feuerwehr-Auflösung – eine ganze Reihe Ereignisse hat in diesem Jahr die Neunburger bewegt. Die MZ blickt auf einige zurück.
Starkregenereignisse hinterlassen Spuren
Auch in Neunburg hatten die Starkregenereignisse im Juni Spuren hinterlassen. Allein im Ortsteil Kröblitz waren mehrere Grundstücke und Gebäude betroffen. So war beispielsweise abfließendes Oberflächenwasser in ein Anwesen in der Straße Am Druidenstein eingedrungen. Der Einlaufschacht des Wassergrabens konnte die extremen Wassermassen nicht aufnehmen. In der Folge wurde die Problemstelle durch eine Wegebaumaßnahme entschärft. In Nefling, wo unter anderem ein Kartoffelfeld durch den Starkregen in Mitleidenschaft gezogen wurde, nahm die Stadt Kontakt mit den dortigen Landwirten auf, um eine Lösung für einen besseren Schutz vor Hochwasser zu finden. Es habe gute Ergebnisse zur Förderung des Wasserrückhalts in der Fläche gegeben, informierte Bürgermeister Martin Birner (CSU) im November in der Bürgerversammlung. In Katzdorf-Pettendorf, einem weiteren Brennpunkt, wurden Grundstücke erworben, auf denen zeitnah entsprechende Rückhaltemaßnahmen umgesetzt werden sollen. Aber auch im Stadtgebiet Neunburg wurde laut Birner der Hochwasserschutz verbessert. So wurde beispielsweise der Regenwasserkanal im Bereich der Diendorfer Straße vergrößert und beim Jobplatz erfolgten Verbesserungen der Abflusskapazität sowie der oberflächigen Abflussmöglichkeit.
Mehrere Einbrüche halten Bürger in Atem
Bei einer Einbruchsserie Ende April wurden in Neunburg und Schwarzhofen mehrere Fahrzeuge aus Garagen entwendet, darunter ein BMW Cabrio, ein Motorrad der Marke Ducati und zwei E-Bikes. Der bisherige, noch vorläufige Gesamtschaden bewegt sich im unteren fünfstelligen Bereich. Die Täter fühlten sich offenbar so sicher, dass sie an einem der Tatorte sogar Darts spielten. Die Ducati fand die Polizei später in Stříbro, einer Stadt im Bezirk Tachov in der Pilsener Region (Tschechien). Laut Oberstaatsanwalt Carsten Reichel wurden auch weitere Fahrzeuge wiedergefunden. Wegen der laufenden Ermittlungen wollte er aber keine weiteren Angaben zum Auffindeort machen. Das Ermittlungsverfahren richtet sich momentan gegen vier Beschuldigte, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Amberg. Ob weitere Diebstähle in Zusammenhang mit diesem Verfahren stehen, sei Gegenstand der aktuellen Ermittlungen.
Geplante Windparks entzweien die Gemüter
Dass bei Mitterauerbach bald Windräder stehen werden, sorgte bereits im Vorjahr für Proteste und führte zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Windkraftanlagen. Heuer wurden die Neunburger vom Regionalen Planungsverband Oberpfalz-Nord kalt erwischt. Der sah in seinem Entwurf der Windvorrangflächen gleich drei Gebiete auf Neunburger Flur vor. Neben der offiziell von der Stadt vorgeschlagenen Fläche zwischen Wundsheim und Mitterauerbach sollten auch Windräder östlich von Mitterauerbach und bei Pissau stehen. Mit 299 Hektar wäre die Fläche östlich von Mitterauerbach das zweitgrößte Vorranggebiet im gesamten Landkreis Schwandorf. Das gefiel weder den Bürger noch den betroffenen Gemeinden. Neunburg hatte in seiner Stellungnahme an den Planungsverband mehrere Gründe zur Ablehnung der Vorrangfläche SAD 16 angeführt. Zuletzt informierte die Stadt Neunburg Anfang Dezember über den aktuellen Stand der Windkraft-Planungen bei einer gut besuchten Bürgerversammlung. Dabei gab es neben ablehnenden Aussagen auch mehrere Meinungsäußerungen für die Windkraft.
Feuerwehr Kröblitz kämpft um ihre Zukunft
Krisenstimmung herrschte im Juni in Kröblitz, denn die Ortsfeuerwehr erfüllte nicht mehr die Mindestanforderung von drei Löschgruppen mit je sechs Aktiven. Nur noch zwischen drei und fünf Mann meldeten sich bei den jüngsten Alarmierungen zum Einsatz. Die Löschtruppe stand auf der Kippe. Intensiv wurde nach Lösungen gesucht. Die Kommandanten und Feuerwehrvorsitzenden gingen von Haus zu Haus, um für die Feuerwehr zu werben. Dank dieser Aktion und eines Schnuppertags konnten mehrere neue Aktive gewonnen und der weitere Bestand der Feuerwehr erst einmal gesichert werden.
In Neunburg praktiziert kein Orthopäde mehr
Seit dem Frühjahr gibt es in Neunburg keinen Orthopäden mehr. Konstantinos Kafchitsas beantragte bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine Verlegung des Arztsitzes, die genehmigt wurde. Der Mediziner hatte zuvor bereits Praxisräume im Wackersdorfer Ärztehaus angemietet. Einige Monate liefen die Praxen in Neunburg und Wackersdorf parallel, dann fokussierte sich Kafchitsas auf den Standort Wackersdorf. Bürgermeister Martin Birner bezeichnete den Rückzug als „Verlust für die Stadt“. Man habe „tatenlos zusehen müssen, wie der Orthopäde abgewandert“ sei, sagte Richard Wagner, der ärztliche Direktor des Gesundheitszentrums Ostoberpfalz (GZO) in Neunburg, jüngst bei einem Pressetermin. Deshalb war es der Stadt und der GZO-Leitung wichtig, nicht auch noch die Kinderärztin zu verlieren. Die Praxis in der Vorstadt wird deshalb zum 1. Januar 2025 in das Gesundheitszentrum integriert und der Arztsitz damit für Neunburg weiter gesichert.
Mehr als 750 Bayern-Fans feierten Thomas Müller in der Schwarzachtalhalle
Am 28. Januar konnten die heimischen Fans des FC Bayern München Thomas Müller hautnah in Neunburg erleben. Der FC Bayern-Rekordspieler besuchte den Fanclub Nabburg, der die Veranstaltung aus terminlichen Gründen in die Schwarzachtalhalle Neunburg verlegen musste. Müller präsentierte sich den mehr als 750 Gästen ganz locker und gab sogar eine musikalische Einlage auf einem Helikon. Der 35-Jährige trug sich auch ins Goldene Buch der Stadt Neunburg ein, signierte für den guten Zweck mehrere Trikots und Fußbälle, gab Hunderte Autogramme und erhielt die Ehrenmitgliedschaft des Bayern-Fanclubs.
Neunburger Festspiel soll 2026 pausieren
Der Neunburger Stadtrat beschloss vor einigen Wochen in nichtöffentlicher Sitzung, dass das Festspiel „Vom Hussenkrieg“ 2026 nicht aufgeführt werden soll. 2027 soll es wieder Vorstellungen geben. Die Entscheidung schlug wie eine Bombe ein und sorgte für mächtig Verärgerung bei den Darstellern und Anhängern der Festspiele. In der Sache könnte aber noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Wie CSU-Fraktionssprecher Alexander Trinkmann in der jüngsten Stadtratssitzung ankündigte, werde er im Januar einen Antrag einbringen, das Festspiel auch 2026 aufzuführen.
Ausbaupläne für Kreisschülerheim haben sich zerschlagen
Das Kreisschülerheim an der Amberger Straße in Neunburg platzt aus allen Nähten. Teilweise müssen Azubis in andere Unterkünfte ausweichen. Doch die Pläne, einen Teil des Schulgebäudes auszubauen, haben sich zerschlagen, wie im Februar bekannt wurde. Danach suchten der Landkreis Schwandorf und die Stadt Neunburg nach Alternativen. Nach MZ-Informationen wurden weitere Privatzimmer in Neunburg angemietet, um die Unterbringungssituation zu entspannen.
Finanzielle Spielräume sind infolge der aktuellen Krisen geschwunden
Die städtischen Finanzen beschäftigten die Neunburger das ganze Jahr über. Die Kostensteigerungen bedingt durch Inflation und Wirtschaftskrise lassen für die Stadt immer weniger Spielraum zu. Die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben wird stetig größer. Das spüren auch die Bürger – nicht nur an den verschobenen Investitionen, sondern auch an Erhöhungen von Steuern und Gebühren. So wurde die Hundesteuer angehoben. Auch bei der Grundsteuer werden viele Neunburger künftig mehr zahlen müssen als vorher. Zudem kostet die Abwasserentsorgung bald mehr. Der Stadtrat nickte eine Anhebung der Gebühren und Beiträge einstimmig ab.
Zwei Markttage fallen weg und die verkaufsoffenen Sonntage werden verschoben
Im Juni beschloss der Stadtrat eine Änderung der Marktsatzung und damit auch eine Neuordnung der verkaufsoffenen Sonntage. Der Kunst- und Handwerkermarkt Anfang Juli und der Wintermarkt im November wurden gestrichen und der Einkaufssonntag mit dem Altstadtfest verbunden. Wirklich glücklich waren Neunburgs Einzelhändler über diese Änderungen nicht.







