In Neunburg essen Promis à la carte: Schwarzachtalhalle bereitet sich auf Thomas Müller vor

In wenigen Tagen kommt Fußball-Star Thomas Müller. Die Vorfreude bei den beiden Wirten in der Schwarzachtalhalle in Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf) ist riesig. Martin Pankratz und Matthias Bartzyk dürfen den Fußballweltmeister bewirten.
Hochkarätige Gäste sind die Beiden gewöhnt: Die beliebten Kabarettisten Monika Gruber und Hannes Ringlstetter waren schon da, ebenso wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Pankratz und Bartzyk bekochten aber auch schon die Band Seiler und Speer oder das Chiemgauer Volkstheater. Bisher habe es noch keine Sonderwünsche gegeben, erzählen die Gastronomen.
Auch Bayern-Star Thomas Müller bleibt trotz seiner Prominenz beim Essen bodenständig. Er habe ebenfalls keine Extra-Wünsche im Vorfeld geäußert. Er wird à la carte bestellen, verrät Bürgermeister Martin Birner (CSU), der selber ein großer Bayernfan ist und sich den Besuch des Promi-Kickers nicht entgehen lassen will. Für die rund 760Mitglieder des Bayern-Fanclubs Nabburg wird laut Birner einfaches Essen wie Bratwürste und Leberkäse serviert.
Diese Gerichte wählen die Promis
Die Betreiber des Esszimmers, dem Restaurant in der Schwarzachtalhalle, haben viel Erfahrung. „Viele Künstler wollen eher was Leichtes, denn sie müssen ja noch auf die Bühne“, sagt Bartzyk. Für das VIP-Crew-Catering der Band Seiler und Speer bereitete das Team vor allem vegane und vegetarische Speisen zu. Bartzyk zeigte sich damals erfreut, aber auch etwas verwundert, dass der Band gesunde Ernährung so wichtig sei. Für Kabarettist Hannes Ringlstetter wurde Fisch zubereitet, so Bartzyk.
Die meisten Promis essen à la carte. Laut dem Bürgermeister sei der Bacon-Cheeseburger unter den Stars am beliebtesten. Aber auch der Neunburger Filetteller, der Südtiroler-Flammkuchen oder die gegrillte Lachsschnitte seien begehrte Gerichte bei den bekannten Künstlern und Politikern.
Rosa Schafbauer, bis vor kurzem Managerin der Schwarzachtalhalle, erzählt, dass die Promis ihr Gericht im Backstagebereich serviert bekommen. Manche bleiben aber auch im Restaurant, wie zum Beispiel Hannes Ringlstetter.
Auf individuelle Wünsche wird Rücksicht genommen
Seit neun Jahren kümmern sich im Esszimmer drei Köche um die Bestellungen der Gäste. Dabei würden sie auch auf individuelle Wünsche Rücksicht nehmen. Für Großveranstaltungen, wie dem Gemeindetag der bayerischen Bürgermeister, bei dem auch Markus Söder anwesend war, fährt die Küche auf Hochtouren. Für das Catering von mehreren Hunderten Gästen hat das Restaurant eine Zusatz-Köchin im petto, erzählt Bartzyk. Das Kochen für so viele Menschen sei auch logistisch eine Herausforderung. Wartezeiten sollten vermieden werden, findet der Bürgermeister.
Geschichten aus dem Nähkästchen
„Die Devise ist: Geht nicht – gibt’s nicht“, sagt Schafbauer. Sie und der Hausmeister der Schwarzachtalhalle, Robert Eckl, erzählen von ausgefallen Situationen mit den Promis.
So sei einem der bayerischen Musiker der Well-Brüder der Trachtenstrumpf verrutscht und eine Lösung musste her, erzählt Eckl. Da sei er schnell nach Hause gefahren, um einen Einweggummi für Einweggläser zu holen. Mit dem Gummi haben sie dann den Strumpf „fachmännisch“ fixiert, sagt der Hausmeister.
Auch ein Bauerntisch musste kurzfristig aus einem Privathaushalt herangeschafft werden. Der Kabarettist Andreas Giebel brauchte ihn für sein Bühnenbild und in der Halle habe man nur moderne, so Schafbauer. „Manchen merkt man es an, dass sie aufgeregt sind. Aber alle sind ganz normal und freundlich“, meint Eckl. Starallüren habe noch kein Künstler gezeigt, fügt der Hausmeister an.
Jede Veranstaltung, egal ob mit oder ohne Promis, benötige eine individuelle Planung, so Schafbauer. Hausmeister Eckl muss ab und an Nachtschichten einlegen, denn große Veranstaltungen finden oft an aufeinanderfolgenden Tagen statt, und dann müsse über Nacht umgebaut werden.
Der Zufall hat geholfen
Die Konkurrenz sei groß, aber es gelinge immer wieder, herausragende Künstler nach Neunburg zu holen, sagt Schafbauer. Manchmal hilft auch Kollege Zufall: Thomas Müller sollte eigentlich schon am 3.Dezember 2023 nach Nabburg kommen. Der Termin wurde aber wetterbedingt verlegt. Und weil die Nordgauhalle am neuen Termin (28. Januar) bereits ausgebucht war, wich der Fanclub kurzerhand nach Neunburg aus.
„Das Gesamtpaket passt“, erzählt Peter Fleischmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Freizeit GmbH. Er betont, dass die Leistungsfähigkeit und die Flexibilität den Unterschied zu anderen großen Veranstaltungsorten wie der Oberpfalzhalle in Schwandorf macht. Es erklärt auch, dass die Stadtwerke selbst nicht als Veranstalter auftreten, sondern nur die Halle vermieten. Künftig managt Roman Neumüller die Besuche der Promis.

