Bayern-Star Thomas Müller beehrt Nabburger Fanclub – allerdings in Neunburg

Von Jan Lange · 27. Dezember 2023 um 15:01

Anfang Dezember verhinderte der massive Wintereinbruch den Weihnachtsbesuch von FC-Bayern-Star Thomas Müller in Nabburg (Landkreis Schwandorf). Nun steht fest, wann der 34-jährige Fußballer seine Stippvisite nachholt: Am 28. Januar kommt Müller zum weltweit größten Bayern-Fanclub – doch der Ort ändert sich.

Präsident Bernd Hofmann erreichte die Nachricht kurz vor Weihnachten. „Wir haben vermutet, dass er im Januar kommen wird“, meint der 73-Jährige. Er rechnete angesichts des Bundesliga-Spielplans und der Termine für das Trainingslager mit dem 28. Januar. Dieser Tag wurde es am Ende auch.

Der Termin stellte den Fanclub-Boss vor Herausforderungen: Die Nordgauhalle in Nabburg, in die Müller am 3.Dezember kommen sollte, ist am letzten Sonntag im Januar belegt. Dann findet hier das Ostbayerische Jugendgardetreffen statt – ein Termin, der schon seit Monaten feststeht.

Hofmann musste also eine andere Halle finden. Keine einfache Sache, wie er feststellte. Mit 14 Hallenpächtern habe er nach eigenen Angaben gesprochen. Doch weder in Schwandorf noch in Schwarzenfeld, Weiden oder Amberg gab es freie Kapazitäten.

Schließlich fand sich doch noch eine Örtlichkeit: die Schwarzachtalhalle in Neunburg. Bürgermeister Martin Birner (CSU) war am Freitag vor Weihnachten schon drauf und dran, in den Jahresend-Urlaub zu gehen, als ihn die Anfrage des Bayern-Fanclubs Nabburg/Oberpfalz erreichte. „Als leidenschaftlicher Bayern-Fan habe ich mir gedacht, dass wir das irgendwie hinbekommen müssen“, so Birner.

Schwarzachtalhalle ist noch nicht belegt

Neunburgs Stadtwerke-Chef Peter Fleischmann konnte dem Rathauschef wenig später mitteilen, dass die Schwarzachtalhalle am 28. Januar noch nicht belegt sei. Auch das Team vom „Esszimmer“, das als Caterer bei Veranstaltungen in der Schwarzachtalhalle fungiert, hielt sich den Termin sofort frei. Und so konnte Martin Birner dem Fanclub-Präsidenten ein vorweihnachtliches Geschenk machen: die Zusage für die Schwarzachtalhalle.

Bernd Hofmann war seinerseits froh, noch vor Weihnachten eine Halle gefunden zu haben. Im neuen Jahr sollen dann noch Details besprochen werden, erklärt der Nabburger. Und die sind nicht wenige, denn mit der Buchung der Halle ist es nicht getan. Hinter einer solchen Veranstaltung stecke ein Riesenaufwand, sagt Hofmann. Ein Sicherheitsdienst müsse beispielsweise engagiert, die Versorgung sichergestellt und die Notfallrettung durch das BRK abgesichert werden.

Um eines muss sich der Fanclub-Präsident nicht mehr kümmern: den Verkauf der Tickets. Denn die 750 verkauften Karten für den ursprünglich geplanten Weihnachtsbesuch von Thomas Müller seien auch am 28. Januar gültig, erklärt Hofmann. Denn viele Fans seien am 3. Dezember nur wegen dem Bayern-Kicker gekommen. Sie sollen wegen der kurzfristigen Absage nach wie vor die Chance haben, Müller live zu erleben, so Hofmann.

Für Bayern-Fans aus Neunburg, die noch keine Karte haben, aber hoffen, bei der Veranstaltung dabei sein zu können, stehen die Chancen schlecht. Sie werden wohl nur vor der Halle einen Blick auf den Top-Fußballer erhaschen können. Darauf zu spekulieren, dass der eine oder andere Ticket-Besitzer am 28. Januar nicht an der Veranstaltung teilnehmen kann, macht auch wenig Sinn. Denn laut Hofmann gebe es auf der Warteliste genügend Fans, die in diesem Fall nachrücken würden.

Es werden auch keine zusätzlichen Karten ausgegeben, erklärt der Fanclub-Boss. Aus organisatorischen Gründen sei eine größere Zahl an Gästen nicht möglich. Der Besuch von Thomas Müller sei zeitlich begrenzt – und jeder Besucher solle auch ein Autogramm bekommen.

Nur ein Autogramm pro Person und keine Selfies möglich

Das dies nicht einfach wird, weiß Bernd Hofmann aus Erfahrung. Als Kingsley Coman die Nabburger Fans besuchte, wollten die Betreuer die Autogrammstunde nach der vorgegebenen Zeit abbrechen, ohne dass alle Fans schon eine Unterschrift bekommen hatten. Der Fanclub-Präsident konnte sie davon überzeugen, dass auch die wartenden Fans noch ein Autogramm erhalten. Kingsley Coman unterschrieb gern weiter – und machte damit alle glücklich.

Damit auch diesmal jeder ein Autogramm erhält, gibt es zwei Regeln: eine Unterschrift pro Person und keine Selfies. Als Höhepunkt des Besuches will der Fanclub-Präsident Thomas Müller die Ehrenmitgliedschaft überreichen. Der 34-Jährige ist dann das 6000.Mitglied des Fanclubs.