Die neuen Kommandanten der Feuerwehr Neunburg sind keine Unbekannten

Von Ralf Gohlke · 25. Januar 2024 um 17:00

Ein starkes Team hat die Verantwortung in der Neunburger Feuerwehr übernommen: Im Dezember wählten die Aktiven Stefan Beer zum Kommandanten und Georg Schmid Junior zu seinem Stellvertreter. Was treibt sie an? Stefan Beer kam vom THW zur Feuerwehr – Georg Schmid folgte dem Vorbild seines Vaters.

Die Amtszeit für die Kommandanten einer Freiwilligen Feuerwehr ist gesetzlich geregelt und dauert in Bayern sechs Jahre. Kann eine Neuwahl nicht termingerecht über die Bühne gehen, oder würde sich kein Nachfolger finden, müsste von der Gemeinde ein „Notkommandant“ bestellt werden.

Dem hat die Feuerwehr Neunburg Rechnung getragen, indem sie die Neuwahl bei einer Dienstversammlung der Aktiven bereits Ende Dezember abhielt. Die Amtszeit des bisherigen Kommandanten Bernhard Käsbauer lief bis zum zum 14.Januar. Die Wahl fiel, ohne jede Einschränkung, auf dessen bisherigen Stellvertreter Stefan Beer. Neuer Stellvertreter wurde Georg Schmid Junior.

Stefan Beer ist Familienvater, gelernter Schreiner und arbeitet derzeit beim Bauhof

Stefan Beer ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist gelernter Schreiner und derzeit beim städtischen Bauhof beschäftigt. „Eigentlich bin ich Quereinsteiger“, gesteht Beer im Gespräch mit der Mittelbayerischen. 2004 wechselte er vom THW-Ortsverband zur Feuerwehr. Dort durchlief er noch einmal alle Stationen der Ausbildung eines Feuerwehrmannes. Schließlich spezialisierte er sich auf den Bereich Maschinenführung und dabei besonders auf den Umgang mit der Drehleiter.

Ein Meilenstein dazu war 2016, als die Stützpunktwehr mit einer Leiter der modernsten Bauart ausgestattet wurde, die vor allem auch für Einsätze in engen Gassen, an Böschungen und Ähnlichem geeignet ist, etwa zur Rettung erkrankter oder verletzter Personen aus höher gelegenen Stockwerken.

Neuem Kommandant ist es wichtig, dass der Zusammenhalt innerhalb der Truppe bestehen bleibt

Während seiner Ausbildung durchlief er naturgemäß alle Leistungsprüfungen. Seinen Posten als stellvertretender Kommandant übernahm er im März 2021, als Reinhold Stangl in das Amt des Kreisbrandmeisters wechselte. „Irgendwie habe ich mit Reinhold eine besondere Verbindung“, sagt Beer mit einem Schmunzeln. Bereits von 2006 bis 2018 war er bei ihm stellvertretender Jugendwart.

Für den neuen Kommandanten ist es wichtig, der bereits bestehende Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft bestehen bleibt. „Wir sind eine Feuerwehrfamilie, bei der sich jeder auf den anderen Verlassen kann, in jeder Situation“, ist er überzeugt. Das sieht auch Georg Schmid Junior, sein neuer Stellvertreter, genauso.

Georg Schmid trat in die Fußstapfen seines Vaters

Schmid wurde das Feuerwehrwesen von seinem Vater, Georg Schmid Senior, quasi schon in die Wiege gelegt. Schmid Junior ist 39 Jahre alt, verheiratet, Vater eines Kindes und von Beruf Feinwerkmechanikermeister im Bereich Maschinenbau. „Bei Alarm bin ich schon als Kind immer zum Feuerwehrhaus gerannt und hab vorsorglich die Tore aufgemacht“, erinnert er sich. Weil es seinerzeit keine Kinder- oder Jugendfeuerwehr gab, konnte er erst mit 16 Jahren offiziell beitreten und mit 18 Jahren in den aktiven Dienst wechseln.

Seine Ausbildung umfasste alle Bereiche vom Atemschutz über Bootsführer bis zur patientengerechten Personenrettung. Zusammen mit Reinhold Stangl nahm er die Ausbildung zur Absturzsicherung in Angriff, die eine Zeit lang sogar landkreisweit angeboten wurde. Die Krönung war die Ausbildung zum Prüfer für die Persönliche Schutzausrüstung in der Absturzsicherung.

Spektakulär sind immer seine Videos, aufgenommen bei Einsätzen mit einer sogenannten Bodycam. Aus Datenschutzgründen dürfen sie allerdings nur intern vorgeführt werden. „Mittlerweile dienen sie aber auch zum Eigenschutz und zur Beweissicherung“, erklärte er.

Beide wünschen sich mehr Anerkennung von der Bevölkerung für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr

Nach Wünschen für die Zukunft gefragt, ist sich das Kommandantenteam einig, dass ihre ehrenamtliche Leistung, rund um die Uhr, an 365Tagen im Jahr und bei jedem Wetter, von der Bevölkerung mehr Anerkennung bekommen sollte.

Froh sind beide über die starke Mannschaft in Neunburg, die sich auch um den Nachwuchs keine Sorgen machen müsse. Neben einem Dank an die Stadt galt ihr größter Dank ihren Ehefrauen, die sie zu jeder Zeit voll unterstützen und ihnen den Rücken freihalten.