FF Kröblitz hofft auf neue Aktive - Sommerfest weckte Interesse

Nach einer Pause veranstaltete die Feuerwehr Kröblitz beim Gerätehaus wieder ihr traditionelles Sommerfest. Dieses stand noch unter dem Einfluss der Teilbürgerversammlung im Juni: Um die Mindestanforderungen für eine aktive Wehr zu erfüllen, braucht sie drei Löschgruppen zu je sechs Aktiven. Da der Verein dies nicht mehr leisten konnte, wurde nach Wegen gesucht, neue Mitglieder zu gewinnen. In einer Zwischenbilanz blickt Vorstand Hans Steinsdorfer nun mittlerweile wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft. „Unser Fest war heuer, selbst nach zwei Jahren Pause, wieder ein voller Erfolg“, sagte er.
Viele Besucher kamen
Ein Indiz dafür waren unter anderem die 150 Portionen Schweinebraten mit Knödeln für das gemeinsame Mittagessen, die in nicht einmal einer Stunde ausverkauft waren. Auch das Kuchenbüfett, ausschließlich bestückt mit selbst gebackenen und gespendeten Kuchen, konnte sich sehen lassen. Die Besucher kamen bis aus Thanstein und Mitteraschau, aber auch aus Neunburg.
Steinsdorfer hatte einige Ehrengäste namentlich willkommen geheißen, unter anderem Kreisbrandmeister Reinhold Stangl und den städtischen Beauftragten für das Feuerwehrwesen, Harald Klatzka. Auch Bürgermeister Martin Birner schaute später noch vorbei. Für den musikalischen Rahmen sorgte Andreas Königsberger mit seiner Blasmusik-Formation Zam g’strickt.
Wie bereits in der Bürgerversammlung angeregt, hatte die Feuerwehr im Juni einen Schnuppertag veranstaltet, um die Personaldecke der Aktiven wieder aufzufrischen. Einer der Gründe waren die mahnenden Worte von Kreisbrandrat Christian Demleiter: „Was einmal weg ist, ist weg, ein Neustart ist dann eher unwahrscheinlich.“
Daraufhin handelten die Verantwortlichen: „Unsere Kommandanten Michael Zeiser und Stephan Demuth und ich sind sogar von Haus zu Haus gegangen, um uns wieder in Erinnerung zu bringen“, erklärte Steinsdorfer. Und das offenbar mit Erfolg. Auf Anhieb konnten einige Mitglieder und vier Aktive gewonnen werden. Sechs weitere Neumitglieder würden in den Wintermonaten eine Truppmannausbildung beginnen. Ebenso sei der Schnuppertag, bei dem erneut die gesamte Feuerwehrführung anwesend gewesen sei, als voller Erfolg verbucht worden. Alle Fragen der Interessenten hätten so kompetent beantwortet werden können.
Der Vorstand erinnerte noch einmal an die Problematik, die sich in dem 350- Seelen-Ort wegen der gestiegenen Anforderungen für die Aktiven ergeben habe. So seien aus Kröblitz allein drei aktive Feuerwehrleute für längere Zeit mit ihrer Bundeswehreinheit in Litauen im Einsatz gewesen, wodurch die Tagesalarmierung nicht mehr gegeben gewesen sei. Gleiches gelte für die diejenigen, die auswärts tätig seien. Der Vorsitzende vertrat zudem die Ansicht, dass bei weitem nicht jeder Arbeitgeber begeistert davon sei, wenn einer der Mitarbeiter wegen eines Alarms kurzfristig ausfallen würde.
Vorsitzender will aufhören
Im Rahmen der Gesamtproblematik gingen die Bemühungen deshalb dahin, eventuell noch mehr Frauen zu begeistern und auszubilden. Dies habe sich in vielen Orten mit ähnlicher Größe bereits gut bewährt. Gespräche liefen mittlerweile mit der Nachbarfeuerwehr Mitteraschau und Neunburg.
Hans Steinsdorfer machte keinen Hehl daraus, dass für ihn nach 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Vorsitzender eine erneute Kandidatur eher nicht mehr in Fragen kommen werde. Um so mehr sei er bemüht, eine „g’mahte Wiesn“ an einen Nachfolger zu übergeben. Er stellte ebenso fest, dass eine solche Delle in der Personaldecke die Wehr etwa alle 20Jahre beschäftigt habe und bisher immer erfolgreich bewältigt werden konnte.
„Ich bin Bürgermeister Martin Birner deshalb sehr dankbar, dass er die Bürgerversammlung einberufen hat. Das hat echt etwas gebracht“, betonte er. Aus dem Grund sehe er für die nächsten fünf bis zehn Jahre positiv in die Zukunft. Er könne sich allerdings eine Feuerwehr als reinen Gesellschaftsverein ohne Aktive, allein für den Zusammenhalt im Dorf, nicht vorstellen. Im schlimmsten Fall müsse darüber die Mehrheit entscheiden.
