Neunburg: Protest gegen geplante Windräder bei Mitterauerbach hält an

Die Bankreihen waren auch diesmal gut gefüllt. Knapp 100 Zuhörer hatten sich am Montagabend im Aiherlhof in Mitterauerbach eingefunden. Das waren kaum weniger als bei der ersten Infoveranstaltung der Bürgerinitiative „Windkraftfreie Heimat“ – und die fand zwei Wochen vorher statt.
Es bestand also weiterhin großes Interesse, sich über den geplanten Windpark zwischen Wundsheim und Mitterauerbach zu informieren. Während beim ersten Mal auch eine Reihe von Gästen aus dem Landkreis Cham gesichtet wurde, offenbarten die Autokennzeichen, dass sich der Besucherkreis diesmal auf die Neunburger und Schwandorfer Ecke konzentrierte. Vereinzelt waren auch Fahrzeuge mit BUL-, NAB- oder AS-Kennzeichen zu sehen.
AfD-Kreisrat Reinhard Mixl unter den Gästen
Zu den Zuschauern aus Schwandorf gehörte der AfD-Kreisrat und Landtagskandidat Reinhard Mixl, der in der ersten Reihe saß. Der Schwandorfer hatte in seinem Wahlkampf die „Umweltverschmutzung mit Wind- und Solarparks“ kritisiert. Nach Einschätzung von Mixl habe das zu seinem guten Wahlergebnis von 20,8Prozent der Stimmen im Landkreis beigetragen. Mixl war nicht der einzige Gast, dessen Partei im politischen Spektrum rechtsaußen steht. Ein anderer Zuschauer warb an seinem Auto für die Partei „Die Basis“, die als politischer Arm der Querdenken-Bewegung gilt. Beim Infoabend in Mitterauerbach hielten sie sich aber mit Äußerungen zurück.
Zu Wort meldete sich dagegen Bürgermeister Martin Birner (CSU), der klarstellte, dass die Kommunen die Verpflichtung gehabt hätten, Potenzialflächen zu melden. Thomas Beer, der Gründer der Bürgerinitiative, hatte zuvor gemeint, dass aus seiner Sicht kein zeitlicher Druck bestehe, Flächen zu melden, da die Frist bis 2027 laufe. Dennoch würden viele Kommunen Gebiete für Windräder an den Verband weitergeben – nicht nur Neunburg. Schwarzhofen habe nach seinen Worten beispielsweise eine Potenzialfläche am Haginger Berg gemeldet, die zwischen acht und neun Kilometer Luftlinie von Mitterauerbach entfernt ist.
Angegebene Quellen überprüfen
Nördlich von Unterauerbach, dem Nachbarort von Mitterauerbach, könnten laut Beer auch bald Windräder stehen. Eine Fläche am Stanglberg zwischen Hohenirlach und Raffach meldete seinerseits die Marktgemeinde Schwarzenfeld. Dieses Gelände ist knapp sechs Kilometer von Mitterauerbach entfernt. „Die rücken richtig nahe an uns ran“, so Beers Fazit.
Inhaltlich unterschieden sich seine Ausführungen und die von Martin Abel, der als Heilpraktiker für Psychotherapie in Schwandorf tätig ist und seit Jahren gegen Windräder kämpft, kaum von denen der ersten Veranstaltung. Abel berichtete über die angeblichen Gefahren der Windkraft. Alexander Trinkmann, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Neunburger Stadtrat, fand, dass einige Punkte nachvollziehbar seinen, bei einigen Punkten müssten aber erst die angegebenen Quellen überprüft werden. Dazu hatte Abel auch diesmal immer wieder aufgefordert.
Bürgermeister Birner will sich im Anschluss an die Veranstaltung noch mit einigen Gästen sehr konstruktiv unterhalten haben. Die Stadt plane derzeit selbst eine Infoveranstaltung mit dem für die Region zuständigen Windkümmerer und den Betreibern des Pentinger Windrades, kündigte Birner im Nachgang an. Er tritt damit auch Beers Vorwurf entgegen, die Stadt würde die Bürger nicht ausreichend informieren.