Diese Kriminalfälle hielten den Landkreis Schwandorf 2024 in Atem

Auch 2024 war im Landkreis Schwandorf ein Jahr der spektakulären Kriminalfälle. Einbrecher, Betrüger oder eine versuchte Vergewaltigung beschäftigten nicht nur die Polizei, sondern auch die Menschen in der Region. Doch die Ermittler haben in den meisten Fällen Fortschritte gemacht.
Anfang Februar sorgte ein Fall für Aufsehen, bei dem ein Schwandorfer Unternehmer fast um einen Betrag von 180.000 Euro geprellt worden wäre. Per telefonischer Order sorgte ein unbekannter Täter dafür, dass im Minutentakt Beträge zwischen 9000 und 29.000 Euro per Blitzüberweisung auf verschiedene Konten im In- und Ausland übertragen wurden. Doch die Betrugsmasche flog auf, die Überweisungen wurden von der Sparkasse rückgängig gemacht, und dem Unternehmer entstand am Ende nach eigenen Angaben kein finanzieller Schaden.
Sitzt Drahtzieher des Betrugsversuchs im Nahen Osten?
Die von der Kripo Amberg geführten Ermittlungen sind kompliziert, denn die Polizei hat es mit einem Netz von mehreren Beteiligten zu tun. Aber es gibt Erfolge: Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg wurden gegen vier Beschuldigte im Bundesgebiet Verfahren wegen Geldwäsche eingeleitet. Sie werden verdächtigt, ihre Bankkonten für die finanziellen Transaktionen zur Verfügung gestellt zu haben. Die Spur zum Drahtzieher des Betrugsversuchs führt laut einer Polizeisprecherin „nach aktuellem Ermittlungsstand in einen Staat im Nahen Osten“.
Versuchte Vergewaltigung: Vom Täter fehlt bisher jede Spur
Eine versuchte Vergewaltigung nach der Erpflkirwa bei Bodenwöhr schockierte Mitte Oktober die Einwohner im 50-Seelen-Ort Warmersdorf. Am Kirwasonntag gegen 1 Uhr kam es laut Polizei in der Nähe der Ortschaft zu einem sexuellen Übergriff gegen eine 25-Jährige, die nach dem Fest allein und zu Fuß auf dem Heimweg Richtung Neuenschwand unterwegs war. Ein Unbekannter sprach sie an, zog sie in ein Feld und berührte sie unsittlich unter der Kleidung, schilderte die 25-Jährige der Polizei.
Die junge Frau wehrte sich, und der Täter flüchtete. Trotz groß angelegter Fahndung unter Einsatz eines Polizeihubschraubers blieb die Suche nach dem Täter ohne Erfolg. Den Unbekannten, der nach Aussage der 25-Jährigen eine Lederhose, Haferlschuhe und ein auffälliges T-Shirt mit einem Emblem in Form einer Zielscheibe getragen hatte, blieb auch nach Durchsicht der vielen im Netz kursierenden Fotos von der Kirwa unerkannt. Das von Besuchern zur Verfügung gestellte Material brachte laut Polizeipräsidium Oberpfalz „keine Erkenntnisse“. Hoffnungen setze man noch auf die DNS-Spurenauswertung, deren Ergebnis aber noch nicht vorliege.
In ganz Süddeutschland Einbrüche bei McDondald’s
Der Einbruch in die Schwandorfer McDonald’s-Filiale an der Max-Planck-Straße Mitte Oktober beunruhigt inzwischen die ganze Branche. Denn nach Auskunft aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz ist die „Tätergruppierung im nahezu gesamten süddeutschen Raum “ aktiv. Die sachbearbeitenden Kriminalpolizeiinspektionen stehen demnach „untereinander im regen Austausch“. Die jeweiligen Erkenntnisse würden derzeit abgeglichen. Zum aktuellen Sachstand der Ermittlungen gibt das Polizeipräsidium „aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft“.
In Schwandorf hatten die unbekannten Täter einen Tresor aufgeflext und etwa 15.000 Euro Bargeld erbeutet. Auch der Sachschaden war enorm. Eine Überwachungskamera hielt zwei vermummte Gestalten im Bild fest. McDonald’s-Chef Günther Homm hat inzwischen eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen.
Verfolgungsjagd nach Einbruch im e-motion in Schwarzenfeld
Einen spektakulären Einbruch, sozusagen unter den Augen des Besitzers, verübten zwei Täter am 13. November in der Nacht beim Fahrradfachhändler e-motion in Schwarzenfeld. Weil die Alarmanlage auslöste und der Inhaber das per Smartphone mitbekam, sah er auf der Überwachungskamera nach dem Rechten und wurde Augenzeuge, wie zwei vermummte Täter vier hochwertige Carbon-E-Bikes im Gesamtwert von rund 30.000 Euro über den Hof transportierten. Dann flüchteten sie in einem weißen Fahrzeug.
Eine Fahndung, die zeitnah eingeleitet worden war, blieb nach Angaben der Polizei zunächst erfolglos, denn nach einer Kontrolle und anschließender Verfolgungsjagd Richtung Amberg gelang es den Unbekannten, einen Streifenwagen abzuhängen. Wie ein Mitarbeiter von e-motion auf Anfrage erzählte, habe sich das Duo irgendwann im Anschluss der E-Bikes entledigt und sie dabei stark beschädigt.
Nach einer intensiven Nachsuche konnten laut Polizei dem Betrieb inzwischen alle vier Fahrräder wieder ausgehändigt werden. Aufgrund der aktuellen Ermittlungen nennt das Polizeipräsidium Oberpfalz keine weiteren Details. Die Tatverdächtigen seien „zum Teil bekannt“, Hinweise aus der Bevölkerung habe es nicht gegeben, hieß es lediglich.
Trubel um neue Teerdecke in Weidenthal löst sich in Wohlgefallen auf
Im Gutenecker Ortsteil Weidenthal war lange befürchtet worden, dass der Dorfplatz gleich zweimal geteert werden muss. Denn am 8. oder 9. Oktober war ein unbekannter Traktorfahrer trotz Absperrung über die frische Asphaltdecke gefahren und hatte darauf seine Spuren hinterlassen. Ursprünglich ging die Polizei davon aus, dass ein Schaden in mittlerer fünfstelliger Höhe entstanden sei und noch einmal geteert werden müsse.
Doch inzwischen hat sich die Causa in Wohlgefallen aufgelöst. Wie der Gutenecker Bürgermeister Johann Wilhelm mitteilte, haben sich die Schäden nun doch als wenig gravierend herausgestellt. Noch einmal geteert werden müsse deshalb nicht, sagte Wilhelm auf Anfrage unserer Zeitung.

