Kamera filmte Einbrecher bei McDonald’s in Schwandorf – Chef lobt hohe Geldprämie aus

Der Schock im McDonald’s an der Max-Planck-Straße in Schwandorf sitzt noch tief. Unbekannte hatten dort rund 15.000 Euro erbeutet. Die Ermittler der Kripo können offenbar mehrere Ansätze verfolgen, um die Täter zu schnappen. Auch der Restaurantbetreiber will dabei kräftig mithelfen.
Wie berichtet, brachen in der Nacht zum Montag mehrere Unbekannte über die Terrassentür in das beliebte Schnellrestaurant ein. Es hatte zum Tatzeitpunkt zwischen 0.50 und 6.20 Uhr geschlossen. Die Täter flexten laut Polizei einen Tresor auf und erbeuteten dabei Bargeld im unteren fünfstelligen Bereich. Nach Informationen unserer Zeitung sollen etwa 15.000 Euro gestohlen worden sein.
Die Kriminalpolizei Amberg hat die Ermittlungen übernommen und bittet weiter unter Telefon (09621) 8900 um Zeugenhinweise. Am Mittwoch waren die Ermittler erneut in dem Schnellrestaurant vor Ort und sicherten Spuren – unter anderem an der Bürotür, die zu dem aufgeflexten Tresor führt.
Die Täter wussten genau, wo der Tresor steht
Auch wenn aktuell noch die heiße Spur fehlt: Die Beamten können offenbar nicht nur auf einen Treffer bei den gesicherten Spuren hoffen. Sie haben die Täter auch im Bild – wenn auch vermummt. Eine Überwachungskamera im Kassenbereich konnte in der Tatnacht zwei Personen filmen, die in Richtung Küche gingen. Dort, im hinteren Teil des Restaurants, befindet sich auch der Büroraum, in dem der massive Standtresor seinen Platz hat.
Und dann gibt es noch einen weiteren Anhaltspunkt für die Spezialisten der Kripo. Genau eine Woche vor dem Einbruch in Schwandorf hatte sich ein ähnlicher Fall in einem Schnellrestaurant im niederbayerischen Plattling ereignet. Auch hier sollen sich die flüchtigen Täter gewaltsam Zutritt zu den Innenräumen verschafft haben. „Anschließend haben sie versucht, den im Büro befindlichen Tresor gewaltsam zu öffnen, was ihnen jedoch nicht gelang“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Niederbayern.
Polizei prüft Zusammenhang mit Einbruch in Niederbayern
Gibt es zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang? Polizeihauptkommissar Michael Zaschka von der Oberpfälzer Polizei bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass man in alle Richtungen ermittle. „Man schaut sich immer alle Fälle in der Nähe an, die dem eigenen Fall ähneln“, so Zaschka. Er spricht mit Blick auf den Fall in Schwandorf von „einem professionellen Vorgehen und einem entsprechenden Tatplan“.
Auch McDonald’s-Chef Günther Homm glaubt, dass man es hier mit Profis zu tun hat. „Die Täter hatten definitiv Insiderwissen“, legt sich der Gastronom fest. Er sei sich sicher, dass sein Restaurant an der Max-Planck-Straße im Vorfeld ausgekundschaftet wurde. Die Täter hätten genau gewusst, wie sie an das Geld gelangen können und welche der Türen im Gebäude alarmgesichert sind. Den Einbruch habe seine Tochter am Montagmorgen bemerkt, als sie das Restaurant aufsperren wollte, berichtet Homm. Sie habe sofort einen verbrannten Geruch sowie jede Menge Schutt festgestellt und die Polizei gerufen.
Nachdem eine Streife das Gebäude durchkämmt hatte, wurde der ganze Schaden sichtbar. Die Täter hatten eine Wand eingeschlagen, um an den unteren Teil des Tresors zu gelangen, in dem das Bargeld lag. Durch ihre brachiale Vorgehensweise sorgten sie für Verwüstung. „Überall war Staub, etwa ein Zentimeter hoch“, erinnert sich Homm. Seine Filiale musste mehrere Stunden gereinigt werden, ehe dort wieder Burger und Pommes zubereitet werden konnten. Der Sachschaden sei beträchtlich. Die Wand müsse ebenso erneuert werden wie der kaputte Tresor. Und der koste alleine schon 7000 Euro.
Nicht der erste Kriminalfall beim Schwandorfer McDonald’s
Homm ärgert sich über den nunmehr dritten kriminellen Fall in seinem Geschäft an der Max-Planck-Straße. Bereits in den vergangenen Jahren sei bei ihm einmal eingebrochen worden. Und einmal habe ein Räuber seine Mitarbeiter während der Schicht überfallen. „Man arbeitet Tag und Nacht im Restaurant und wird dann bestohlen“, schimpft Homm.
Für den erfahrenen Gastronom steht fest, dass die unbekannten Tresorflexer „hinter Gitter gehören“. „Warum macht man sowas? Die Täter sollten wie alle anderen Leute gewissenhaft arbeiten und nicht kriminell sein“, findet Homm.
Der McDonald’s-Chef will die Ermittlungsarbeit der Polizei unterstützen. Für den entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung, der zur Ergreifung der Täter führt, will Günther Homm aus eigener Tasche 2000 Euro zahlen.




