Seit 40 Jahren Burger und Pommes: Günther Homm ist Schwandorfs Mister McDonald’s

Von Jan Lange · 1. August 2024 um 05:00

Während andere in seinem Alter ihren Ruhestand genießen, ist Günther Homm mit 71 Jahren noch jeden Tag im Büro. Und der Chef von vier McDonald’s-Restaurants im Landkreis Schwandorf denkt auch nach 40 Jahren Burger und Pommes nicht an Ruhestand.

Günther Homm ist kein Chef, der nur hinterm Schreibtisch sitzt. Er packt bei der Ausgabe der Speisen und Getränke immer wieder mit an. Am liebsten ist ihm die Pommes-Station. Auch beim Einfüllen von Cola und Fanta oder an der Eismaschine ist er Profi.

Schließlich lernte er das Fast-Food-Geschäft von der Pike auf. Vor genau 40 Jahren begann Günther Homms Karriere bei McDonald’s. Auch nach dieser langen Zeit macht ihm die Arbeit noch Spaß. Vor allem mit Menschen zu arbeiten, sei das Erfüllende an seinem Job, meint Homm. Und in seinen Restaurants hat er tagtäglich mit Tausenden Gästen zu tun.

Aber natürlich sind es auch die Mitarbeiter, die in seinen Restaurants ihr Brot verdienen. 225 Angestellte beschäftigt der 71-Jährige in seinen vier McDonald’s-Restaurants. Homms Betrieb gehört damit zu den größten Gastronomieunternehmen im Landkreis Schwandorf.

Mehr Mitarbeiter im Sommer

In der Sommerzeit steigt die Zahl der Mitarbeiter sogar auf mehr als 230 an. Denn in den großen Ferien helfen Studenten bei ihm aus. Sie kommen aus Georgien und Mazedonien. Seit Anfang Juli sind wieder einige von ihnen im Einsatz. Sie bekommen aber nur eine Arbeitserlaubnis für maximal drei Monate, da ihre Heimatländer nicht der EU angehören.

Dass Günther Homm auf studentische Aushilfen aus Georgien und Mazedonien setzt, liegt vor allem daran, dass in den meisten osteuropäischen Ländern kaum noch Arbeitskräfte zu finden sind. Und der deutsche Arbeitsmarkt ist so gut wie leer gefegt – Mitarbeiter für die Gastronomie werden in vielen Betrieben händeringend gesucht.

Früher konnte Günther Homm darauf vertrauen, dass ein Mitarbeiter, war er einmal bei ihm angestellt, auch für lange Zeit blieb. Seine Mitarbeiterin Helga Wagner ist beispielsweise seit mehr als 30 Jahren in der Schwandorfer McDonald’s-Filiale an der Max-Planck-Straße tätig. Sie ist aber längst zur Ausnahme geworden. „Bis vor acht Jahren gab es bei uns so gut wie keine Fluktuation“, berichtet der 71-Jährige. „Die Mitarbeiter haben sich wohl gefühlt.“ Inzwischen würden die Angestellten öfter den Job wechseln. Auch hat sich das Verhältnis von deutschen und ausländischen Mitarbeitern umgedreht: Stammte früher jeder fünfte Beschäftigte aus einem anderen Land, liegt ihr Anteil mittlerweile bei gut 80Prozent.

Ein seltenes Jubiläum

Insofern ist Günther Homm nicht nur ein McDonald’s-Urgestein, sondern auch ein Ausnahmefall. Ein solches Jubiläum wie der 71-Jährige wird kaum einer seiner Mitarbeiter noch erleben. Für ihn ist damit aber längst nicht Schluss. Er will noch ein paar Jahre weitermachen, sofern es seine Gesundheit zulasse, verspricht er. Momentan könne er sich gar nicht vorstellen, aufzuhören und nur noch zuhause zu sitzen.

Auch wenn von Abschied noch lange keine Rede ist, eines ist schon jetzt klar. Keines seiner Kinder wird das Geschäft später mal übernehmen. Sohn Johannes (42) hat zwar auch bei McDonald’s gearbeitet, sich aber inzwischen der Medizin zugewandt. Seine Tochter Antje Müller (34) ist ebenfalls im Betrieb tätig, wolle ihn aber nicht weiterführen. Und so wird Günther Homm wohl nichts anderes übrigbleiben, als seine Restaurants zu verkaufen. Er könne zwar potenziellen Käufer empfehlen, sich zu bewerben, die Verkaufsverhandlungen führe allerdings die McDonald’s-Hauptverwaltung, sagt der 71-Jährige.

Auch bei der Übernahme seines ersten Schwandorfer Restaurants 1997 war es kaum anders: Der Betrieb stand seinerzeit zum Verkauf und wurde ihm angeboten. Da er sich damit den Traum vom eigenen Restaurant erfüllen konnte, sagte er zu – auch wenn er zuvor nichts mit Schwandorf zu tun hatte.

Vor mehr als 40 Jahren nach Deutschland gekommen

1983 war er aus seiner Heimat Siebenbürgen (Rumänien) nach Deutschland übergesiedelt, wohnt seitdem in Reichertshausen in Oberbayern. Seine McDonald’s-Karriere begann 1984 in München. Er war in verschiedenen Restaurants tätig, bis er 1991 Manager der Filiale in der Schwanthaler Straße in München wurde. Später betreute er vier Restaurants im Großraum München. 1997 folgte der Wechsel in die Oberpfalz. Damals wurden in der McDonald’s-Filiale in der Max-Planck-Straße Super-Umsätze generiert. Es gab aber auch nur ein McDonald’s-Restaurant in der Großen Kreisstadt, so gut wie keine Döner-Läden und andere Fast-Food-Ketten. 27 Jahre später hat sich das Bild deutlich gewandelt. Neben der neuen Konkurrenz hat Günther Homm sein eigenes Filialnetz ausgebaut: 2001 kam das McDonald’s-Restaurant Am Brunnfeld in Schwandorf dazu, 2009 folgen Wernberg-Köblitz und 2010 Burglengenfeld.

Filiale an der Autobahn

Nach seinem Start in Schwandorf war ihm schnell klar, dass es ein Restaurant an der A93 brauche. Als er die Filiale 2001 aufbaute, gab es in der Ecke nur den Globus-Markt. Inzwischen sind weitere Märkte dazugekommen und das Gewerbegebiet Am Brunnfeld gehört zu den umsatzstärksten in Schwandorf. Die dortige Filiale generiert etwa 40 Prozent seiner Kunden durch die Autobahn. Noch stärker ist der Anteil in Wernberg-Köblitz, wo es zwischen 60 und 70 Prozent sind. Dieses Restaurant ist heute das umsatzstärkste unter den vier Filialen von Günther Homm, gefolgt vom Schwandorfer Restaurant Am Brunnfeld. Burglengenfeld und Schwandorf, Max-Planck-Straße, folgen auf den Plätzen.

Um das Restaurant in Burglengenfeld hatte er lange kämpfen müssen. Da das Grundstück im Außenbereich lag, bekam er vom Bauamt keine Genehmigung. Doch er ließ nicht locker und wurde immer wieder in der Verwaltung vorstellig. Letztlich entschied man sich dafür, das Ortsschild um rund 50 Meter zu versetzen, damit das Grundstück im Ort lag und das McDonald’s-Restaurant gebaut werden konnte.

„Gehe Risiken ein, aber mit Bedacht, und höre nie auf zu träumen. Nur so kann man was erreichen“, ist das Motto, nach dem Günther Homm immer gehandelt hat.

Darf es eine Cola sein? Der 71-Jährige ist sich nicht zu schade, auch mal ein Menü zusammenzustellen, zu dem natürlich auch ein Getränk gehört. Foto: Jan Lange