Versuchte Vergewaltigung nach der Erpflkirwa bei Bodenwöhr schockiert – Bürgermeister äußert sich

Eine solche Tat vermutet man im beschaulichen 50-Seelen-Dorf Warmersdorf nun wirklich nicht: Nach der Erpflkirwa ermittelt die Kripo wegen einer versuchten Vergewaltigung und fahndet nach dem unbekannten Täter. Ein Detail könnten dem Mann auf der Flucht zum Verhängnis werden.
Polizeisprecherin Corinna Wild bestätigte auf Anfrage der MZ, dass es am Sonntag gegen 1 Uhr bei Warmersdorf zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein soll. Die Kriminalpolizei Amberg führe Ermittlungen wegen versuchter Vergewaltigung. Die 25-Jährige sei gerade alleine zu Fuß auf dem Nachhauseweg von der Kirwa in Richtung Neuenschwand gewesen, als sie auf Höhe eines Trafohäuschens, in Sichtweite zur Biogasanlage, von einem Unbekannten angesprochen worden sein soll.
Dann ging alles offenbar ganz schnell. „Nach Angaben der 25-jährigen Frau habe sie der Mann in ein Feld gezogen und laut ihren Aussagen unsittlich unter der Kleidung berührt“, berichtete Polizeihauptkommissarin Wild. Das Opfer habe sich gewehrt und der Täter sei sodann in unbekannte Richtung geflüchtet. „Die Frau wurde in einem Krankenhaus untersucht. Sie ist körperlich leicht verletzt“, teilte die Polizeisprecherin mit. Inzwischen habe die 25-Jährige die Klinik wieder verlassen können.
Polizeihubschrauber kreiste über Warmersdorf
Nach in der Sonntagnacht startete die Polizei eine großangelegte Fahndung nach dem Unbekannten. Dazu wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Doch die Suche blieb bislang ohne Erfolg. Daher bittet die Kriminalpolizei Amberg nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen sollen sich unter Tel. (09621)8900 an die Ermittler wenden. „Jede noch so kleine Beobachtung kann von Bedeutung sein und soll der Polizei gemeldet werden“, sagte die Polizeisprecherin.
Die Polizei hat dazu eine Täterbeschreibung veröffentlicht. Der Unbekannte soll etwa 1,85 Meter groß und etwa 30 Jahre alt sein. Er soll kurzes, dunkles Haar haben. Ferner veröffentlichten die Ermittler Details zur Kleidung des Flüchtigen – und die könnten ihm bei der Vielzahl an Fotos, die von der Erpflkirwa im Netz kursieren, durchaus zum Verhängnis werden. Neben Lederhose und Haferlschuhe soll der Täter nämlich ein Hemd und ein T-Shirt mit auffälligem Emblem in Form einer Zielscheibe in gelber oder weißer Farbe getragen haben.
Noch in der Nacht zum Sonntag führten Spezialisten der Kriminalpolizei eine umfangreiche Spurensicherung durch. Davon zeugte ein Absperrband der Polizei, das von den Beamten an mehreren Sonnenblumen in dem betreffenden Feld befestigt wurde. Es war auch am Sonntagnachmittag noch zu sehen. Der Tatort befindet sich nur etwa 100 Meter vom Warmersdorfer Ortsschild und etwa 500 Meter vom Festzelt der Erpflkirwa entfernt.
500 Gäste feierten ausgelassen bei der Erpflkirwa
Zum Tatzeitpunkt hatten einige Gäste die Traditionsveranstaltung bereits verlassen. Als die Partyband gegen 0.30 Uhr von der Bühne gegangen sei, hätten nach und nach die Feiernden den Nachhauseweg angetreten, teilten die Veranstalter mit. Etwa 500 Gäste habe man am Samstagabend auf der Erpflkirwa begrüßen können. Der Großteil der Besucher komme aus einem Umkreis von 15 Kilometern, so die Veranstalter.
Die Menge habe am Samstagabend ausgelassen mit der Band gefeiert. Nichts deutete auf eine derartige Tat hin, sagte einer der Organisatoren. Ganz im Gegenteil: Es sei „ein wunderbarer Abend mit viel Stimmung“ gewesen.
Die Erpflkirwa ist ein Dorffest. Gefeiert wird anlässlich des Patroziniums der kleinen Kapelle im Ort, die auf den Heiligen Koloman geweiht ist. Die Veranstaltung, die von einem örtlichen Verein ausgerichtet wird, gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Am Samstagabend ist immer Party, am Sonntagmittag folgt der Bittgang zur Kapelle mit Andacht.
Bodenwöhrs Bürgermeister leuchtete mit Feuerwehr den Tatort aus
Unter den Gästen waren auch Bodenwöhrs Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) und seine Familie. Der Rathauschef, selbst aktiver Feuerwehrmann bei der FF Altenschwand, war in der Nacht zum Sonntag sogar im Einsatz, um zusammen mit seinen Kameraden den Tatort für die Spurensicherung auszuleuchten. „Ich finde es furchtbar, dass so etwas in Warmersdorf passiert ist. Dort herrscht eigentlich idyllisches Dorfleben“, sagte Hoffmann. „Ich bin da echt traurig und erschüttert. Es tut mir unendlich leid für das Opfer“, so der Bürgermeister in einer ersten Reaktion.
Es sei „unfassbar“, dass eine derartige Tat auch in einer beschaulichen Region wie dem Gemeindegebiet von Bodenwöhr passiert. „Das ist wirklich sehr erdrückend für uns“, sagte Hoffmann. Der Bürgermeister kündigte an, dass seine Gemeinde eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten werde. Bereits am Sonntag hatte Hoffmann hierzu den Neunburger Polizeichef kontaktiert.
