Feuerwehr kämpft um ihre Zukunft

Neunburg. Steht der Bestand der Feuerwehr Kröblitz als aktive Wehr auf der Kippe? Das war die zentrale Frage einer Teilbürgerversammlung am Dienstag im Gerätehaus.
Tatsache ist, dass die Mindestanforderung von drei Löschgruppen mit je neun Mann nicht mehr gewährleistet ist. Bei jüngsten Alarmierungen lag die Zahl der Kräfte, die sich zum Einsatz meldeten, zwischen drei und fünf Mann. Die Bedeutung, die dem zugemessen würde, zeigte sich auch in der Anwesenheit der Verantwortlichen.
Bürgermeister Martin Birner (CSU) begrüßte dabei unter anderem den Kreisbrandrat Christian Demleitner, Kreisbrandmeister Reinhold Stangl, den Feuerwehrbeauftragten Harald Klatzka und für die Verwaltung, Werner Schneeberger. „Wir haben fast regelmäßig alle 20 eine solche Delle“, erklärte der Vorsitzende, Hans Steinsdorfer, am Beginn der gut besuchten Versammlung. Für ihn war es daher interessant, dass viele der Anwesenden überhaupt nicht Mitglied der Feuerwehr waren.
Dass diese Diskussion jetzt notwendig wurde, führte er unter anderem auf die strengeren Bestimmungen zurück. Auch gäbe es zum Beispiel aktive Soldaten, die momentan Dienst verrichteten und deshalb nicht ausrücken könnten. Die Wasserereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass der Wille zum Zusammenhalt vorhanden sei. Wichtig wäre es für den Moment, dass es mindestes zehn Leute bräuchte, die als Aktive zu bezeichnen wären und die für alle Alarmierungen bereitstünden.
Eigentlich gute Bedingungen
Er sprach auch die Möglichkeit an, nur als Verein weiterzubestehen. Birner zog zunächst eine Bilanz der Bevölkerungsentwicklung in dem Ortsteil von 255 Einwohnern im Jahr 1990 auf aktuell 359. Auch was die Altersstruktur betraf, sah es nicht so schlecht aus: Rund 180Anwohner lagen zwischen 20 und 60 Jahren, genau die Struktur, welche die Feuerwehr benötigte. Demleitner betonte, dass die Feuerwehren in den Ortsteilen vielfach gar einen höheren Stellenwert besäßen als im Hauptort. Er sagte: „Wenn jetzt hier etwas kaputtgeht, können es die nachfolgenden Generationen nicht mehr reparieren.“
Er räumte ein, dass es auch auf dem Dorf „menschelt“ und nicht zwangsläufig jeder jedem sympathisch sein müsse. In der Sache sollte man allerdings schon zusammenstehen. Er unterstrich, die Stadt habe viel in die Feuerwehren investiert, aber nicht um derentwillen. „Die Feuerwehren sind nur die, die den Werkzeugkasten bedienen“, betonte Demleitner.
Natürlich habe sich viel in der Gesellschaft verändert, was aber einsatzmäßig durchaus Vorteile biete, wie etwa die Arbeit im Homeoffice. Und er fügte an, dass die Angst vor möglicher Kritik kein Grund sein dürfte, sich nicht zu engagieren. Den Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion über die Möglichkeiten an, wobei die Bildung einer Kinderfeuerwehr das aktuelle Problem nicht lösen würde.
Öffnung für Seiteneinsteiger
Als bessere Alternative wurde erachtet, auf ehemalige Aktive zu setzen, die im Rahmen ihres beruflichen Werdeganges den Ort verlassen hätten, inzwischen aber wieder zurückgekehrt sind. Gleiches galt für Seiteneinsteiger, die bislang keine Berührungspunkte mit der Feuerwehr hatten, sich aber dafür interessieren könnten, sowie Zugezogene, die in ihrer alten Heimat bei der Feuerwehr waren. Für alle drei Bereiche fanden sich Versammlungsteilnehmer, die sich eine Mitarbeit vorstellen konnten. Um das zu vertiefen stellte Klatzka die Situation so dar: „Die Wehr hat nicht nur Feuer unterm Dach, sondern die Hütte brennt lichterloh.“
Die Anwesenden begrüßten schließlich den Vorschlag, am 30. Juni um 10 Uhr zu einer Übung zusammenzukommen, bei der die Arbeit der Wehr vorgestellt werden soll. „Es geht auch um die Dorfgemeinschaft und ich bin sicher, wir schaffen das“, appellierte Bürgermeister Martin Birner. Ein weiteres Thema der Versammlung waren die Wasserschäden durch die jüngsten Starkregenereignisse.