Hier wurden in diesem Jahr in Neunburg Millionen investiert

Von Jan Lange · 23. Dezember 2024 um 11:00

Trotz Spardruck hat die Stadt Neunburg auch in diesem Jahr einige Millionen Euro investiert. Auch andere große Bauprojekte sind in diesem Jahr fertig geworden. Die MZ gibt einen Überblick, wo Geld ausgegeben wurde und was dafür entstanden ist.

Mit Gesamtkosten von rund zehn Millionen Euro ist der Entnahmeturm am Eixendorfer See das größte Bauprojekt, das heuer abgeschlossen wurde. Planer und Träger der Maßnahme war allerdings nicht die Stadt Neunburg, sondern das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Finanziert wurde der Bau vom Freistaat. Nachdem es 2019 erste Planungen gegeben hatte, begann Anfang 2022 der Bau. Die Fertigstellung verzögerte sich unter anderem wegen Lieferschwierigkeiten aufgrund des Ukraine-Krieges.

Projekt am Eixendorfer See im Oktober eingeweiht

Am 19. Oktober konnte das Bauwerk endlich eingeweiht werden – in Anwesenheit von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Schon zuvor war der Wasserspiegel, der wegen der Bauarbeiten abgesenkt werden musste, schrittweise wieder erhöht worden. Der bayernweit einzigartige Turm soll dazu beitragen, die Gewässergüte des Sees zu verbessern, sowie das Blaualgenwachstum eindämmen.

Neuer Hirschbergturm ist endlich fertig

Verzögerungen gab es auch beim Hirschbergturm in Fuhrn. Ursprünglich sollte er bereits im Juni öffnen, dann war vom 2. Oktober die Rede. Doch auch dieser Eröffnungstag konnte nicht gehalten werden. Nun ist er fertiggestellt – die offizielle Einweihung soll im Frühjahr erfolgen. Knapp 700.000 Euro sind für das Projekt aufgewendet worden. Die Hälfte der Summe sind Fördermittel des Freistaates, jeweils 20 Prozent steuern die Stadt Neunburg und der Landkreis Schwandorf dazu. Die restlichen zehn Prozent trägt der Naturparkverein Oberpfälzer Wald. Der Turm bietet Besuchern einen spektakulären Blick über die Region.

An der Grundschule wurde auch heuer gebaut

Zu den größten Einzelmaßnahmen im Neunburger Haushalt 2024 gehörte die Erweiterung der Grundschule an der Ledererstraße. Die Stadt hatte dafür heuer 1,67 Millionen Euro eingeplant – die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau belaufen sich auf circa 2,47 Millionen Euro. Genutzt werden kann der Anbau seit Frühjahr 2024. Die Gestaltung der Außenanlagen mit Sportgeräten, Pausenhof, Busbahnhof und Lehrerparkplatz soll später folgen. Sie soll in den nächsten Jahren je nach Haushaltslage abschnittsweise realisiert werden.

Größere Summe fließt auch in Mittelschule

Neben der Grundschule gab die Stadt Neunburg auch Geld für die Mittelschule aus – auch wenn die Summe bei Weitem nicht so hoch ist wie beim Gebäude an der Ledererstraße. So sind zum Beispiel rund 40.000 Euro in eine Brandschutzanlage investiert worden.

Kita-Neubau wird weiter vorangetrieben

Heuer hat die Stadt eine sechsstellige Summe für den Erwerb des Grundstücks an der Frühlingstraße aufgewendet. Dort soll künftig der geplante Kita-Neubau stehen. Die Planung der Kindereinrichtung ist auch vorangetrieben worden – Kostenpunkt gut 100.000 Euro. Doch solange es keine passende Förderung gibt, wird das Vorhaben wohl erst mal nicht umgesetzt. Denn immerhin soll der Kita-Neubau rund 2,1 Millionen Euro kosten. Dafür wird die Stadt erstmal auf dem hinteren Teil der Fläche Container aufstellen und diese zu einer Krippe umgestalten. Dieses Jahr wurden dafür schon gut 80.000 Euro ausgegeben, weitere Kosten fallen 2025 an. Im Frühjahr soll in der Container-Krippe der Betrieb aufgenommen werden.

Neues Dorfgemeinschaftshaus in Kleinwinklarn

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe wurde im Mai das neue Dorfgemeinschaftshaus in Kleinwinklarn offiziell in Betrieb genommen. Eine fast siebenjährige Planungs- und Bauzeit lag da hinter den Verantwortlichen. Immerhin rund 2,2 Millionen Euro hat das Gebäude, in dem auch das Feuerwehrgerätehaus integriert ist, gekostet. Gut 1,2 Millionen Euro betrugen die Fördermittel. Aber auch die Dorfgemeinschaft hatte sich aktiv an der Errichtung des Hauses beteiligt: In etwa 8400 Stunden wurden von den Kleinwinklarnern Eigenleistungen von rund 140.000 Euro erbracht. Die Zeiten, in denen Projekte wie das Dorfgemeinschaftshaus Kleinwinklarn realisiert werden könnten, seien vorbei, meinte Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) in der jüngsten Bürgerversammlung. Denn es gebe dafür kaum noch Fördermittel – und ohne finanziellen Zuschuss seien solche Vorhaben nicht umsetzbar.

Neuer Treffpunkt entstand in Kemnath

Im Rahmen der Dorferneuerung von Kemnath bei Fuhrn wurden dieses Jahr ein Mehrzweckgebäude für die örtlichen Vereine sowie ein neuer Spielplatz und Parkflächen geschaffen. Die Bürger von Kemnath haben sich ebenfalls mit Eigenleistungen zu dem Projekt beigetragen. So wurden von ihnen zum Beispiel Aushubarbeiten sowie die Ansaat und Bepflanzung übernommen. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 332.000 Euro, wovon 139.000 Euro Fördermittel sind.

Auch in Penting gab es eine Dorferneuerung

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms wurde der Festplatz in Penting neu gestaltet. Das Vorhaben ist dieses Jahr mit dem Bau eines Backofens und der Bau eines Mehrzweckgebäudes in die heiße Phase gegangen. Darüber hinaus wurde zur Verbesserung der Löschwasserversorgung eine Zisterne errichtet. Bei der Stadt sind insgesamt Kosten in Höhe von 217.000 Euro für die Dorferneuerung in Penting angefallen. Die Pentinger Bürger und Vereine haben sich mit viel Eigenleistungen in das Projekt eingebracht.

Polizeidienststelle bietet nun beste Arbeitsbedingungen

Eine grundlegende Sanierung der Polizeidienststelle in Neunburg war schon seit langem erforderlich, da sich das Gebäude in einem äußerst schlechten Zustand befand. Sieben Jahre hatte es letztlich von der ersten Planung bis zur Fertigstellung gedauert. Am 26. Juli war es soweit: In Anwesenheit von Polizeipräsident Thomas Schöniger wurde das für knapp zwei Millionen Euro sanierte Haus feierlich übergeben. Es biete nun beste Arbeitsbedingungen, waren sich die anwesenden Gäste einig.

Staatsstraße nach Neunburg ist nun ausgebaut

Innerhalb von knapp sechs Monaten wurde die Staatsstraße 2040 von Schwarzhofen in Richtung Neunburg auf einer Länge von 2,2 Kilometern ausgebaut und auf 6,50 Meter verbreitert. Zudem wurden die Kurvenradien angepasst, um bessere Sichtweiten zu erreichen. Dafür wurden rund 2,5 Millionen Euro investiert. Was im Rekordtempo umgesetzt wurde, hatte einen langen Vorlauf: Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) hatte fast drei Jahrzehnte um den Ausbau gekämpft.

Stadtwerke Neunburg schließen ersten Teil des neuen SBR-Reaktors ab

Baulich ist der neue SBR-Reaktor fertiggestellt, nun beginnt die technische Ausstattung. Rund vier Millionen Euro kostet die Gesamtmaßnahme, etwas mehr als die Hälfte wurde in die Errichtung des Gebäudes investiert. Bis zum Frühsommer soll der Technikeinbau abgeschlossen sein, dann der Probebetrieb starten und anschließend soll der Reaktor in den Normalbetrieb übergehen.

Türkisch-islamische Gemeinde hat sich ein neues Domizil errichtet

Die Türkisch-islamische Gemeinde Ditib hat das bisherige Religions-, Gebets- und Vereinshaus in Neunburg an der Rötzer Straße direkt neben dem Friedhof abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Im Frühjahr soll nach MZ-Informationen die Einweihung stattfinden.

Die Freude war groß, als das neue Dorfgemeinschaftshaus in Kleinwinklarn im Mai eingeweiht wurde. Foto: Birner, Archiv
Er ist zwar baulich fertiggestellt, soll aber erst im Frühjahr offiziell eingeweiht werden: der Hirschbergturm bei Fuhrn. Foto: Jan Lange
Finanziell gesehen war der Entnahmeturm am Eixendorfer See das gewichtigste Bauvorhaben. Foto: Jan Lange
Das alte Gebets- und Vereinshaus der Türkisch-islamischen Gesellschaft wurde komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Jan Lange
Auch in die Mittelschule sind dieses Jahr Mittel geflossen – unter anderem für eine Brandschutzanlage. Foto: Jan Lange
Das meiste Geld hat die Stadt Neunburg heuer in die Grundschule an der Ledererstraße investiert. Foto: Jan Lange
Fast drei Jahrzehnte hatte Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer dafür gekämpft, dass die Staatsstraße 2040 nach Neunburg ausgebaut wird. Vor Kurzem wurde sie übergeben. Foto: Jan Lange