Rund zwei Millionen Euro investiert: Neunburger Polizei ist nun ein „Schmuckkästchen“

Von Jan Lange · 26. Juli 2024 um 18:18

Sieben Jahre liegen zwischen der ersten Planungsvergabe und dem Abschluss der Sanierung der Polizeidienststelle in Neunburg. Am Freitagvormittag wurden die umgestalteten Räumlichkeiten in dem 1928 errichteten, denkmalgeschützten Gebäude vom Polizeipräsidenten feierlich übergeben.

Die Redner bei dem kleinen Festakt waren sich einig, dass das Ergebnis sehr gelungen ist. „Es ist ein Schmuckkästchen geworden“, fand Polizeipräsident Thomas Schöniger. Es sei ein modernes Gebäude mit dem aktuellsten Ausstattungsstandard entstanden, so der Chef des Polizeipräsidiums Oberpfalz weiter. In Sachen Sicherheit leiste die Neunburger Polizei gute Arbeit. Immerhin liege die Aufklärungsquote der PI Neunburg zuletzt bei mehr als 78 Prozent. „Die Dienststelle bietet nun beste Voraussetzungen, um das Sicherheitsniveau weiterhin hoch zu halten“, meinte Schöniger.

Auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner war überzeugt, dass sich die Investition mehr als gelohnt habe. Immerhin sind etwa zwei Millionen Euro in das Polizeigebäude geflossen.

Angefangen wurde im Keller

Diese Summe war auch notwendig, denn das Haus befand sich zuvor in einem äußerst schlechten Zustand. Der Kellerboden und auch die Wände wiesen starke Schäden durch Feuchtigkeit auf, so dass die vormals im Keller untergebrachten Gewahrsamsräume nicht mehr nutzbar waren. Auch die gesamte Sicherheitstechnik entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Im ersten Bauabschnitt wurde der Keller trockengelegt und saniert. Hier sind nun moderne Umkleiden und Duschräume untergebracht. Nach dem Kellergeschoss wurden die Räume in den beiden oberen Etagen in mehreren Bauabschnitten auf Vordermann gebracht – und das bei laufendem Polizeibetrieb. Von den früheren vier Wohnungen seien immer drei genutzt und eine umgebaut worden, blickte Dienststellenleiter Erster Polizeihauptkommissar Markus Schmitt auf die Sanierungszeit zurück.

Ohne große Klagen ertragen

Zusätzlich sorgten Corona und der Krieg in der Ukraine für Herausforderungen, so Schmitt. Die Lieferengpässe, die durch den blutigen Konflikt in der Ukraine auftraten, seien „Wahnsinn“ gewesen, meinte der Leiter der Neunburger Polizeidienststelle. Man habe aber alles gemeinsam bewältigen können. Schmitt dankte auch seinen Mitarbeitern, die Lärm, Schmutz und Umzüge ohne große Klagen ertragen hätten. In der Neunburger PI sind rund 30 Beamte tätig, die circa 17800 Einwohner und einen Dienstbereich mit einer Fläche von 308 Quadratkilometern betreuen. Bei ihrer Arbeit können sie nun auf modernste Technik und entsprechende Einbauten zurückgreifen.

Dass die Sanierung erfolgen konnte, sei ohne die politische Unterstützung kaum möglich gewesen, so die Redner übereinstimmend. Dem Einsatz der Abgeordneten aus der Region gebühre deshalb auch Dank. Bei der letzten Polizeireform habe man noch gezittert, ob Neunburg seine Dienststelle behalte, sagte Bürgermeister Birner. Die jetzige Sanierung sei ein Beleg dafür, dass die Polizei und die Sicherheit auch im ländlichen Raum wichtig seien.

Polizeiseelsorger Pfarrer Karl-Dieter Schmidt drückte bei der Segnung der sanierten Räume auch seine Hoffnung aus, dass sich die Polizisten „in dem Gebäude wohl fühlen und immer gern zum Dienst kommen“.

Nach den Ansprachen konnten sich die Gäste bei einem Rundgang ein Bild von den erneuerten Räumlichkeiten machen. Foto: Jan Lange
Auch einen Aufenthaltsraum mit neuer Möblierung gibt es nun für die Mitarbeiter der PI. Foto: Jan Lange
Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizeiinspektion Neunburg ist sehr gut. Foto: Jan Lange
Die Zelle war vor der Sanierung im Kellerbereich untergebracht. Im Zuge der Bauarbeiten wurde sie ins Erdgeschoss verlagert. Foto: Jan Lange
Dienststellenleiter Markus Schmitt (Mitte) zeigte den Ehrengästen auch die neue Wache, das Herzstück der Polizeiinspektion. Foto: Jan Lange