Hubert Aiwanger und Thorsten Glauber begleiteten Einweihung des neuen Entnahmeturmes am Eixendorfer Stausee

Von Ralf Gohlke · 20. Oktober 2024 um 17:00

Wenn gleich zwei Bayerische Staatsminister nach Neunburg kommen, muss es einen besonderen Grund geben. Der stellvertretende Ministerpräsident und Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Thorsten Glauber, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz (beide FW), begleiteten am Samstag die offizielle Einweihung des neuen Entnahmeturmes am Eixendorfer Stausee.

Neben dringender Sanierungsmaßnahmen am Grundablass des Gewässers soll durch das Bauwerk zur Entnahme von Oberflächenwasser eine Verbesserung der Situation bei der Blaualgenbelastung erreicht werden. Eine weitere Zielsetzung war, künftige Wartungsarbeiten an der Technik ohne Absenkung des Wasserspiegels vornehmen zu können. Knapp zehn Millionen Euro hat der Freistaat dafür aufgewendet.

Wertvollen Beitrag geleistet

Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, kam die Aufgabe zu, die zahlreichen Gäste zum Teil namentlich willkommen zu heißen. Regierungspräsident Walter Jonas gehörte dazu, ebenso wie MdL Martin Scharf (FW), Mitarbeiter von Ämtern und Behörden sowie den beteiligten Firmen. Rosenmüller erwähnte, dass in dem Fall nicht nur die Unterlieger des Stausees ein gesteigertes Interesse am Geschehen hätten sondern sich die Stadt Rötz als „Oberlieger“ ebenfalls proaktiv an allen Belangen beteiligt habe.

Er nannte ferner das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten eigene Projekte zur Eindämmung des für die Blaualgen günstigen Phosphateintrages auf den Weg gebracht hätten und den Fischereiverein, der mit der jährlichen Entnahme von drei Tonnen Weißfisch einen wertvollen Beitrag leiste.

Der Amtsleiter verglich die Bauarbeiten unter laufendem Betrieb mit einer „Operation am offenen Herzen“, zudem noch mit den Erschwernissen wegen Corona, des Ukrainekrieges und der Kostensteigerungen. „Mein Herz schlägt für das Bauen“, bekannte der studierte Architekt und Umweltminister Thorsten Glauber. Das Sichtbare brauche manchmal länger, meinte er in Bezug auf die ersten Planungen aus dem Jahr 2019. Er erinnerte an die Diskussionen am „runden Tisch“ des Stausees, wobei er das Engagement aus der Region besonders hervorhob. Die jetzt gefundene Lösung sei „eine Gute“, die auch die Situation der Unterlieger berücksichtige. Aufgabe des Stausees sei es vor „zu viel des Guten zu schützen“, meinte er und verband damit ein Lob auf die Wasserversorgung. Das Bauwerk verbinde den Schutz vor Hochwasser mit ökologischer Stromerzeugung. Schon allein dafür seien die rund zehn Millionen Euro eine gute Investition.

Auch in den kommenden Jahren solle an Verbesserungen gearbeitet werden. Seinen Dank an jene, die das Bauwerk bei Schneefall, Starkregen und Hitzetagen mit bis zu 35 Grad, errichtet hätten, verband er einen Appell, dem Beruf trotzdem ein Chance zu geben. Zusammenfassend lobte er die Zusammenarbeit vor Ort, bei der trotz aller Konfrontationen gute Lösungen gefunden werden konnten.

Investition in Naturschutz

Hubert Aiwanger erinnerte sich an einen „historischen Termin 2018“, mit der „Algenpampe in der Hand“. Badegäste und Fischer müssen hier auch nicht gewusst haben ob das noch Natur oder die Folgen eines Chemieunfalles seien. Er war ebenso sicher, dass Schuldzuweisungen, in welche Richtung auch immer, in der politischen Diskussion nie hilfreich seien um Lösungen zu finden. Einen Dank richtete er an die Beteiligten an den „runden Tischen“, die sich der Thematik angenommen hätten.

Er stellte heraus, dass es bei solchen Investitionssummen einfach auch mal länger dauern würde. Aiwanger war sich mit Thorsten Glauber einig darin, dass gerade beim Hochwasserschutz alles juristisch und technisch perfekt sein müsse. Das Bauwerk vor Ort nannte er ein Investition in den Naturschutz und die Schönheit der Heimat. Als Vertreter der beiden Landkreise lobten die beiden stellvertretenden Landräte Jakob Scharf (Schwandorf) und Markus Müller (Cham) das Werk, mit dem sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Erholung Rechnung getragen werde.

Den Festakt beschloss das gemeinsame Durchtrennen des weißblauen Bandes und die Schlüsselübergabe durch den Bauleiter der Firma Pfaffinger, Georg Ranzinger, an Minister Thorsten Glauber.

Das Bauwerk

Engagement: Bürgermeister Martin Birner ließ die gesamte Entwicklung noch einmal Revue passieren und stellte fest, das mit der Einweihung ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gehe. Er erwähnte besonders das Engagement des „mit Leidenschaft dafür kämpfenden Stadtrates Walter Drexler“, das letztendlich auch zu der gemeinsamen Resolution des Stadtrates an den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder führte, der das Thema zur Chefsache erklärte.

Modellprojekt: Das Bauwerk sei nun ein Symbol für nachhaltige Entwicklung und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und zugleich ein Modellprojekt für andere Gemeinden, deutschlandweit.

Die Ehrengäste ließen sich in die Funktion des neuen Bauwerkes einweisen.
Georg Ranzinger (2. v. r.), Bauleiter der Firma Pfaffinger, überreichte symbolisch den Schlüssel an Minister Thorsten Glauber (Mitte).
Für ihn war dieser Tag der Höhepunkt seines unermüdlichen Einsatzes für den Stausee: Stadtrat Walter Drexler (FW) teilte sich mit Minister Hubert Aiwanger das weißblaue Band.