Langer Kampf gegen Blaualgen: Diese Maßnahmen sollen Plage am Eixendorfer See eindämmen

Von Jan Lange · 10. September 2024 um 17:11

Bei einer Gewässeruntersuchung im Eixendorfer Stausee sind kürzlich Blaualgen mit einem erhöhten Toxingehalt festgestellt worden. In der Folge wurde von der Stadt Neunburg ein Badeverbot erlassen. Durch verschiedene Maßnahmen gegen die Blaualgen-Plage sollen künftig die Badefreuden nicht mehr beeinträchtigt werden.

Das Problem mit Blaualgen sei dem Gesundheitsamt seit Jahren bekannt, teilt Manuel Lischka, Pressesprecher des Landkreises Schwandorf, auf MZ-Nachfrage mit. Erstmalig sei es im Jahr 1976 im Gesundheitsamt dokumentiert worden. Damals war der Stausee fertiggestellt worden. Schon kurz nach dem ersten Anstauen des Wassers der Schwarzach wurde eine Blaualgenblüte festgestellt.

Der Eixendorfer See ist dabei keine Ausnahme. Laut Lischka sind in den vergangenen Jahren auch im Stausee Trausnitz (2015) und im Hammersee in Bodenwöhr (2018) Blaualgen-Konzentrationen festgestellt worden.

Der bei der aktuellen Kontrolle am Eixendorfer See ermittelte Toxingehalt der Blaualgen sei ähnlich hoch gewesen wie der in vergangenen Jahren, so Kreissprecher Lischka. Die Massenvermehrung der sogenannten Cyanobakterien (Blaualgen) sei bei anlassbezogenen Kontrollen festgestellt worden. „Routineproben werden keine genommen, da es sich nicht um ein EU-Badegewässer handelt“, informiert Lischka.

Auch wenn der Eixendorfer See kein offizielles Badegewässer ist, so nutzen ihn doch Erholungssuchende und Feriengäste durchaus zum Baden. Die Stadt Neunburg hatte dafür am östlichen Ufer bei der ehemaligen Ortschaft Eixendorf einen Sandstrand angelegt. Dort wurde nun ein Hinweisschild aufgestellt, um über die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Blaualgen-Plage zu informieren.

Für das Problem gibt es keine kurzfristige Lösung

Das Gesundheitsamt kann zwar ein Badeverbot und das Aufstellen eines Warnschildes empfehlen, die Entscheidung zum konkreten Vorgehen liege jedoch bei der Stadt Neunburg, erklärt Kreissprecher Lischka. Sollten Blaualgen in einem Gewässer nachgewiesen werden, werde immer ein Badeverbot empfohlen, betont Lischka.

Das Hinweisschild soll laut Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) aber nur temporär stehenbleiben. Sobald die Konzentration an Blaualgen gesunken sei, werde es wieder entfernt. „Es arbeitet momentan jeder daran, die Situation zu verbessern“, erklärt Birner. Das Problem lasse sich aber nicht kurzfristig beheben, schätzt der Rathauschef. Es gebe kein Allheilmittel, mit dem sich die Blaualgen von heute auf morgen beseitigen ließen, meint Birner. Der Bürgermeister geht vielmehr davon aus, dass sich die Konzentration der Cyanobakterien erst in den Wintermonaten auf natürliche Weise verringern werde.

Um zukünftig regelmäßige Blaualgenblüten zu verhindern, müssten aber verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, sagt Birner. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden, das für den Eixendorfer Stausee zuständig ist, hat bereits vor einigen Jahren ein Gutachten zu möglichen Renaturierungsmaßnahmen erstellen lassen. Damit soll die Blaualgenblüte künftig reduziert werden.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Verringerung des Nährstoffeintrages der angrenzenden Felder. Das Gesundheitsamt sieht in dem hohen Nährstoffzufluss einen Hauptgrund für das Blaualgen-Problem. Es begünstige das Wachstum und die Entwicklung der Cyanobakterien.

Ein Baustein von vielen

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz hat 2019 ein Projekt gestartet, mit dem die Bodenerosionen verringert und die Einträge ins Gewässer vermieden werden sollen. In der Folge wurde dem Neunburger Stadtrat im Oktober 2021 ein Maßnahmenkonzept mit sieben baulichen Rückhaltebereichen vorgestellt.

Durch die aktuelle Blaualgenplage wird die Idee von Rückhaltebecken – auch im Einzugsbereich der Schwarzach – nun wieder ins Spiel gebracht. Auch Bürgermeister Birner sieht darin einen Baustein von einem ganzen Maßnahmenbündel. Dazu gehöre auch der neue Entnahmeturm. Die gezielte Oberflächenwasserentnahme, die mit dem Entnahmeturm möglich wird, könne eine algenhemmende Wirkung haben, so die Hoffnung. Der Entnahmeturm sollte zeitnah durch das WWA in Betrieb genommen werden, so der Wunsch der Stadt und der Stadträte.