Hohe Kosten: Baubeginn bei der Neunburger Aussegnungshalle in weiter Ferne

Von Ralf Gohlke · 19. Oktober 2024 um 15:00

Seit Jahren suchen Bürgermeister und Stadtrat in Neunburg nach einer Lösung für die Aussegnungshalle auf dem Friedhof. Eine Entwurfsplanung für einen Anbau und eine Sanierung wurde bereits erstellt und jetzt auch vom Neunburger Bauausschuss abgesegnet. Doch momentan kann sich die Stadt die Gesamtkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro nicht leisten.

Schon 2016 hat die SPD-Stadtratsfraktion auf die Zustände an der Aussegnungshalle auf dem Neunburger Friedhof hingewiesen. Dabei ging es sowohl um deren baulichen Zustand als auch die Enge der Räume. Diese machten es für Angehörige schwierig, würdig Abschied von ihren Verstorbenen zu nehmen.

In den Folgejahren haben sich die Stadtführung und die gewählten Vertreter intensiv mit Lösungsmöglichkeiten beschäftigt und über einen Arbeitskreis auch die Bevölkerung mit einbezogen. In seiner jüngsten Sitzung hat nun der Bauausschuss offiziell dem Bauantrag auf Erweiterung und Sanierung der Aussegnungshalle abgesegnet.

Ein neues Gebäude für die Aufbahrung der Verstorbenen soll entstehen

Im Oktober 2022 hatte Architekt Michael Kühnlein aus Berching verschiedene Varianten für eine multifunktionale Nutzung des Gebäudes vorgestellt. Wegen des Denkmalschutzes kam eine einfache Vergrößerung der Aufbahrungshalle nicht infrage. Als Alternative schlug der Planer einen Anbau, in der Längsachse zum Eingang vor.

Für diesen wiederum bot er zwei Varianten an. Relativ schnell verworfen wurde der Vorschlag, den Anbau in einem Halbrund enden zu lassen, mit einem Walmdacheinschub an der bestehenden Dachkonstruktion. Favorisiert wurde die Variante eines rechteckigen Raumes mit einem Flachdach.

Ziel ist, dass sich die Angehörigen würdig verabschieden können

Zudem schlug der Planer vor, die Fenster künstlerisch und farbig zu gestalten, um eine würdige Beleuchtungssituation zu schaffen. Dies kam bei den Stadträten ebenfalls an.

Im Dezember 2023 stellte Kühnlein die Entwurfsplanung vor, die in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeitet worden war. Vorgesehen war nun ein rechteckiger Anbau mit rund 85 Quadratmetern, der Platz für 60 Sitzplätze biete. Zum bestehenden Gebäude solle ein Verbindungsbau errichtet werden, mit dem weitere 40 Stehplätze geschaffen werden können.

Der Platz für die Aufbahrung der Särge wurde im vorderen Bereich des Anbaus eingeplant. Damit Angehörige ungestört Abschied nehmen könnten, soll es nur ein Fenster an der Stirnseite des Raumes geben.

Im bestehenden Gebäude werde neben der rund 30 Quadratmeter großer Aussegnungshalle ein eigener Raum für den Pfarrer und die Ministranten mit Umkleide und Sanitäranlagen geschaffen. Dazu gibt es einen Vorbereitungsraum für die Särge sowie einen separaten Sargraum.

Klare Worte vom Bürgermeister: Neunburg kann sich das Projekt momentan nicht leisten

Was die Umsetzung letztlich langwierig machte und auch jetzt noch eine Hürde ist, sind die Kosten. In den ersten Planungen beliefen sich die Schätzungen auf rund 670.000 Euro allein für den Anbau. Der aktuelle Stand liegt bei 1,6 Millionen Euro für das Gesamtprojekt einschließlich der Sanierung des Bestandes.

Der Architekt hatte seinerzeit darauf verwiesen, dass beim Material für den Anbau zwei Alternativen, Stampflehm oder Ziegelmauerwerk, möglich wären, beide sich aber kostenmäßig kaum unterscheiden würden. Wegen der schlechteren Eigenschaften bei der Wärmespeicherung sei Holz nicht empfehlenswert, hieß es.

In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag wurde der Eingabeplan jetzt gebilligt und somit zur Genehmigung eingereicht. Mit einer baldigen Umsetzung ist aber dennoch nicht zu rechnen. „Wir können uns das Projekt momentan schlichtweg nicht leisten“, betonte Bürgermeister Martin Birner (CSU) in einer kurzen Zusammenfassung. Darin erhielt er auch die Unterstützung seiner Stellvertreterin Margit Reichl (CSU), die den Arbeitskreis initiiert hatte.

Die einzige Möglichkeit wäre, ein Förderprogramm für solche Einrichtungen ausfindig zu machen. Entsprechende Aufträge seien an die Verwaltung ergangen. Birner war sicher, dass der Staat auch in dieser Richtung etwas tun müsste.

So geht es bei den Straßen im Gebiet der Stadt weiter

Um „die notwendige Kohle“, wie es Stadtrat Walter Drexler (FW) formulierte, ging es auch bei der Fortschreibung des Straßenbauprogramms 2024 bis 2028. Die Bauverwaltung hatte dem Ausschuss eine überarbeitete Version mit nötigen Sofortmaßnahmen, dem Straßenunterhalt und dem Straßenbauprogramm vorgelegt. Darin werden für das Jahr 2025 allein Unterhaltsmaßnahmen mit insgesamt 448 000 Euro eingeplant. Die Straßenerneuerungsmaßnahmen würden, nicht zuletzt wegen des Breitbandausbaus, mit rund 2,18 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Bauamtsleiter Tobias Stibich empfahl daher, die Prioritäten neu zu setzen. Der Bauausschuss stimmte dem Programm zur Weiterempfehlung an den Stadtrat zu.