Schwarzhofens „Tor zur Welt“ ist offen: Auf ausgebauter Staatsstraße 2040 rollt wieder der Verkehr

Beharrlich zu sein, kann zum Erfolg führen. Das hat Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) beim Ausbau der Staatsstraße 2040 erlebt. Fast drei Jahrzehnten hatte er sich dafür eingesetzt, dass an der Straße von Schwarzhofen nach Neunburg etwas gemacht wird, erzählte Beer. Nun konnte der Bürgermeister die ausgebaute Staatsstraße feierlich freigeben.
Schon 2017 gab es erste Planungen zum Straßenausbau. Doch es dauerte noch einige Jahre, bis das Vorhaben richtig ins Rollen kam. 2022 war dies der Fall. Damals war eine Böschung abgerutscht. Der Straßenausbau wurde danach vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach höher priorisiert. „Im Nachhinein müssen wir darüber froh sein, dass die Böschung abgerutscht ist“, fand Vize-Landrat Jakob Scharf (CSU), der Landrat Thomas Ebeling (CSU) bei der Freigabefeier vertrat.
Heuer wurde das Projekt realisiert. Innerhalb von knapp sechs Monaten wurde die Staatsstraße 2040 auf einer Länge von 2,2 Kilometern ausgebaut und auf 6,50 Meter verbreitert. Zudem wurden die Kurvenradien angepasst, um bessere Sichtweiten zu erreichen. Dafür wurden rund 2,5 Millionen Euro investiert.
Bürgermeister Beer zeigte sich bei der offiziellen Übergabe nicht nur erfreut, dass das Vorhaben endlich umgesetzt wurde, sondern auch, dass der Ausbau auf der gesamten Strecke erfolgen konnte.
Bürgermeister und Bauamt danken Grundstücksbesitzer
Danach hatte es bis kurz vor Beginn der Bauarbeiten nicht ausgesehen. Bei einem 370 Meter langen Teilstück am Ortsausgang von Schwarzhofen wollten anliegende Grundstückseigentümer zunächst kein Land abgeben. Auch hier half die Beharrlichkeit des Bauamtes. Dessen Vertreter verhandelten weiter mit den Grundstückseigentümern und konnten sich schließlich doch mit diesen einigen.
Beer dankte deshalb ausdrücklich allen Anliegern, die Land zur Verfügung gestellt haben. Diesem Dank schloss sich auch Björn Letz vom Staatlichen Bauamt an. Seine Behörde sei bei der Umsetzung derartiger Baumaßnahmen darauf angewiesen, dass Eigentümer Land abtreten. „Nur so kann ein Ausbau funktionieren“, meinte Letz. Hätte das Bauamt ein Planfeststellungsverfahren anstoßen müssen, würde man „heute noch nicht hier stehen“, erklärte Letz mit Blick auf die fertige Staatsstraße.
An den Zustand vor dem Ausbau erinnere sich keiner gern. Ein Begegnungsverkehr sei aufgrund der Straßenbreite früher schwierig gewesen, so Letz. Es habe auch keine Entwässerung und keine ausgebauten Fahrbahnränder gegeben. Noch dazu sei die Mittellinie vor einigen Jahren entfernt worden, blickte der Vertreter des Staatlichen Bauamtes zurück.
Mehr Verkehr, größere Autos – aber die gleiche Straße
Der Zustand habe noch aus einer Zeit gestammt, in der die Leute „mit Ochsenkutschen gefahren“ seien, meinte Beer schmunzelnd. Während der Verkehr immer mehr und die Autos immer größer geworden sind, habe sich an der Straße über die Jahre nichts geändert. Beer wollte diesen Zustand nicht einfach hinnehmen, sondern legte immer wieder den Finger in die Wunde. „Vielleicht hat er deshalb keine Haare mehr“, vermutete sein Neunburger Amtskollege Martin Birner (CSU) nicht ganz ernsthaft.
Neunburgs Rathauschef bezeichnete es als „Glücksfall“, dass eine einheimische Firma den Auftrag bekommen habe. Björn Letz lobte die Neunburger Baufirma Seebauer für ihre „sehr gute und schnelle Arbeit“.
Der Bau sei nicht ohne Herausforderungen gewesen. So gab es beim Start eine Verzögerung, weil auf dem Gelände alte Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurden. Zudem befand sich neben der Staatsstraße ein Steinbruch, der erst einmal erkundet werden musste. Und die Bauarbeiter stießen ebenso auf Telekom-Kabel, von denen selbst die Telekom nichts wusste. Björn Letz lobte die Baufirma für ihr „lösungsorientiertes Miteinander“.
Gottes Segen gespendet
Letztlich hat alles zu einem glücklichen Ende gefunden. Schwarzhofens „Tor zur Welt“ sei nun wieder offen, meinte Bürgermeister Beer. Die Staatsstraße 2040 sei das „Tor nach Neunburg, wo viele arbeiten und einkaufen“ würden. Es sei ein „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, dass der Verkehr nun wieder rollen kann. Beer dankte auch den Anwohner, die während des Baus den Umleitungsverkehr ertragen mussten.
Der Bürgermeister war auch froh, dass die beiden Geistlichen, der evangelische Pfarrer Gerhard Beck und sein katholischer Kollege Stefan Wagner, Gottes Segen spendeten. Man wolle ja künftig unfallfrei von Schwarzhofen raus- und wieder reinkommen, so Beer.
