Eröffnung war für 2. Oktober geplant: Darum hat sich der Hirschbergturm bei Neunburg verzögert

Von Johannes Hartl · 10. Oktober 2024 um 17:00

Der Startschuss war eigentlich für den 2. Oktober geplant: Dann hätte der neue Hirschbergturm in Fuhrn bei Neunburg (Landkreis Schwandorf) endlich für Besucher öffnen und einen spektakulären Blick über die Region bieten sollen. Doch aus diesem Zeitplan wurde nichts. Auf Nachfrage erklärte das Landratsamt Schwandorf nun, wieso sich die Eröffnung verzögert hat.

„Der Turm konnte noch nicht fertiggestellt werden“, teilte Landkreissprecher Manuel Lischka mit. Denn die Situation vor Ort bringt offenbar gewisse Herausforderungen mit sich, wie sich der Antwort entnehmen lässt. Lischka verwies auf die „beengten Platzverhältnisse“ – sie würden den „Aufbau der Außenstützen und der Aussichtskanzel mit Dach“ erschweren.

Tatsächlich ist es nicht die erste Verzögerung, die das Projekt in Fuhrn begleitet. Ursprünglich hätte der Hirschbergturm nämlich bereits im Juni öffnen sollen. Doch es gab „Lieferengpässe bei Holz und Stahl“. Dazu kamen „teilweise unvorhergesehene Arbeiten“, so der Landkreissprecher, „die zusätzliche Zeiten in Anspruch genommen haben“.

Der alte Hirschbergturm in Fuhrn hatte 46 Jahre auf dem Buckel

Der Hirschbergturm selbst ist eine Institution. Es war im Jahr 1973, als die Aussichtsplattform erreichtet wurde – und zwar als Holzbau mit einer Höhe von 26,5 Metern. Die Trägerschaft hatte der Naturparkverein Oberpfälzer Wald inne. Als Vorbild für den Bau, der in Skelettbauweise realisiert wurde, diente ein Feuerwachturm im Saarland.

Seitdem war der Hirschbergturm für Einheimische und Besucher zugänglich, um einen weitschweifigen Blick über die Region zu werfen. Insgesamt stand das Bauwerk rund 46 Jahre in dem Waldstück bei Fuhrn. Doch im Mai 2019 war Schluss: Der Hirschbergturm muste für Besucher gesperrt werden. Ein Gutachten, angefertigt von einem Statiker, hatte unter anderem Schäden an den Holzteilen als problematisch erachtet.

Ausschreibung für die Planungen erfolgten im Jahr2019

Für den Naturparkverein war aber schnell klar, dass der Hirschbergturm neu gebaut werden soll. Die Ausschreibung für die Planungen erfolgten im Jahr 2019, wie Landkreissprecher Manuel Lischka mitteilte. Bereits ein Jahr später lag diese vor. Als Vorbild diente nun der Aussichtsturm „Dillblick“ in Herbron bei Hessen. Der Ort ist mit dem Auto etwa eine Fahrtstunde von Frankfurt am Main entfernt.

Der Abbruch für das alte Bauwerk erfolgte im Jahr 2021. Doch die erste Ausschreibung , die 2022 stattfand, wurde letztlich nicht umgesetzt. Damals kam es nämlich zu einer „Kostenexplosion“ bei Holz und Stahl, so Lischka. Erst im September 2023 wurde neu ausgeschrieben und im Folgemonat eine Firma beauftragt. Der Neubau für die Aussichtsplattform, die nun sogar 29,5 Meter hoch ist, startete schließlich ab April 2024.

Wie teuer der Hirschbergturm wird, lässt sich zwar erst endgültig beziffern, wenn die Arbeiten komplett abgeschlossen sind. Aber derzeit sind für das Projekt Kosten in Höhe von rund 690.000 Euro veranschlagt. Dass sich der Preis durch die aktuellen Verzögerungen noch erhöht, davon gehe man derzeit nicht aus, so das Landratsamt.

Die Kosten trägt aber nicht allein der Naturparkverein. So fördert der Freistaat Bayern den Neubau mit 50 Prozent. Zudem beteiligen sich die Stadt Neunburg und der Landkreis Schwandorf mit jeweils 20 Prozent. Nur die restlichen zehn Prozent trägt demnach der Naturparkverein.

Landkreis Schwandorf will den Bürgern etwas bieten

Von dem Neubau verspricht sich der Landkreis auch ein touristisches Plus. Man wolle so ein „Ausflugsziel im Naturpark Oberpfälzer Wald“ schaffen, die „Attraktivität der Region erhöhen“ und den Tourismus stärken, erklärte der Landkreissprecher. Zudem wolle man den eigenen Bürgern etwas bieten.

Diese Vorteile können aber freilich erst eintreten, wenn Besucher die Aussichtsplattform tatsächlich erkunden können. Wann das der Fall sein wird, ist vorerst noch offen. Einen konkreten Zeitpunkt nannte Lischka jedenfalls nicht. Nur so viel: „Nach Fertigstellung des Turms wird in der Presse darauf hingewiesen.“ Die offizielle Einweihung sei aber ohnehin erst für das Frühjahr 2025 geplant.

Auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) hofft, dass der Neubau möglichst noch in diesem Jahr fertiggestellt wird, damit die Bürger die Plattform endlich erkunden können. Im neuen Hirschbergturm sieht der CSU-Politiker „eine touristische Attraktion für Neunburg und die Bevölkerung insgesamt“. „Der hat schon eine Symbolwirkung“, sagte der Rathauschef.