Neunburger Jahrmärkte werden neu ausgerichtet – künftig nur zwei eigene Veranstaltungen

Bereits seit längerem befasst sich der Neunburger Stadtrat mit einer Weichenstellung zu den vier Jahrmärkten und verkaufsoffenen Sonntagen. Am Donnerstag stand das Thema erneut auf der Tagesordnung. Die Stadträte beschlossen Änderungen, die schon bei der nächsten Veranstaltung greifen werden.
Den Kunst- und Handwerkermarkt, der seit fast zehn Jahren in der Regel Anfang Juli stattfand, wird es in seiner Form nicht mehr geben. Er wird aus dem Veranstaltungskalender gestrichen.
Der Termin des Kunst- und Handwerkermarktes kollidierte laut Stadt oftmals mit dem Sautrogrennen am Eixendorfer See. Dementsprechend sei die Konkurrenz um Gäste groß gewesen. An heißen Sommertagen verbrachten sie die Zeit lieber am See, im Freibad oder im heimischen Garten.
Mit der Hitze kämpften aber auch die Fieranten, die eine Teilnahme an einem Sommermarkt immer öfter abgelehnt hätten. Zunehmend sei auch besonders bei echtem Handwerk ein Rückgang an Ausstellern zu verzeichnen gewesen, wurde die Streichung des Kunst- und Handwerkermarktes begründet.
Kein ersatzloser Wegfall
Diese Veranstaltung wird aber nicht ersatzlos wegfallen. Es soll stattdessen einen verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Neunburger Altstadtfestes im August geben. „Die Innenstadt ist an diesem Wochenende gut bestückt und bei Interesse können weitere Fieranten am Sonntag das Altstadtfestangebot ergänzen“, so Stadtmarketingleiterin Ulrike Meixner, die die Beschlussvorlage vorbereitet hatte.
Da für das Altstadtfest sowieso Werbung gemacht werde, bedeute der verkaufsoffene Sonntag keinen zusätzlichen Marketingaufwand. Auch für den städtischen Bauhof würde kein zusätzlicher Aufwand entstehen, da sie für das Altstadtfest Buden aufbauen müssten.
Neben dem Kunst- und Handwerkermarkt soll eine weitere Veranstaltung gestrichen werden: der Wintermarkt im November. Er stehe laut Stadt in Konkurrenz mit den bereits zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Weihnachtsmärkten im Umkreis. Dies betreffe sowohl die Besucher, vor allem aber auch die Händler, da der Wintermarkt nur drei Wochen vor dem Burgadvent angesetzt wurde. „Es ist nahezu unmöglich, nochmals 40 bis 60tolle, regionale Aussteller für Neunburg zu gewinnen“, beschrieb Meixner die Nachteile dieser zeitlichen Nähe. „Die Gäste erwarten aber ein abwechslungsreiches Angebot an beiden Veranstaltungen und die Aussteller möchten logischerweise auch an anderen Märkten teilnehmen.“ So sei es ein Teufelskreis aus fehlenden Ausstellern und somit fehlendem Angebot, das Gäste anlocken könnte.
Stadtrat hat Bedenken wegen Namen
Anstelle des Wintermarktes könnte mit den Neunburger Geschäftsleuten ein Christmas-Late-Night-Shopping am Burgadvents-Samstag diskutiert werden, so der Vorschlag der Verwaltung. Bei einer verbindlichen Zusage von mindestens zehn Geschäftsinhabern könnte dies dann auch sinnvoll umgesetzt werden. Stadtrat Walter Drexler (FW) merkte dazu an, dass der Name Shopping Night vielleicht „etwas hoch gegriffen“ sei. Er sehe nur wenige Händler in der Altstadt und der Vorstadt, die sich daran beteiligen würden. Das wiederum würde vielleicht die Besucher enttäuschen, die angesichts des Namens mit großen Erwartungen nach Neunburg kommen. 2.Bürgermeisterin Margit Reichl, die diesen Tagesordnungspunkt vertretungsweise für Bürgermeister Martin Birner (CSU) leitete, meinte, dass es ja auch den Burgadvent gebe. Es könne natürlich ein anderer Name vorgeschlagen werden, meinte Reichl.
Auch bei diesem längeren Einkaufstag würde laut Stadt kein zusätzlicher Aufwand beim Marketing und für den Bauhof entstehen, da der Burgadvent sowieso beworben werde. Einen verkaufsoffenen Sonntag werde es beim Burgadvent aber nicht geben, da in Bayern eine solche Veranstaltung nicht an einem Adventssonntag stattfinden dürfe, erklärte Reichl die rechtlichen Hintergründe.
Nur regionale Fieranten
Als eigenständige Veranstaltungen werden der Ostermarkt sowie der Kirchweih- und Schmankerlmarkt fortgeführt, da diese sich – wie der Erfolg des diesjährigen Ostermarktes verdeutlichte – einen Namen als Themen- und Regionalmärkte machen konnten.
Bei diesen beiden Märkten sollen künftig ausschließlich örtliche Fieranten mit regionalen und themenbezogenen Produkten präsent sein. Zudem soll bei diesen Märkten das Foyer der Schwarzachtalhalle für Aussteller mit sensiblen Waren angemietet werden. Darüber hinaus soll der Vorplatz der Schwarzachtalhalle für weitere Aussteller genutzt werden.
Auch im Gespräch mit dem Verein der Selbstständigen sei man sich einig gewesen, dass es nicht zielführend wäre, am bisherigen Konzept festzuhalten, wenn dieses nachweislich zwei Sorgenkinder unter den vier Marktterminen hat.
Mit der Umstrukturierung der Märkte muss auch die dazugehörige Verordnung über verkaufsoffene Sonntage neu erlassen werden. Das haben die Stadträte einstimmig getan. Sie stimmten dabei auch zu, dass für die Märkte auch weiterhin ein jährliches Budget in Höhe von 7000 Euro zur Verfügung gestellt wird.
