Ausbaupläne haben sich zerschlagen: Für Kreisschülerheim in Neunburg ist ein Plan B gefragt

Das Kreisschülerheim an der Amberger Straße in Neunburg platzt aus allen Nähten. Teilweise müssen Azubis in andere Unterkünfte ausweichen. Doch die Pläne, einen Teil des Schulgebäudes auszubauen, haben sich zerschlagen. Nun gehen Stadt Neunburg und Landkreis Schwandorf auf die Suche nach Alternativen.
Die Nachricht hatte sich schon im Vorfeld angedeutet – bei der Sitzung des Kreisausschusses für Schulen, Planung und Bau am Montag wurde es nun offiziell. Der geplante Dachgeschossausbau an einem Trakt neben dem Eingangsgebäude ist „aus statischen Gründen nicht möglich“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Ursprünglich sollten durch das Vorhaben bis zum Herbst mehr als 30 zusätzliche Internatsplätze geschaffen werden.
Vom Grundsatzbeschluss im November 2021 hat es bis jetzt gedauert, dass dieses Ergebnis feststand. Das hat laut Vorlagebericht mit der Tatsache zu tun, dass ein Gebäudetrakt bereits im Jahr 1955 errichtet wurde und die vorliegenden Bestandspläne teilweise schlichtweg fehlerhaft waren. In den Herbstferien des vergangenen Jahres wurde nach Angaben aus der Sitzungsvorlage das gesamte Gebäude neu aufgemessen, und man erstellte neue Bestandspläne. Diese waren dann die Grundlage für das abschließende Nein des Statikers. Festhalten will der Landkreis aber an den Plänen, in Teilen des Gebäudekomplexes Barrierefreiheit herzustellen – vor allem durch einen Aufzug, der die Obergeschosse erschließt.
Landrat Ebeling sieht keine Fehlplanung
Versäumnisse oder eine „Fehlplanung“, wie Grünen-Kreisrat Rudi Sommer in der Sitzung moniert hatte, mochte Landrat Thomas Ebeling (CSU) nach dem Ergebnis der statischen Untersuchung nicht erkennen. „Ich wüsste nicht, was da schlecht gelaufen ist oder wem man das in die Schuhe schieben könnte“, sagte er. Zugleich kündigte der Landrat an, dass sich der Landkreis nach Alternativen umsehen werde – und war sich darin einig mit dem Neunburger Rathauschef, der als Kreisrat ebenfalls an der Sitzung teilnahm.
Dass Bedarf besteht, folgt schon aus den Zahlen. Nach Angaben aus dem Landratsamt stehen in den vorhandenen Internatsräumen aktuell maximal 80Plätze zur Verfügung. Doch schon jetzt brauchen im Schnitt 125 bis 130 Schüler eine Unterkunft. Denn die Anfahrtswege sind lang. Die Teilnehmer für die Ausbildung zum Forstwirt kommen aus dem ganzen Freistaat, bei den anderen Ausbildungsrichtungen zum Landwirt oder Land- und Baumaschinenmechatroniker reicht das Einzugsgebiet weit in die Nachbarlandkreise oder erstreckt sich auf die ganze Oberpfalz. Und die Schülerzahlen sollen laut Prognosen weiter ansteigen, vor allem bei den Forstleuten. Für 22 zusätzliche Plätze wurden deshalb bereits Zimmer angemietet.
Momentan werden kurzfristige Lösungen gesucht
Wie Landrat Thomas Ebeling auf Anfrage erklärte, stehen für den Landkreis Schwandorf im Augenblick kurzfristige Lösungen im Vordergrund. Zunächst gehe es darum, „in Gasthöfen und bei anderen Vermietern die Kapazitäten zu erhöhen“. Denn der Bedarf sei gegeben. Aber nach den Worten Ebelings gibt es auch einen PlanB, der neue Perspektiven eröffnen könnte. Man überlege, ein zusätzliches Gebäude als Unterkunft zu akquirieren. Spruchreif sei das Ganze allerdings noch nicht.
Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) begrüßte gegenüber unserer Zeitung zunächst ausdrücklich, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger beim Ausbau des Schülerheims „in die Prüfung gegangen ist“. Zugleich sicherte der Rathauschef dem Landkreis Unterstützung bei der Suche nach Alternativen zu. Nach dem Ergebnis der statischen Untersuchung „braucht es im Prinzip ein neues Schülerheim“, so Birner.
Leerstand im Innenstadtbereich als Perspektive?
Nach seinen Worten gab es schon vor Monaten erste Ideen, weitere Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Seither habe es mit Landkreisspitze und Kreiskämmerei auch Gespräche über eine größere Lösung gegeben – einen möglichen zusätzlichen Standort für das Kreisschülerheim „in einem Leerstand im Innenstadtbereich“, wie Birner informierte. Im Internatsgebäude, so eine weitere Option, könnten dann zusätzliche Klassenräume entstehen.
Der Neunburger Bürgermeister will sich nach eigenen Worten für eine zeitnahe Lösung „der kurzen Wege“ einsetzen. Denn laut Martin Birner ist die Einrichtung eine Bereicherung für die Stadt. In Amberg oder Weiden gebe es die OTH – „wir haben unser Berufliches Schulzentrum“, so der Rathauschef.
