Angehende Land- und Forstwirte zeigten ihr Können in Neunburg

Zwei Tage herrschte an der Außenstelle des Berufsschulzentrums Schwandorf in Neunburg wieder Wettbewerbsatmosphäre. Angehende Land- und Forstwirte stellten sich Aufgaben in Theorie und Praxis, um die Besten ihrer Jahrgänge zu ermitteln. Immer mehr Quereinsteiger sind unter ihnen.
Bei den Landwirten ging es dazu mit um die Qualifikation für den Bezirkswettbewerb während es bei den Forstwirten gleichzeitig schon um die Plätze zum Landesentscheid ging. „Mit Herz und Hand – smart fürs Land“ lautet das Motto für den vom Bayerischen Bauernverband initiierten Wettbewerb innerhalb der 14 „grünen Berufe“. Neben dem Deutschen Bauernverband stehen im Weiteren der Bund der Deutschen Landjugend, der Deutsche Landfrauenverband und die Schorlemer Stiftung hinter der Aktion unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung.
Den elterlichen Betrieb fortführen
Aufgrund ihres Profils ist die Berufsschule Neunburg schon immer Austragungsort für die Wettbewerbe der Land- und Forstwirte. Das haupt- und nebenamtliche Kollegium unter der Leitung von Rektor Armin Wild stellt das Prüfungspersonal sowie die Räume und Ausbildungsmittel zur Verfügung. Am Dienstag starteten die Landwirte ihren Wettbewerb mit insgesamt 52 jungen Nachwuchskräften aus den Landkreisen Cham, Neumarkt, Schwandorf und Regensburg. Unter ihnen waren auch Marco Kiener aus Unterauerbach und Stefan Fink aus Oberauerbach. Für beide steht die Übernahme des elterlichen Milcherzeuger-Betriebes im Raum. Gemeinsam haben sie zudem, dass sie die Ausbildung zum Landwirt erst nach dem Abschluss einer anderen Ausbildung angetreten haben.
Marco Kiener hat bereits eine dreieinhalbjährige Lehre als Elektroniker bei der Firma TGW in Teunz hinter sich. „Für den eigenen Betrieb, mit seiner ganzen Vielseitigkeit, selbstständig und abwechslungsreich tätig zu sein, ist schon eine tolle Sache", sagte er im Gespräch mit der MZ. Hinzu kam, dass er nach dem Berufsgrundschuljahr ein Jahr überspringen konnte. Die Lehre in Vollzeit zu absolvieren bringe schon viel mehr als das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa), so Kiener.
Noch näher am Beruf ist Stefan Fink, der beim Landmaschinenhersteller Horsch Industriemechaniker gelernt hat. In der Landwirtschaft hat er schon immer mitgeholfen und empfindet daher auch eine innere Leidenschaft für den Beruf. „Ich kann mir schon vorstellen, den Weg zum Meister weiterzugehen, vielleicht sogar zum Techniker“, sagt er. Das sei aber abhängig von der Zeit, die übrig bleibe.
Zahlreiche Ehrengäste
Aus der Praxis erklärte Armin Wild, dass viele Schüler bereits mit einem Abschluss in die Ausbildung kämen. Interessant sei, dass immer mehr Berufsanfänger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund sich dafür entscheiden würden. Die Moderation der Siegerehrung übernahm BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher, der zahlreiche Ehrengäste willkommen hieß. Lob für das Engagement im Rahmen des Wettbewerbes zollten den Teilnehmern unter anderem stellvertretender Landrat Jakob Scharf, stellvertretende Bürgermeisterin Margit Reichl und Behördenleiter Georg Mayer.
Die ersten drei Plätze belegten Hannes Wiedmann aus Burgthann, Hannes Seebauer aus Pettendorf und Vincent Süßbauer aus Nittendorf. Die Forstwirte, die am Dienstag zu ihrem Wettbewerb antraten, kamen aus ganz Bayern. Ähnlich wie bei den Landwirten gliedert sich die Aufgabenstellung in einen theoretischen Teil, berufsbezogene Theorie und praktisches Arbeiten. Dabei steht meist der Umgang mit der Motorsäge im Mittelpunkt.
Die Siegerehrung übernahm der Chamer BBV-Obmann Franz Holzapfel. Er unterstrich, dass der Wettbewerb zugleich Ansporn für weiterführende Ausbildungen sein soll. Als Beste unter den Forstwirten schlossen Timo Maushart (Sonthofen), Silas Gusel (Ottobeuren) und Johannes Wohlmut (Wasserburg) ab.

