Ex-Klinik-Chefarzt Konstantinos Kafchitsas führt nun seine eigene Praxis in Neunburg

Von Jan Lange · 22. Juli 2023 um 17:00

Während viele junge Ärzte lieber in einer Klinik als in einer eigenen Praxis arbeiten, schlägt Konstantinos Kafchitsas die andere Richtung ein. Der gebürtige Grieche hat seinen gut dotierten Chefarzt-Posten in der Klinik Lindenlohe aufgegeben, um nun als niedergelassener Orthopäde in seiner eigenen Praxis in Neunburg Patienten zu behandeln.

In der Ledererstraße 11 führt der 48-Jährige die orthopädische Praxis von Thomas Wein fort. Auch dessen zwei Mitarbeiterinnen hat er übernommen. Montag bis Donnerstag bietet Kafchitsas Sprechstunden an. Auch jeden zweiten Samstag im Monat können sich nach vorheriger Vereinbarung die Patienten an den neuen Doktor wenden. Im Zuge der Praxisübernahme wurden die Sprechstunden erweitert.

Thomas Wein war zuletzt nur noch stundenweise in Neunburg tätig. Vor fünf Jahren war er in seiner Heimatstadt Cham mit dem Therapiezentrum eine Kooperation eingegangen und etwa 20 Stunden pro Woche als Orthopäde in der Reha-Medizin im Einsatz. Gleichzeitig hatte er die Sprechstunden in Neunburg reduziert. Im Therapiezentrum Cham ist der 60-Jährige nach der Abgabe seiner Praxis weiterhin tätig.

Kooperation angedacht – aber nicht realisiert

Eine Kooperation war ursprünglich auch mit der Asklepios-Klinik in Lindenlohe angedacht. Überlegt wurde, ob ein Mediziner der Klinik mittels Jobsharing tageweise in der Neunburger Praxis arbeiten könnte. Eine solche Zusammenarbeit kam jedoch nicht zustande. Stattdessen spielte Konstantinos Kafchitsas mit dem Gedanken, die Praxis selbst zu übernehmen. Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz an der Klinik Lindenlohe war durch die angedachte Kooperation mit dem Neunburger Orthopäden in Kontakt gekommen.

Im April gab der 48-Jährige, der mit seiner Familie in Lappersdorf bei Regensburg zuhause ist, seinen Job bei Asklepios auf und übernahm nun die orthopädische Praxis. Darin sieht er viele Vorteile: In einer Einzelpraxis sei er sein eigener Herr, er könne die Sprechstunden organisieren, wie er wolle, und er könnte die Medizin machen, die er möchte, meint Konstantinos Kafchitsas. In der Klinik habe es diesbezüglich zu viele Vorgaben gegeben.

Neue medizinische Geräte angeschafft

In die Ausstattung hat er bereits einen sechsstelligen Betrag investiert – so wurden beispielsweise Ultraschall- und Stoßwellengeräte angeschafft. In den kommenden Monaten sollen die Praxisräume noch Stück für Stück renoviert werden. Und der 48-Jährige will auch sein Team um eine Schwester und einen Arzt erweitern.

Zudem plant er Kooperationen mit den Kliniken in Weiden und Amberg und ist an einer Partnerschaft mit dem Gesundheitszentrum Ostoberpfalz (GZO), dem kommunalen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Neunburg, interessiert.

Das hört Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) gern. Er will die Türen für eine Zusammenarbeit des Orthopäden mit dem MVZ öffnen. Die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Adolf Scharf und Renate Woschée, die ebenfalls im Ärztehaus Ledererstraße 11 zu finden ist, gehört bereits zum GZO. Im Gesundheitszentrum ist noch kein Orthopäde tätig, so dass die Partnerschaft das Spektrum gut ergänzen könnte, findet Birner.

Bürgermeister ist froh, dass Arztsitz in Neunburg bleibt

Auch die Überlegungen, mit Amberg zu kooperieren, hört der Rathauschef gern. Denn das GZO strebt selbst eine Zusammenarbeit mit dem dortigen Klinikum St. Marien an.

Vor allem aber freut Birner, dass die orthopädische Praxis vor Ort eine Zukunft hat. Es sei wichtig, dass der Arztsitz in Neunburg bleibt und nicht an eine andere Kommune gehe. Hätte es keinen Nachfolger gegeben, hätte der Sitz durch die Kassenärztliche Vereinigung an Bewerber aus anderen Orten vergeben werden können. Interessenten aus Schwandorf hatte es immerhin gegeben.

Nun kommen auf die gut 1100 Patienten keine weiteren Wege zu, sie können sich in den vertrauten Räumlichkeiten behandeln lassen.