Von Festspiel, Grüngut bis Windkraft: Das bewegte die Neunburger 2025

Ob Festspiel, Grüngut oder Blaualgen – eine ganze Reihe Ereignisse hat in diesem Jahr die Neunburger bewegt. Die MZ blickt auf einige zurück.
Windkraftpläne sorgten für Diskussion und Kritik: Buchstäblich viel Wind haben die Planungen zu den künftigen Windvorranggebieten gemacht. Dass am Atlasberg östlich von Mitterauerbach ein riesiges Windvorranggebiet (299 Hektar) geplant war, wurde bereits 2024 öffentlich. Die Front dagegen war enorm. Im Juli gab es dann die Überraschung: Der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord hatte diese Fläche komplett gestrichen. Gleichzeitig wurde aber das zwischen Wundsheim und Mitterauerbach vorgesehene Gebiet SAD 06 von 29 auf 128 Hektar vergrößert. Das hätte eine mehr als Vervierfachung der Fläche bedeutet. Das kam bei den Bürgern und Kommunen nicht gut an. Auf den erneuten Protest reagierte der Planungsverband: Eine Woche vor Weihnachten wurde beschlossen, das Windvorranggebiet SAD 06 wieder auf 73 Hektar zu verkleinern.

Festspiel wird 2026 doch aufgeführt: Eigentlich beschloss der Stadtrat im Oktober 2024 mehrheitlich, das Festspiel 2026 auszusetzen. In der März-Sitzung gab es aber einen Antrag, das Festspiel doch stattfinden zu lassen. Zehn Stadträte waren dafür, sechs dagegen. Die Kehrtwende wurde in der Folge immer wieder im Stadtrat angesprochen. Auch in der Jahresabschlusssitzung kritisierte FW-Fraktionschef Martin Scharf die Rücknahme der Festspiel-Aussetzung. Unterdessen steht die Freiluftaufführung im Burghof vor großen Veränderungen. Der namhafte Dramaturg Jürgen von Bülow schreibt für die Neunburger ein neues Stück. Wegen der Neuinszenierung wird es 2026 sechs statt fünf Aufführungen geben. Bürgermeister Martin Birner (CSU) und seine Verwaltung wurden davon allerdings etwas überrascht.
Trotz Hebesatzsenkung höhere Grundsteuereinnahmen: Im November 2024 entschied der Stadtrat, die Hebesätze für die Grundsteuer A von 360 auf 320 Prozent und für die Grundsteuer B von 360 auf 260 Prozent zu senken. Zu der von der großen Politik gewünschten aufkommensneutralen Grundsteuerreform ist es damit in Neunburg aber nicht gekommen: Die Hebesätze hätten in diesem Fall bei 300 (A) und 220 (B) liegen müssen. Neunburgs Rathauschef informierte, dass die Stadt 2025 knapp 1,34 Millionen Euro mit den beiden Grundsteuern eingenommen hat. Im Jahr zuvor waren es nur 1,11 Millionen Euro.

Im Eixendorfer See gab es wieder Blaualgen: Obwohl Millionen für den Entnahmeturm am Eixendorfer See ausgegeben wurden, gab es auch heuer ein Blaualgen-Problem. Das lag vor allem daran, weil der fertige Entnahmeturm bisher noch nicht in Betrieb gegangen ist, da die wasserrechtliche Genehmigung noch fehlt. Von Juli bis September lief der Probebetrieb, also mitten in der Vegetationszeit. Dadurch wurden Nährstoffe in den See gebracht, die ein Grund für das starke Algenwachstum waren. Der Normalbetrieb soll erst im nächsten Jahr starten. Die Aufgabe des Bauwerks ist zukünftig eine stabile Schichtung im See während der Sommermonate und damit eine reduzierte Verfügbarkeit von Nährstoffen aus den Sedimenten für die Blaualgen. Bürgermeister Birner ist überzeugt, dass der Entnahmeturm eine Verbesserung bringen werde.
Neunburg bleibt Kinderarzt-Standort: Der Kinderarztsitz konnte durch die Eingliederung der Praxis in das Gesundheitszentrum Ostoberpfalz gesichert werden. Damit wird eine 35-jährige Kinderarzt-Tradition in Neunburg fortgeführt. Die Praxis wurde Anfang Juli von Dr. Diana Boudova an Dr. Aleksandra Sokotukhina übergeben.

Maschinenbaufirma hat 100 Stellen gestrichen: Die Firma DTS Maschinenbau musste im April Insolvenz anmelden. Insolvenzverwalter Michael Burkert verkaufte den Betrieb danach an Katrin Schießl. Mit dem Neustart war aber ein umfangreicher Jobabbau verbunden: Von den knapp 170 Mitarbeitern mussten 100 gehen.
Streit um Volkszählung wegen zu wenigen Einwohnern: Laut eigenem Melderegister hat Neunburg mehr als 8800 Einwohner. Die bei der Volkszählung 2022 ermittelte Zahl liegt deutlich darunter (rund 550 Einwohner weniger). Eine Abweichung von 0,5 Prozent sei ok, aber 5,5 Prozent seien zu viel, findet Birner. Da das Landesamt für Statistik der Stadt Einsicht in die Berechnungs- und Prüfmethoden verweigerte, reichte Neunburg Klage beim Verwaltungsgericht ein. Als Birner bei der jüngsten Bürgerversammlung wissen wollte, wer bei der Volkszählung befragt wurde, meldete sich kein einziger Gast. Das überraschte selbst den Rathauschef.

In der Heinrichsruh wurde eine Leiche gefunden: Im August wurde in der Heinrichsruh, einem Weiher im Ortsteil Stetten, in einem ausgebrannten Auto eine Leiche gefunden. Bei dem Toten handelte es sich um den 62-jährigen Halter des Wagens. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab es nicht. Bei der Obduktion konnte die Todesursache aber nicht eindeutig geklärt werden. Es besteht die Annahme auf eine Rauchgasintoxikation, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte.
Trauriger Rekord bei Verkehrstoten: Die Polizei Neunburg registrierte heuer drei Unfälle mit tödlichem Ausgang. Ein trauriger Rekord – so viele Verkehrstote gab es seit Jahren nicht mehr. Am 3. Januar war ein Autofahrer gegen einen Baum geprallt und gestorben, am 8. August geriet ein Motorradfahrer auf der S47 bei Prackendorf gegen die Leitplanke und überlebte den Unfall nicht. Tragisch endete auch ein Unfall am 23. Oktober kurz vor der Einmündung nach Penting: Ein 61-Jähriger wollte mit seinem Wagen einen Sattelzug überholen und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Audi zusammen, dessen 22-jähriger Fahrer starb. Die Stadt beantragte nach dem tragischen Unglück ein Überholverbot an der Stelle.

Änderungen beim Grüngutcontainer haben Bestand: Nach langen Ringen einigte sich der Stadtrat darauf, den Grüngutcontainer beim Tennisheim nur vier Monate im Jahr – April/Mai und September/Oktober – aufzustellen. Das sorgte für einigen Unmut. Deshalb gab es in der letzten Ratssitzung des Jahres gleich zwei Anträge, die Änderungen zurückzunehmen. Doch dem standen Einsparungen in Höhe von 15 000 Euro gegenüber. Und so entschied sich der Stadtrat mehrheitlich dafür, an der jetzigen Regelung ein weiteres Jahr festzuhalten und im nächsten November die Situation neu zu bewerten.
Illegale Prostitution erreichte Neunburg: Am 21. Oktober griff die Polizei erstmals eine illegale Prostituierte in Neunburg auf. Dabei handelte es sich um eine 40-jährige Chinesin, die sich für einige Tage in einer Ferienwohnung eingemietet hatte. Die Frau wurde nach den polizeilichen Maßnahmen und nach Rücksprache mit dem Ausländeramt wieder entlassen.
Kaserne sollte reaktiviert werden: 2007 war die Pfalzgraf-Johann-Kaserne geschlossen worden, später wurde das Gelände durch einen Autovermieter genutzt. Doch auch Europcar zog sich 2024 zurück und so wurde wieder ein neuer Nutzer gesucht. Die Stadt hatte die Idee, das Areal wieder für militärische Zwecke zu nutzen. Das Verteidigungsministerium teilte ihnen mit, dass vorrangig Flächen im eigenen Besitz und bestehende Kasernen ausgebaut werden.
