Spekulationen um früheres Europcar-Gelände in Neunburg

Von Jan Lange · 3. Juni 2025 um 17:00

Vor gut einem Jahr wurde der Standort des Autovermieters Europcar in Neunburg im Landkreis Schwandorf geschlossen. Seitdem wird nach einer neuen Nutzung für das Areal auf dem Plattenberg gesucht. Zwischenzeitlich schien es so, als wenn die Verhandlungen mit potenziellen Käufern bald abgeschlossen sein könnten. Bisher wurde aber keine Entscheidung öffentlich bekannt.

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Die Europcar Mobility Group Germany hält sich auf Nachfrage der MZ mit Aussagen zurück. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keine weiteren Auskünfte zur Nutzung unseres ehemaligen Standorts in Neunburg geben können“, teilt Pressesprecherin Miriam Grether mit.

Hinter vorgehaltener Hand sprießen aber dennoch die Spekulationen. So soll nach MZ-Informationen ein Unternehmen aus Neunburg zu den Top-Favoriten für den Kauf des Areal gehört haben. Dabei soll es sich um die DTS Maschinenbau handeln.

Überraschende Insolvenz: Tendenz hatte eigentlich in eine andere Richtung gezeigt

Das 2012 gegründete, mittelständische Unternehmen soll am jetzigen Standort in der Richard-Wagner-Straße größtenteils eingemietet sein. Auf dem Gelände am Plattenberg hätte ein eigenes Firmengebäude entstehen können.

Doch diese Pläne stehen seit Kurzem in den Sternen – die DTS Maschinenbau hat im April Insolvenz angemeldet. Auch die lokale Politik hatte der Schritt bestürzt. Die Tendenz habe eigentlich in eine andere Richtung gezeigt, so der Eindruck von Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) aus diversen Gesprächen. Er habe nach Bekanntwerden der Insolvenz gleich Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen. Immerhin geht es um 170 Arbeitsplätze, die in der Pfalzgrafenstadt auf der Kippe stehen.

Die DTS Maschinenbau hatte im April einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Amberg gestellt. - Foto: Ralf Gohlke

Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, dazu kann nur Rechtsanwalt Michael Burkert aus Bad Kötzting, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde, etwas sagen. Er wolle gemeinsam mit dem Geschäftsführer den Geschäftsbetrieb mit allen Beschäftigten fortführen, hatte Burkert nach der Beantragung der Insolvenz erklärt. Ein paar Mitarbeiter hätten in den vergangenen Wochen das Neunburger Unternehmen verlassen, ließ der Rechtsanwalt jetzt mitteilen. Mit den verbliebenen Beschäftigten sollen die Aufträge bearbeitet werden. Und die Auftragslage sei laut Burkert gut.

Der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Amberg sei vor allem wegen Auftragsrückgängen aus der Automobilindustrie gestellt werden. In Zukunft wolle sich DTS Maschinenbau breiter aufstellen, um weniger abhängig von einzelnen Branchen zu sein. Ob für diesen Schritt die Investition notwendig ist, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Zu diesem Thema hieß es aus dem Büro des Rechtsanwalts, dass die Investition erst einmal hinten angestellt ist.

Investition muss jetzt erstmal warten

Vorrang habe demnach jetzt die erfolgreiche Sanierung des insolventen Betriebes. Daran werde laut Insolvenzverwalter intensiv gearbeitet. Burkert sehe gute Chancen, die DTS Maschinenbau wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Die Investitionspläne werde man sich erst „anschauen, wenn es soweit ist“, ist vonseiten des Insolvenzverwalters zu hören. Das wiederum klingt nicht danach, dass die Investition gestorben ist. Die Umsetzung könnte sich allerdings etwas länger hinziehen als noch vor einigen Monaten gedacht.