Nach Umzug von Dr. Riedemann: Hausärzte des Neunburger GZO nun unter einem Dach

Das Gesundheitszentrum Ostoberpfalz (GZO) in Neunburg strukturiert sich neu: Dr. Rainer Riedemann ist mit seiner Allgemeinarztpraxis von der Vorstadt in das Ärztehaus in der Ledererstraße 11 umgezogen. Damit vereint das GZO seine sechs Allgemeinmediziner nun unter einem Dach – und will so auch die hausärztliche Versorgung für die Patienten verbessern.
Der Anstoß ging auch von Renate Woschée, die zusammen mit Dr. Adolf Scharf die hausärztliche Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus Ledererstraße leitet, aus. Aus ihrer Sicht war es nicht vorteilhaft, dass das GZO mehrere Hausarztpraxen an verschiedenen Standorten betrieben hat. Nicht nur wegen der zweifachen Mietkosten und der für jede Praxis notwendigen medizinischen Ausstattung, sondern auch wegen der Krankheits- oder Urlaubsvertretung. Denn wenn Dr. Rainer Riedemann bisher nicht da war, blieb seine Praxis in der Vorstadt verwaist. Seine Patienten wurden in dieser Zeit an die Hausärzte in der Ledererstraße verwiesen.
Durch die Eingliederung von Dr. Rainer Riedemann in die hausärztliche Gemeinschaftspraxis Scharf/Woschée könnten Synergieeffekte genutzt werden. Dr. Riedemann profitiert nicht nicht nur von der umfangreicheren Technik in der Gemeinschaftspraxis, sondern die Kollegen auch von seiner langjährigen Erfahrung.
Bereits seit Ende der 1970er Jahre ist Rainer Riedemann als Arzt tätig. Viele Jahre arbeitete er im Kreiskrankenhaus Waldmünchen und im Asklepios-Krankenhaus in Nabburg. Vor seinem Wechsel nach Neunburg vor gut zweieinhalb Jahren praktizierte er in einer Reha-Klinik für Krebspatienten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Windischbergerdorf bei Cham.
Dr. Rainer Riedemann praktiziert seit 2022 in Neunburg
Im Herbst 2022 übernahm Riedemann die Hausarztpraxis von Christine Boumadani in Neunburg, die damals schon zum Gesundheitszentrum Ostoberpfalz gehörte. Er sei damals nach Neunburg gewechselt, weil er es „toll“ fand, wie die Kommune durch das GZO die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellt.
Boumadani und ihr Nachfolger Riedemann waren die ersten Allgemeinmediziner im Gesundheitszentrum. Die Gemeinschaftspraxis Scharf/Woschée wurde erst einige Monate später in das GZO integriert. Räumlich sei die jetzige Eingliederung von Dr. Rainer Riedemann in die Gemeinschaftspraxis nicht problematisch gewesen. Aus einem größeren Behandlungszimmer wurden zwei Räume gemacht, erklärt Renate Woschée.
Mit dem Umzug von Dr. Riedemann ändern sich auch die Kontaktdaten der Praxis: Telefonnummer ist nun die (0 96 72) 9 22 00 und Mail-Adresse hausarztteam@gesundheitszentrum-ostoberpfalz.de. Die gewohnte Hausarztversorgung, die von der Praxis Dr. Riedemann bisher geleistet wurde, bleibt vom Umzug unberührt, weist die Stadt Neunburg in einer Pressemitteilung hin.
Mit der Zusammenlegung der Hausarztpraxen geht das Gesundheitszentrum einen ersten Schritt in Richtung einer Bündelung aller seiner Mediziner an einem Standort. Derzeit verteilen sich die Haus- und Fachärzte noch auf mehrere Gebäude: das ehemalige Krankenhaus Neunburg in der Krankenhausstraße, das Ärztehaus in der Ledererstraße 11 und die Kinderarztpraxis in der Vorstadt 16.
Gesundheitszentrum soll künftig in der Altstadt angesiedelt werden
Künftig sollen sie alle in einem Gebäude in der Altstadt praktizieren. Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen. Es gebe zwar Gespräche über eine Immobilie, aber deren Umbau zum Ärztehaus werde noch eine Weile dauern, blickt Neunburgs Bürgermeister Martin Birner in die Zukunft.
Derweil werde das Gesundheitszentrum immer weiterentwickelt, so der Rathauschef. Auch mit Blick auf neue und zusätzliche Ärzte. Denn der eine oder andere Mediziner, der derzeit für das GZO tätig ist, wird in den nächsten Jahren einen Nachfolger brauchen.
So war es auch bei der Neunburger Kinderärztin Dr. Diana Boudova, deren Praxis seit Anfang des Jahres zum Gesundheitszentrum gehört. Noch in diesem Jahr will die Ärztin, die aus Pilsen stammt, ihre Praxis in jüngere Hände übergeben. Dafür ist bereits eine Nachfolgerin gefunden: Dr. Alexandra Sokotukhina. Im Herbst soll der Wechsel erfolgen, bereits ab Mitte des Jahres wird Dr. Sokotukhina in der Kinderarztpraxis in der Vorstadt tätig sein.
Erlebnis mit kranker Großmutter gab den Anstoß
Zuvor wird die 34-Jährige die Facharztprüfung ablegen, für die sie noch eine viereinhalbmonatige Weiterbildungszeit benötigt. Diese absolviert sie seit Anfang Januar in der hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in der Ledererstraße 11. Es gefalle ihr sehr gut, meint die gebürtige Estin, die seit 2009 in Deutschland lebt, mit Blick auf die ersten Wochen. Sie habe auch schon einige ihrer künftigen kleinen Patienten kennengelernt, weil Dr. Boudova erkrankt war.
Sie ist die erste Ärztin in ihrer Familie, erzählt die junge Frau. Den Anstoß, Ärztin zu werden, gab die Krebserkrankung ihrer Großmutter. Als sie 14 Jahre alt war, erkrankte ihre Oma. Sie habe damals die Bedingungen im Krankenhaus furchtbar gefunden. Sie habe sich vorgenommen, sich später besser um Patienten kümmern zu wollen.
Noch in ihrer Heimat Estland begann sie Medizin zu studieren, erhielt aber drei Wochen nach dem Start auch eine Zulassung zum Studium in Deutschland. Sie entschied sich, Estland den Rücken zu kehren. Mittlerweile sei sie hier zuhause, meint Alexandra Sokotukhina. Mit ihrem Mann und den beiden Kindern wohnt sie in Burglengenfeld.