Bunte oder rote Kugeln, echte Kerzen oder Lichterketten: Neunburger zeigen ihren Christbaum

Zu Weihnachten gibt es viele Bräuche. Einer davon ist der Christbaum im Wohnzimmer. Wann und wie er geschmückt wird, ist in jeder Familie verschieden. Sieben Neunburger verraten, wie sie es mit dem Christbaum halten.
Seit gut 50 Jahren holt Familie Scharf ihren Christbaum in Thann bei Seebarn. Schon Martin Scharfs Vater hatte dort die Tanne besorgt. Heuer ist der Baum wieder ein riesiges Exemplar – circa 3,80 Meter hoch. „Wir hatten auch schon einen noch größeren Baum“, sagt der FW-Landtagsabgeordnete. Früher standen bei den Scharfs kleinere Bäume im Wohnzimmer. Doch irgendwann sahen sie bei Bekannten einen riesigen Baum in der Galerie. Seitdem gibt es auch bei ihnen nur noch größere Christbäume. Aufgrund der Höhe stehen sie nun neben dem Esstisch.
Mitte Dezember wurde heuer der Baum mit dem Anhänger von Thann nach Neunburg transportiert und in den eigenen vier Wänden aufgestellt. Ein bis zwei Tage hing er erstmal aus, dann begann das Schmücken. Die letzten Lichter wurden am 23. Dezember befestigt.
Das Schmücken ist dabei ein ausgeklügeltes System – schließlich sollen auch in über drei Metern Höhe noch Kugeln hängen. „Ich schiebe ihn an die Galerie und bringe die Kugeln zuerst auf der einen Seite an. Dann wird er gedreht und von der anderen Seite geschmückt“, erklärt Scharf.
Bis vor drei Jahren hingen nur goldene Kugeln und Schleifen an den Zweigen. Auf Wunsch der Kinder wird er jetzt bunt geschmückt. „Erst waren wir etwas skeptisch, dass er so bunt ist. Aber mittlerweile gefällt er uns sehr gut“, sagt der 62-Jährige.
Immer wenn die Scharfs etwas Schönes für den Christbaum entdecken, wird es mitgenommen. So stammen manche Figuren oder Kugeln beispielsweise aus England und Dänemark. „Die Kinder bringen auch mal was mit“, sagt Martin Scharf. So hatte seine Tochter Lea eine kleine Hunde-Figur gesehen, die dem verstorbenen Familienhund ähnlich sieht. Nun hängt sie am Christbaum von Familie Scharf.
Auch eine Gurke darf nicht fehlen. Derjenige, der sie als erste entdeckt, darf auch das erste Geschenk auspacken.
In seiner Kindheit war das Schmücken des Christbaums Sache des Vaters. Zuletzt hätten gut 200 Kugeln am Baum gehangen, erinnert sich der Landtagsabgeordnete. Der Nachwuchs durfte am Ende, nachdem alle Kugeln an den Zweigen hingen, das Lametta anbringen.

Gleich drei Bäume stehen bei Familie Walbrun
Während die meisten Familien mit dem Schmücken eines Baumes genug zu tun haben, werden bei Familie Walbrun gleich drei Bäume mit Kugeln, Glöckchen, Zapfen und anderen Figuren behangen. „Meine Kinder wollten auch ihren eigenen Baum haben“, sagt Museumsmitarbeiterin Cornelia Walbrun. Und so stehen nun das dritte Jahr neben dem großen, echten Christbaum auch zwei kleinere, künstliche Exemplare im Wohnzimmer. Den großen Baum besorgt sich die Familie seit einigen Jahren aus Mitteraschau. „Er muss schlank sein, damit er in die Ecke neben dem Fernseher passt“, sagt Cornelia Walbrun. Geschmückt wird er sonst am 22. oder 23. Dezember, heuer war es etwas früher.

Einige Familien werfen ihren Christbaum bereits kurz nach den Feiertagen aus der Wohnung – nicht so bei Familie Reichenauer. Bei ihnen steht er bis Anfang Februar in der Wohnstube. „Ich möchte noch was vom Baum haben“, sagt Anna Benz-Reichenauer. Das Schmücken übernimmt ihre Tochter. Der Baum ist deshalb auch recht bunt behangen. Mit den meisten Figuren verbindet die Marketingexpertin besondere Erinnerungen. So darf beispielsweise eine Figur nicht fehlen, die sie in Moskau geschenkt bekommen hat.

Vor dem Fest wird bei Familie Schmid geschmückt
Am Heiligabend den Christbaum schmücken – diesen Stress will sich Familie Schmid nicht mehr antun. Als die Kinder klein waren, wurde am 24. Dezember geschmückt, heute soll alles ein paar Tage vorher erledigt sein. Das Anbringen der Kugeln, Glöckchen und Sterne überlässt Erich Schmid seiner Frau.
Besorgt wird der Christbaum in der Regel am zweiten Advent, heuer klappte es aber erst am dritten. Nicht anders als sonst ist aber der Ort, wo die Schmids den Baum holen: beim Christbaumverkäufer Martin Eckl, der jedes Jahr am örtlichen Rewe-Markt steht.

Schon Anfang Dezember besorgt Familie Klatzka ihren Christbaum. „Dann ist die Auswahl noch am besten“, sagt Harald Klatzka. Seinen Platz findet der etwa 2,70 Meter hohe Baum zwischen Couch und Esstisch. Ein kleineres Exemplar würde nicht wirken, findet der Vorsitzende des Neunburger Gartenbauvereins. Geschmückt wird auch bei ihnen spätestens drei Tage vor Weihnachten. „Den Stress bis zum Schluss möchten wir nicht haben“, meint Harald Klatzka. Echtglas-Kugeln hängen neben roten und rot-goldenen Kugeln sowie handgeschnitzten Sternen.
Jeder Baum ist schön für sich.Christoph von Wenz zu Niederlahnstein
Traditionell bekommt Familie von Wenz zu Niederlahnstein ihren Christbaum von der Plantage in Mitteraschau. Heuer handelt es sich um einen breiten Baum mit langen Zweigen. „Jeder Baum ist schön für sich“, meint Christoph von Wenz zu Niederlahnstein. Der Baumschmuck ist recht bunt: Es sind Kugeln von den Großeltern, Gebasteltes der Kinder oder Geschenke von Freunden. „Wir wollen keine 20 Kugeln in Rot und Gold am Baum haben“, sagt Regina von Wenz. Auch Lametta gehört bei ihnen nicht an den Baum, der bis Maria Lichtmess bei ihnen im Haus steht.

In den Vorjahren hat Familie Meier aus Penting ihren Christbaum mit weißen Kerzen und cremefarbenen Kugeln geschmückt. Heuer setzen sie auf rote Kugeln und Kerzen. Eines ist aber geblieben: Bei den Kerzen handelt es sich um echte Kerzen, die sich allerdings selbst löschen, wenn sie auf eine bestimmte Höhe abgebrannt sind. Aber nicht nur das ist in diesem Jahr anders: Geschmückt wurde auch schon einige Tage vor Weihnachten. Normalerweise werden die Kugeln und Kerzen erst am 24. Dezember angebracht.
