Neunburgs Festspiel wird zum 40. Mal aufgeführt - zehn Darsteller von Anfang an dabei

Von Jan Lange · 21. Juli 2025 um 19:00

Während die Premiere am 12. Juli verregnet war, überstanden die Festspieler das zweite Wochenende trockenen Fußes. Neben der zweiten und dritten Aufführung stand auch ein kleiner Festakt anlässlich der 40. Festspielsaison auf dem Programm.

Bei der festlichen Stunde im Schlosssaal wurden auch zehn Festspieler geehrt, die seit der ersten Saison 1983 auf der Bühne stehen. Sie können heuer ihr 40. Jubiläum feiern. Dass es erst das 40. ist, liegt an Corona – damals musste das Neunburger Festspiel drei Jahre pausieren.

„Was wäre der Festspielverein ohne die Spielerinnen und Spieler, die jedes Mal dabei sind“, lobte Bürgermeister Martin Birner (CSU) die langjährigen Laiendarsteller, von denen die Jubilare, die seit fünf, zehn, 20, 25, 30 und 40 Spielzeiten mitmachen, ausgezeichnet wurden.

Befragung der Mitwirkenden über künftige Rollen

Wie viele von den Urgesteinen im nächsten Jahr dabei sein werden, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Laut Vereinsvorsitzendem Manuel Winkler sollen alle Festspieler befragt werden, welche Rolle, ob groß oder klein, sie in der nächsten Saison übernehmen wollen. Die Wünsche sollen dann ins neue Stück einfließen.

Eines ist schon jetzt klar: Das Festspiel wird 2026 neu inszeniert. „Änderungen werden ja schon lange gefordert“, meinte Winkler. In den vergangenen Jahren habe es immer nur kleinere Anpassungen gegeben – so heuer eine neue Musik, die von Moritz Wutz (16) aus Stamsried komponiert wurde. 2026 soll nun ein neues Stück auf die Bühne gebracht werden.

Es soll auch künftig zwei Erzähler geben, die durch das gesamte Stück führen.

Manuel Winkler, Vorsitzender Neunburger Festspielverein

Winkler gab beim Festakt am Sonntag einen ersten Einblick. So sollen die Hussiten im neuen Stück eine stärkere Rolle bekommen. Sie seien nicht nur Wilde, die plündernd und brandschatzend in die Oberpfalz eingefallen waren. Sie hätten auch ihre Gründe gehabt. Ihre Geschichte soll in etwa das gleiche Gewicht im neuen Stück haben wie die der sich verteidigenden Oberpfälzer.

Der Fokus im neuen Stück soll weiter auf dem Glaubenskrieg liegen, so der Vereinschef. Auch die Aussage am Ende, „Das Zweitschlimmste nach einer verlorenen Schlacht ist eine gewonnene Schlacht“, soll sich in der Neuinszenierung wiederfinden, deutete Winkler an. Zwei Erzähler sollen zudem das gesamte Stück begleiten – so wie schon jetzt. Der ältere Tristram Zenger und sein Sohn Milo werden es aber nicht mehr sein.

Richard Kozlowski (r.) spielt den Pfarrer Mockel und ist auch schon zum 30. Mal beim Festspiel dabei. - Foto: Ralf Gohlke

Fürs neue Stück ist der Festspielverein mit einem bekannten Dramaturgen im Gespräch, der auch schon fürs Fernsehen gearbeitet habe. Mehr wollte Manuel Winkler am Sonntag noch nicht verraten. Denn der Neunburger Stadtrat muss erst einer möglichen Verpflichtung des Dramaturgen zustimmen. Die Entscheidung soll in der Sitzung am 31. Juli fallen.

Und bei den Stadträten weiß man nicht im Voraus, wie sie votieren. Im November 2024 hatten sie mehrheitlich dafür gestimmt, dass das Festspiel 2026 pausieren soll. Darüber wurde im März erneut entschieden – diesmal lag die Mehrheit auf der Seite derjenigen, die auch 2026 ein Festspiel haben wollen. Im Nachgang gab es deshalb immer wieder spitze Bemerkungen in den Stadtratssitzungen – vor allem vonseiten der Freien Wähler –, die die erneute Abstimmung kritisierten.

Ensemble muss die Neuerungen mittragen

Beim Festakt am Sonntag war davon nichts zu spüren. Alle Fraktionen des Neunburger Stadtrates waren durch ihren Fraktionsvorsitzenden vertreten. Bürgermeister Birner meinte, dass die Änderungen vom Ensemble mitgetragen werden müssten. Und an die Festspieler gerichtet, äußerte er seinen Wunsch: „Tragt das Neue genauso mit wie in den vergangenen 40 Jahren“. Immerhin rund 140 Mitwirkende gibt es beim Neunburger Festspiel auf und hinter der Bühne. In den zurückliegenden 40 Saisons waren es insgesamt 854 Mitspieler, wie bei der Feststunde informiert wurde.

Für die letzten beiden Vorstellungen in dieser Saison am 25. und 26. Juli, jeweils 20.30 Uhr, gibt es noch Karten. Die Tickets kosten für Erwachsene 19 Euro und für Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre elf Euro plus Vorverkaufsgebühr an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Interessantes hatte auch Ehrenmitglied und Neunburgs Ehrenbürger Theo Männer beizutragen, der den Festvortrag hielt. Er beleuchtete die deutschen und tschechischen Städte mit hussitischer Geschichte etwas näher. Der Vereinigung mit hussitischer Geschichte und Tradition, die 1997 unter Männers Federführung ins Leben gerufen wurde, gehören heute noch 17 Städte in Tschechien und sechs in Deutschland an. Auf deutscher Seite seien zuletzt Furth im Wald und Neumarkt ausgetreten, was der 85-Jährige bedauerte.

Geehrte Festspieler

• Zehn Jahre: Yvonne Brandl, Magdalena Herrmann, Simon Schmid und Lara Zisler

• 20 Jahre: Martina Prechtl und Marianne Vetter

• 25 Jahre: Monika Ruider

• 30 Jahre: Jessica Binder, Wolfgang Gräßl, Richard Kozlowski, Georg Schmid, Tobias Vetter und Andreas Vitzthum

• 40 Jahre: Hans-Werner Habel, Norbert Jonas, Stephan Jonas, Beate Mardanow, Helmut Mardanow, Peter Pauly, Gisela Pauly, Bruno Spitzhirn, Hans Vetter und Robert Zimmermann