Gute Nachrichten für Eltern: Kindergartenbus in Neunburg wird nicht teurer

Von Jan Lange · 17. Juli 2025 um 11:00

Bereits viermal wurde Neunburg als familienfreundliche Kommune im Landkreis Schwandorf ausgezeichnet – zuletzt im Jahr 2022. Dem Ruf, viel für Eltern und ihren Nachwuchs zu machen, wurde die Stadt jüngst wieder durch einen Ratsbeschluss gerecht. Das Ergebnis der Abstimmung war allerdings ein anderes als von der Verwaltung erhofft.

Es ging dabei um den Kindergartenbus. Rund 50 Kinder, vor allem aus den Neunburger Ortsteilen, werden mit dem Bus zu den Kitas in der Stadt und auch wieder nach Hause gebracht. Diesen Service, der in den Monaten September bis Juli wöchentlich fünf Hin- und Rückfahrten umfasst, bietet die Stadt Neunburg seit vielen Jahren an.

Für den erst vor zwei Jahren eröffneten Waldkindergarten „Bärnhofer Waldräuber“ soll auch weiterhin keine Kindergartenbeförderung angeboten werden. Das gilt auch für die neue BRK-Kinderkrippe an der Frühlingstraße. Da Krippenkinder grundsätzlich zu klein seien und der Aufwand, sie zu befördern, daher zu groß wäre – zum Beispiel Kindersitz –, rät die Verwaltung von einem entsprechenden Beförderungsangebot ab. Krippen- und Hortkinder könnten derzeit, so hieß es vonseiten der Verwaltung, nur mitbefördert werden, wenn noch Plätze im Kindergartenbus frei und kein Mehraufwand erforderlich sei.

Die Kosten für den Beförderungsservice belaufen sich im aktuellen Kindergartenjahr auf mehr als 154 000 Euro, wie die Kämmerei informierte. Davon tragen die Eltern circa 48 500 Euro. Die Differenz von über 100 000 Euro finanziert die Stadt aus der eigenen Kasse.

Defizit reduziert

Der bei der Einführung der Kindergartenbeförderung angestrebte Kostendeckungsgrad von rund 50 Prozent wird damit nicht erreicht. Aktuell liegt er bei circa 31 Prozent.

Schon im vergangenen Jahr wollte die Stadt das Defizit etwas verringern. Die Beförderungsentgelte wurden von 90 auf 100 Euro pro Kind und Monat erhöht. Der Zuschuss der Stadt konnte damit zwar von 110 000 auf 106 000 Euro reduziert werden, der angestrebte Kostendeckungsgrad wurde aber nach wie vor verfehlt.

Einige Eltern hatten die Erhöhung vor einem Jahr sehr kritisch gesehen. Ein Kind wurde sogar vom Kindergartenbus abgemeldet, da den Eltern das Beförderungsentgelt zu hoch war.

Nun stand erneut eine Entscheidung im Stadtrat an. Und die Verwaltung hatte eine weitere Erhöhung vorgeschlagen. Die monatlichen Beförderungskosten sollten demnach ab dem Kindergartenjahr 2025/26 auf 110 Euro pro Kind und Monat steigen. Damit würde die Stadt circa 6600 Euro im Jahr mehr einnehmen. Bei einer Erhöhung auf 115 Euro würden die Mehreinnahmen bei circa 9900 Euro liegen. Bei einem Beförderungsentgelt von monatlich 120 Euro könnten die Einnahmen laut Kämmerei um circa 13 200 Euro gesteigert werden.

Die Stadt bietet hier einen freiwilligen, gut organisierten Service auf sehr hohem Niveau mit Busbegleitung an, der aber auch finanziert werden muss.

Michael Haßfurter, Kämmerer

Mit ihrem Vorschlag, das Beförderungsentgelt um zehn Euro anzuheben, war die Verwaltung noch recht milde: Um das komplette Defizit zu decken, müssten der monatliche Beitrag der Eltern auf rund 270 Euro angehoben werden, wie Kämmerer Michael Haßfurter erklärte. Das könne man niemandem zumuten, so der Tenor der Stadträte.

Auch die Rathausspitze sah es genauso. Als familienfreundliche Kommune unterstütze die Stadt die Kindergartenbeförderung auf freiwilliger Basis. „Die Stadt bietet hier einen freiwilligen, gut organisierten Service auf sehr hohem Niveau mit Busbegleitung an, der aber auch finanziert werden muss“, steht für Kämmerer Michael Haßfurter fest. Eine geringere Anpassung des monatlichen Beförderungsentgeltes sah die Kämmerei aufgrund der Faktenlage deshalb als sinnvoll an.

Knappe Mehrheit dagegen

Damit hatte sie jedoch die Rechnung ohne die Stadträte gemacht. Sowohl einer Steigerung auf 110 Euro im Monat wie auch noch höhere Beiträge von 115 beziehungsweise 120 Euro im Monat wurden mit knapper Mehrheit abgelehnt. Damit bleibt es im kommenden Kindergartenjahr beim bisherigen Entgelt von 100 Euro pro Kind und Monat.

Der Vorschlag, die Busbegleitung zu streichen, um so wenigstens etwas Geld zu sparen, wurde vor allem von der CSU abgelehnt.

Immerhin haben die Stadträte eine Änderung bei den Geschwisterkindern beschlossen. Wenn bisher mehrere Kinder einer Familie zeitgleich einen Kindergarten besucht haben, musste nur das Beförderungsentgelt für ein Kind entrichtet werden. Circa zehn Kinder konnten so kostenlos mitfahren. Für sie wird ab dem kommenden Kindergartenjahr ebenfalls ein Beitrag fällig: die Hälfte des Regelbetrags, also 50 Euro im Monat.

So sieht der Service aus

• Angebot: Mit Neun-Sitzer und 19-Sitzer-Bussen werden die Kinder aus insgesamt 23 Ortsteilen – beginnend in Krandorf um 6.30 Uhr beziehungsweise in Wundsheim um 6.40 Uhr – zu den Kitas St. Josef und St. Martin sowie zum Theresia-Gerhardinger Haus gebracht. Die Rückfahrten erfolgen in der Zeit zwischen 11.45 und 12.40 Uhr. Außerdem werden Rückfahrten am Nachmittag um 16.30 Uhr ab der Kita St. Josef und um 16.45 Uhr ab dem Theresia-Gerhardinger-Haus angeboten.

• Kosten: Aktuell werden etwas mehr als 50 Kinder befördert. Das kostet 107 000 Euro (Busunternehmen) und 47 500 Euro (Busaufsichten).

• Elternbeitrag: Eltern müssen 100 Euro pro Kind und Monat bezahlen. Geschwisterkinder (circa zehn) sind bislang kostenlos mitgefahren. Für sie werden künftig 50 Euro im Monat fällig.