Festspiel findet 2026 doch statt – Mehrheit im Neunburger Stadtrat sprach sich für „Vom Hussenkrieg“ aus

Von Ralf Gohlke · 29. März 2025 um 11:00

„Bald d'Stod amol wos zolln soll, hot's nie a Geld!“ - Einige Tausend Besucher des Neunburger Festspiels „Vom Hussenkrieg“ kennen diesen Spruch des Stadtrates und Händlers Breu in der ersten Szene, der jedes mal für einen Lacher und Beifall sorgt. Genau um dieses Thema ging es am Donnerstag in der jüngsten Sitzung des Neunburger Stadtrates ebenfalls.

Der hatte in einer Sitzung im Oktober 2024 aus Sparsamkeitsgründen mehrheitlich beschlossen, das Festspiel 2026 auszusetzen und ab 2027 nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden zu lassen. Das sorgte nicht nur innerhalb des Festspielvereins für Verärgerung.

Hintergrund war das Defizit von rund 82.000 Euro in der vergangenen Saison und eine Vorabkalkulation mit einem Minus von 89.000 Euro für 2025. Angesichts einer etwas prekären Haushaltslage erging zudem ein Hinweis der Rechtsaufsicht beim Landratsamt Schwandorf, die Ausgaben der freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand zu stellen.

Bedeutung für Tourismus

Im Vorfeld der Beschlussfassung zum Haushalt 2025 hatte nun Alexander Trinkmann, Fraktionssprecher der CSU, einen Antrag formuliert, das Festspiel 2026 doch nicht auszusetzen. Dieser Punkt auf der Tagesordnung sorgte für ein „volles Haus“ im historischen Sitzungssaal des Rathauses. Ein Großteil der Festspieler wollte sich die Beratung und Beschlussfassung nicht entgehen lassen.

Aus dem Grund zog ihn 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) vor. In ihrem Sachvortrag nannte sie die, von Trinkmann angeführten Gründe und Argumente für eine Fortführung 2026. Dazu zählten der historische Hintergrund und dessen Bedeutung, der Wert für den Tourismus, die kulturelle Bereicherung und das Gemeinschaftsgefühl sowie den Sparwillen.

Reichl vermittelte anhand der Auswertung der Vorverkaufsdaten, dass der touristische Mehrwert eher gering sei. Ausführlicher benannte sie die Kosten für die Bauhofleistungen von rund 46.000 Euro für Auf- und Abbau des Tribünendaches und der Tribüne. Diese seien immer noch günstiger als externe Angebote. Auf dieser Basis stellte sie in einer Vorabkalkulation für 2025 ein Minus von rund 79.400 Euro in Aussicht. In der Zusammenfassung stellte sie heraus, der Beschluss der Aussetzung und Fortführung im Zwei-Jahres-Rhythmus sei eine, mit allen Seiten abgestimmte, gangbare Lösung, welche der Stadt die Kosten für ein Jahr erspart hätte.

Stadträte halten dafür

Alexander Trinkmann, der auch im Festspiel als Stadtrat agiert, ging noch einmal ins Detail und schilderte, wie der Verein um Kostensenkung bemüht sei. Er gab zu Bedenken, dass ein denkbar knapper Beschluss zur Fortführung des Altstadtfestes zur Folge hätte, dass die einzige Attraktivität die dann ausfallen solle, das Festspiel und der Mittelaltermarkt wären. Weil die Haushaltssituation doch nicht so dramatisch sei, sei die jährliche Weiterführung des Festspiels die logische Konsequenz.

Dem schloss sich Stadtrat Georg Schmid, ehemaliger und langjähriger Darsteller des Ott Ostman und zuständig für vieles mehr, an. Er übte Kritik an der Haltung der Rechtsaufsicht, weil die freiwilligen Leistungen die Grundlage für unzählige ehrenamtliche Tätigkeiten bildeten. Ein „Leuchturm“ wie das Festspiel dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Sein Kollege Christoph von Wenz ergänzte, dass die Reaktionen zeigten, wie wichtig den Neunburgern ihr Festspiel sei, weswegen er bei seiner ursprünglichen Entscheidung bleibe. Einstimmig stellte sich, nach den Worten ihres Sprechers Erich Schmid, auch die SPD-Stadtratsfraktion hinter den Wunsch, das Festspiel weiterhin jährlich zu veranstalten.

Martin Scharf, Fraktionssprecher der Freien Wähler, gab zu bedenken, dass sich an der Haushaltssituation nichts geändert habe, er sah ein Aussetzen als Chance für eine Neuausrichtung und möglicherweise zusätzliche Gelder aus dem Kulturfonds zu generieren. Gleichzeitig verwahrte er sich gegen den Vorwurf, den Entschluss „leichtfertig“ getroffen zu haben.

Um Kostensenkung bemüht

Bei der Abstimmung sprachen sich zehn Stadträte für den Antrag Trinkmanns aus, sechs votierten dagegen, womit auch 2026 das Festspiel wieder aufgeführt wird. „Es herrscht rundum Erleichterung“, sagte im Anschluss Vereinsvorstand Manuel Winkler.

Selbstverständlich werde der Verein auch weiterhin bemüht sein, die Kosten zu senken. Allein im Vorjahr seien 14.000 Euro für den Besuch von Fachkursen, Bühnenbau und Kostüme vom Verein beigesteuert worden.

Termine

Premiere: Die Burgfestspiele „Vom Hussenkrieg“ sind in diesem Jahr erstmals am Samstag, 12. Juli, zu sehen.

Weitere Aufführungen: Gespielt wird ferner am Freitag, 18. Juli, Samstag, 19. Juli, Freitag, 25. Juli, und Samstag, 26. Juli.

Beginn: Einlass ist jeweils um 19 Uhr, Beginn um 20.30 Uhr.