Neunburgs Festspieler freuen sich auf neue Saison – Große Veränderungen stehen an

Die Jahreshauptversammlung des Neunburger Festspielvereins im katholischen Pfarrheim stand heuer unter einem besonderen Eindruck. Einerseits war es der Blick zurück auf eine durchwachsene Spielsaison, zumindest was das Wetter betraf, andererseits beinhaltete die Rückschau das Ende des Stückes aus der Feder des 2014 verstorbenen Autors Peter Klewitz nach mehr als 40 Jahren.
Gemeinsam hatten die Stadt als Träger und der Verein beschlossen, in der Saison 2026 ein neues Stück von einem neuen Autor auf der Bühne im Schlosshof zu präsentieren. Entsprechend herrschte gespannte Erwartung.
Dass es im kommenden Jahr überhaupt wieder ein Festspiel geben würde, war lange unsicher. Denn der Neunburger Stadtrat hatte im Herbst 2024 mehrheitlich beschlossen, der Open-Air-Aufführung im Burghof eine Zwangspause zu verordnen. Einige Monate später stand das Thema erneut auf der Tagesordnung des Stadtrates – und diesmal sprach sich eine Mehrheit dafür aus, das Festspiel 2026 doch stattfinden zu lassen.
Zwei Abstimmungen im Stadtrat
Bürgermeister Martin Birner (CSU) betonte die besondere, geradezu familiäre Vertrautheit, die der diesjährige Schirmherr Bernd Rees zu den Festspielern entwickelt habe. Die betraf nicht nur das Burgfestspiel sondern auch das Lagerleben. Sein Lob galt der aktuellen Rollenbesetzung und der Bereicherung durch neue Mitspieler. Schließlich lebe ein Fest auch von Veränderungen, hob der Rathauschef weiter hervor.
Die Stadt habe mit ihrer Unterschrift auf den neuen Verträgen ihre Bereitschaft für weitere Weichenstellungen unter Beweis gestellt. Er schloss mit dem Appell, sich auf die kommenden Neuerungen einzulassen. Er dankte den Aktiven auch für die Vertretung der Stadt bei vielen öffentlichen Anlässen.
Vorsitzender Manuel Winkler eröffnete seinen Tätigkeitsbericht, der von den jeweils passenden Fotos begleitet wurde, mit dem ersten Zusammentreffen mit Moritz Wutz, der die gesamte Begleitmusik kompositorisch und technisch überarbeitete. Es folgten verschiedene Veranstaltungen, bei welchen die Festspieler Präsenz zeigten, wie beispielsweise der Schwarzachtalmesse 2025 und dem Oberpfälzer Theatertag im Freilandmuseum in Neusath.
Ebenfalls mit Fotos belegt wurden die Reitstunden, die vor allem von den Rittern in wochenlanger Vorbereitung auf dem Kollerhof absolviert worden waren oder das beliebte Hof-Café. Zu den Höhepunkten zählten schließlich das erste Zusammentreffen mit dem neuen Schirmherren und die letzte Premiere für das Stück in dieser Form. Winkler teilte mit, dass bereits ein Film mit den besten Szenen dieser Saison zusammengestellt worden sei.
Von den Mitgliedern mit Spannung erwartet wurde der Termin für die Vorstellung des neuen Textbuches: Sonntag, 16. November, 14.30 Uhr, im Pfarrheim.
Neuer Autor war ein Wunschkandidat
Der Vorsitzende nannte mit Jürgen von Bülow den Namen des Autoren für das neue Stück. Er sei der Wunschkandidat der Vorstandschaft und des Regieteams Karin Michl und Verena Hergl gewesen und hab bereits gute Vorarbeit geleistet. In einer kurzen Vorschau gewährte Winkler einen kurzen Einblick.
Gemäß den Vorgaben von Karin Michl werde der Charakter als Antikriegsstück beibehalten. Ebenso bliebe der Glaube ein zentrales Thema, einschließlich der sich daraus ergebenden Glaubenskonflikte jener Zeit, auch unter den Hussiten.
Die Rolle der Oberpfälzer solle nicht mehr ganz so dominierend ausfallen. Anders als bisher die Ritter Zenger, werden die zentralen Figuren „Ida und Jakob“ heißen. Diese Rollen sollen Julia Grund (die bisherige Pfalzgräfin) und Alexander Malterer (zuletzt Kaplan Schmalzhaffen) verkörpern. Dafür erhalte Pfalzgraf Johann (Michael Hellmuth) mit Jessica Binder eine „neue Beatrice“.
Angesichts der neuen Entwicklungen geriet der Bericht von Matthias Eckel-Binder zum historischen Markt und Lagerleben fast ein wenig in den Hintergrund. Er zog, trotz des unsteten Wetters, eine relativ positive Bilanz. Vor allem das Programm sei nach seinen Worten sehr gut angenommen worden.