Stadtimbiss in Neunburg geschlossen – Spielten negative Googlebewertungen eine Rolle?

Von Jan Lange · 5. November 2025 um 17:00

Das ging schnell: Nach nicht einmal neun Monaten hat der Stadtimbiss in der Neunburger Hauptstraße (Landkreis Schwandorf) schon wieder geschlossen. Betreiberin Sibel Efraim-Dimova bestätigte gegenüber der MZ die Schließung: „Ja, wir haben seit drei Wochen zu.“ Selbst im Rathaus ist man überrascht über das unerwartete Ende des Imbisses.

Video ansehen

Der Start am 15. Februar war eigentlich mehr als gelungen. Die Warteschlange der Kunden reichte bis in Richtung Kreisverkehr. Sibel Efraim-Dimova und ihre Mitarbeiter hatten am Eröffnungstag alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Wünsche nach Döner, Pizzen oder Burger zu erfüllen. Auch Bürgermeister Martin Birner (CSU) und Stadtpfarrer Stefan Wagner waren gekommen, um der Betreiberin zum Start zu gratulieren.

Und dennoch stand das Vorhaben wohl unter keinem guten Stern. Denn Sibel Efraim-Dimova hat den Imbiss in der ehemaligen Metzgerei Armin Baumgärtner schon wieder aufgegeben.

Betreiberin nennt familiäre und wirtschaftliche Gründe

Über die Gründe hält sie sich gegenüber der MZ bedeckt. Es seien familiäre, aber auch wirtschaftliche Gründe gewesen, erklärte sie lediglich. Das Angebot von mobilen Imbiss-Anbietern in Neunburg sei in den vergangenen Monaten gewachsen, stellte Sibel Efraim-Dimova fest. Auch im Umfeld des Stadtimbisses habe es keine guten Entwicklungen gegeben. So reduzierte das „Radieserl“ seine Öffnungszeiten. Beides habe sich nicht unbedingt positiv auf ihr eigenes Geschäft ausgewirkt.

Noch im Frühsommer hatte Sibel Efraim-Dimova der MZ berichtet, dass Berufstätige wie auch Familien und Schüler im Imbiss vorbeikommen. Liest man die Bewertungen bei Google, scheinen aber nicht alle Gäste von dem Angebot begeistert gewesen zu sein. Es finden sich eine ganze Reihe negativer Kommentare. Die Betreiberin bezweifelt, dass alle echt sind. Denn die jüngsten Bewertungen wurden erst vor wenigen Tagen eingestellt – also zu einem Zeitpunkt, als der Stadtimbiss in der Hauptstraße schon geschlossen war.

Stammkundschaft kam regelmäßig im Stadtimbiss vorbei

Sie habe sich dann recht kurzfristig dazu entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen, berichtete die Imbiss-Chefin. Darüber sei sie sehr traurig. Auch weil sie sich in der kurzen Zeit eine kleine Stammkundschaft aufbauen konnte, die regelmäßig zum Essen kam und der es immer geschmeckt habe. Bürgermeister Birner zeigte sich überrascht, als ihm die MZ von der Schließung berichtete. Er hatte sich bei der Eröffnung gefreut, dass endlich ein Leerstand in der Hauptstraße beseitigt werden konnte. Dass wohl nicht alle Kunden zufrieden waren, sei ihm aber auch nicht verborgen geblieben.

An der Betreiberin kann es kaum gelegen haben. Sibel Efraim-Dimova hatte vor der Eröffnung des Stadtimbisses schon viele Jahre Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. Auch im Netz betonte sie immer wieder, dass man großen Wert auf Frische, Qualität und Sauberkeit lege.

Den Imbiss hat die dreifache Mutter zwar geschlossen, doch der Mietvertrag läuft noch bis Juni nächsten Jahres weiter. Sie sucht deshalb einen Nachfolger, der die Räumlichkeiten wie auch die Einrichtung des Imbisses übernehmen könnte. Von der Gastronomie hat sich Sibel Efraim-Dimova, die sich selbst als „Bulgarin mit türkischen Wurzeln“ bezeichnet, derweil verabschiedet und einen Job in einer anderen Branche angenommen.