Bitte der Neunburger Festspieler angenommen: Schirmherr kommt von der Sparkasse

Regierungspräsidenten hatten das Amt schon inne, ebenso wie Landräte, Bauunternehmer oder Verleger. In die Liste der prominenten Schirmherren des Neunburger Festspiels reiht sich nun Sparkassen-Vorstand Bernd Rees ein. Eine Abordnung des Festspielvereins trug ihm nun die Aufgabe an – und der Schwandorfer nahm sie gern an.
Für Bernd Rees ist es eine Premiere – denn der Sparkassen-Vorstand hat bisher noch keine Aufführung des Neunburger Festspiels erlebt. Und dabei erlebt das historische Theaterspiel heuer bereits seine 40. Saison. Das Jubiläum sei eine gute Gelegenheit, dass Bernd Rees das Festspiel endlich kennenlernen könnte, dachten sich die Mitglieder des Festspielvereins. Er könnte dann auch gleich Schirmherr werden.
Filiale Neunburg ist wichtig für Sparkasse
Gesagt, getan. Über Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) wurde der Kontakt zum Sparkassen-Vorstand geknüpft. Rees musste nicht allzu lange überlegen. Die Unterstützung von Vereinen sei für die hiesige Sparkasse sehr wichtig. Und Neunburg liege ja auch im Geschäftsbereich des Schwandorfer Geldinstituts. Die Filiale an Neunburgs Hauptstraße sei „fest etabliert und ein wichtiger Teil“ der Bank, betonte Rees. In historischen Kostümen gekleidet, suchten die Neunburger Theaterspieler in Begleitung von Bürgermeister Martin Birner den „edlen Hüter der Münzen, Taler und güldenen Groschen“ in der Schwandorfer Sparkasse auf, um ihn zu bitten, Schirmherr des Festspiels zu werden.

Bevor der „Meister der Schatzkammer“ mit seinen neuen Amtsinsignien, dem Umhang und dem hussitischen Streitkolben, ausgestattet wurde, wurde zunächst geprüft, ob er dieser Ehre auch würdig ist. Dafür hatte sich Vereinsvorsitzender Manuel Winkler etwas Besonderes einfallen lassen: Bernd Rees wurden fünf Fragen gestellt – ganz im Stil der TV-Show „Wer wird Millionär“. Natürlich hatten die Festspieler ihre Fragerunde unter den Titel „Wer wird Schirmherr“ gestellt.
Wie in der TV-Show erhielt der Sparkassen-Vorstand vier Joker – 50:50, Mitarbeiter, Bürgermeister und Publikum. Die erste Frage, in welcher Saison sich das Neunburger Festspiel im Jahr 2025 befinde, konnte Rees noch ganz ohne Hilfe beantworten. Es war natürlich nicht die erste, auch nicht die 14. oder 33., sondern genau die 40. (Antwort D).
Jede richtige Antwort ist mit einer Spende an den Festspielverein verbunden.
Manuel Winkler, Vorsitzender des Neunburger Festspielvereins
Bei der zweiten Frage, was der Auslöser für die Revolution in Tschechien war, die Jahre später die Hussitenkriege verursachte, war Rees schnell mit der Antwort. Es war die Verbrennung von Jan Huss auf dem Konstanzer Konzil (Antwort B). Der Prager Frühling, die Krönung von Kaiser Karl IV. und die Belagerung von Pilsen waren in diesem Fall falsch.
Die dritte Frage zielte darauf ab, was das hussitische Heer bei seinen Raubzügen baute: Neunburg (A), Wagenburg (B), Schildburg (C) oder Sandburg (D). Der Sparkassen-Vorstand nutzte dabei den Mitarbeiter-Joker. Da passte es natürlich, dass sich mit Georg Keil ein Mitarbeiter der Neunburger Sparkasse unter den Festspieler befand. Er sprang seinem Chef zur Seite und gab die richtige Antwort Wagenburg.

Den Bürgermeister-Joker nutzte Rees bei der vierten Frage: Welchen Beinamen bekam Pfalzgraf Johann nach seinem Sieg über die Hussiten? Martin Birner wusste die richtige Antwort: Hussitengeisel.
Alle fünf Antworten waren korrekt
Auch die fünfte Frage konnte der Sparkassen-Vorstand korrekt beantworten, obwohl er dafür wohl keine Hilfe gebraucht hätte. Denn Winkler fragte ihn, zu welcher Bank solle der Neunburger Festspielverein gehen, wenn er Geld brauche? Rees gab die Frage ans Publikum weiter, die mehrheitlich für Sparkasse (Antwort D) stimmten.

Nachdem alle fünf Antworten korrekt waren, gestand der Vereinschef mit einem Schmunzeln, dass „jede richtige Antwort mit einer Spende an den Festspielverein verbunden“ sei.
„Es ist eine ganz tolle Sache, was ihr da macht“, lobte Rees den Verein in seiner kurzen Dankesrede. Er freue sich bereits auf die Aufführung und weitere Besuche.
Alles rund um das Theaterspiel
• Termine: Premiere hat „Vom Hussenkrieg“ am 12. Juli. Weitere Aufführungen gibt es am 18., 19., 25. und 26. Juli. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.
• Karten: Im Vorverkauf kostet eine Karte 19 Euro (ermäßigt elf Euro), an der Abendkasse sind es 20 und zwölf Euro. Karten gibt es online unter www.okticket.de beziehungsweise in der Buchhandlung am Tor sowie im Büro- und Pressezentrum.
• Spezial: Vom 1. bis 3. August findet wieder der Mittelaltermarkt statt.