Blaualgen bleiben auch heuer ein Ärgernis am Eixendorfer See - Das ist der Grund

An vielen Stellen ist der Eixendorfer See derzeit leuchtend grün. Blaualgen erzeugen diese Trübung. In den sozialen Medien wurde die Situation zuletzt intensiv diskutiert. Dabei wurde kritisiert, dass Millionen für den Entnahmeturm ausgegeben wurden, sich am Blaualgen-Problem aber nichts verbessert habe. Der Neunburger Stadtrat Walter Drexler, der namentlich kritisiert wurde, weist den Vorwurf zurück und sieht die Ursachen auch an anderer Stelle.
Jahrelang hatte sich Walter Drexler für den Bau des Entnahmeturms am Eixendorfer See eingesetzt. Im Oktober 2024 wurde er schließlich eingeweiht – in Anwesenheit von zwei Ministern aus München. Doch in Betrieb gegangen ist er danach noch nicht, da die wasserrechtliche Genehmigung noch fehlt.
Seit Juli läuft der Probebetrieb, also die Testphase für den Normalbetrieb. Der Probebetrieb wird laut dem zuständigen Wasserwirtschaftsamt Weiden (WWA) noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen und voraussichtlich, abhängig von der Witterung, bis Mitte September andauern.
Probebetrieb zu spät?
Dass der Probebetrieb mitten in der Vegetationszeit stattfindet, stößt auf scharfe Kritik bei den städtischen Verantwortlichen. Walter Drexler, der auch Tourismusbeauftragter der Stadt Neunburg und selbst Anwohner des Sees ist, findet, dass die Testphase in den Wintermonaten besser gewesen wäre. Dann wäre keine Vegetation vorhanden gewesen, die zusätzliche Nährstoffe gebracht hat. Auch diese Nährstoffe seien ein Grund für das derzeit starke Algenwachstum. Im Winter wären ebenfalls keine Angler und Touristen am See gewesen, meint Drexler.
So sieht es aktuell am Eixendorfer See aus






Den Einwand hatte er auch dem Wasserwirtschaftsamt mitgeteilt. Auf seine Kritik hin habe das WWA entgegnet, dass es im Winter zu wenig Wasser gebe, so der FW-Stadtrat. Dies könne er widerlegen, erklärt Drexler der MZ. Laut dem Hochwassernachrichtendienst Bayern habe der Speicherabfluss im Januar im Schnitt bei fünf Kubikmeter gelegen, der Speicherzufluss vom Rötzer Pegel betrug in den ersten drei Monaten 2025 ebenfalls durchschnittlich fünf Kubikmeter.
Ausbleibende Niederschläge im Frühjahr
Wie WWA-Leiter Matthias Rosenmüller erklärt, hätte seine Behörde „für den Probebetrieb gerne eine Stauhöhe von 433 Meter über Normalnull erreicht“. Aufgrund ausbleibender Niederschläge im Frühjahr habe erst im Sommer relevant angestaut und der Probebetrieb begonnen werden können, so Rosenmüller weiter.
Wenn der See schon im späten Frühjahr angestaut werde, warum werde die Vegetation nicht vorher beseitigt?, fragt sich Drexler. Der Neunburger Stadtrat kritisiert die Uferpflege seit Jahren. So sei laut ihm heuer am Fischereiheim zwar gemäht, die Mahd aber nicht weggeräumt worden. „Diese Umstände tragen auch zum aktuellen Algenwachstum bei“, so Drexler.

Bei einem Ortstermin, zu dem sich Vertreter der Stadt und des Wasserwirtschaftsamtes vor einigen Tagen eingefunden hatten, wurde die Situation erörtert und nach Lösungen gesucht, wie das WWA in einer Pressemitteilung informierte. Es wurde demnach „vereinbart, dass kurzfristig am Ostufer des Sees links und rechts vom Badestrand das Algenmaterial aufgenommen und ordnungsgemäß verwertet wird“. So könnte laut WWA zumindest das aktuelle Erscheinungsbild am Eixendorfer See verbessert werden.
Das Wasserwirtschaftsamt erklärte sich bereit, die Kosten hierfür zu übernehmen. Der Auftrag wurde vergeben und relativ schnell ausgeführt. Dabei wurde im Bereich zwischen der Stauseebrücke und Gütenland maschinell der algenbehaftete Uferbewuchs entnommen.
Das Ostufer ist laut Drexler nun wieder gut zugänglich und kann wieder fürs Fischen genutzt werden. „Die Badesaison ist aufgrund der Kälte jetzt eh vorbei“, findet er. Der im Netz kritisierte Algenteppich veränderte sich abhängig von der Witterung jeden Tag, erklärt der FW-Stadtrat.


Eine dauerhafte Verbesserung ist aber wohl erst nach der Inbetriebnahme des Entnahmeturms zu erreichen. Die Aufgabe des Bauwerks ist zukünftig eine stabile Schichtung im See während der Sommermonate und damit eine reduzierte Verfügbarkeit von Nährstoffen aus den Sedimenten für die Blaualgen. „Bei gleichzeitiger Reduzierung der Nährstoffe aus dem Seeumfeld und dem Einzugsgebiet der Schwarzach kann so die Blaualgenblüte zukünftig aller Voraussicht nach minimiert werden“, teilte WWA-Leiter Matthias Rosenmüller auf Nachfrage mit.
Sobald der Planfeststellungsbescheid im derzeit laufenden Wasserrechtsverfahren am Landratsamt Schwandorf zum Betrieb vorliege, so Rosenmüller, kann die Inbetriebnahme des Turms im März oder April des Folgejahres erfolgen.