Neunburgs Kritik an Windkraftplänen zeigt Wirkung: Fläche bei Wundsheim verkleinert

In den vergangenen Monaten ist intensiv über das Thema Windkraft diskutiert worden. Zuletzt hatte es im Neunburger Stadtrat deutliche Kritik am Entwurf des Regionalen Planungsverbandes Oberpfalz-Nord gegeben. Der damalige Protest zeigt nun anscheinend Wirkung.
Am heutigen Mittwoch will der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes, der in Neustadt an der Waldnaab tagt, die Windvorranggebiete festzurren. Nach MZ-Informationen wurde der bisherige Entwurf noch mal deutlich überarbeitet – auch zum Vorteil der Stadt Neunburg.
Stadt hatte eine Fläche vorgeschlagen
Verwaltung und Stadträte hatten sich am Anfang des Prozesses Gedanken gemacht, wo auf Neunburger Flur Windflächen ausgewiesen werden könnten. Im Ergebnis wurde eine einzige Fläche zwischen Wundsheim und Mitterauerbach mit einer Größe von 44 Hektar vorgeschlagen. Der Regionale Planungsverband hatte alle Kommunen aufgefordert, mögliche Windvorranggebiete zu melden.
Die Fläche bei Wundsheim wurde im ersten Entwurf auch berücksichtigt – allerdings mit 29 Hektar ein ganzes Stück kleiner als der städtische Vorschlag. Gleichzeitig wurden auf Neunburger Stadtgebiet zwei weitere Windvorranggebiete geplant. Eines östlich von Mitterauerbach (SAD 16) mit einer Gesamtfläche von 299 Hektar. Es wäre die zweitgrößte Fläche im Landkreis Schwandorf gewesen. Und eines bei Pissau (SAD 20) mit 184 Hektar. Das hatte in den betroffenen Kommunen heftige Proteste ausgelöst. Neunburger Stadträte sahen beispielsweise die Planungshoheit der Kommune eingeschränkt.
Aber auch fachliche Gründe sprachen gegen die Pläne. So wäre aus Sicht der Stadt Neunburg die Ortschaft Mitterauerbach von Windkraftanlagen umzingelt worden. Das sei eine Überlastung der dortigen Bewohner, meinte damals Bürgermeister Martin Birner (CSU). Der mögliche Schattenwurf der Anlagen sei für die Bewohner ebenfalls problematisch, so ein weiteres Argument der Stadt gegen das Windvorranggebiet SAD 16. Auch das Nistgebiet des Rotmilan und militärische Belange sprachen gegen die Ausweisung der Fläche östliche von Mitterauerbach.
Auch Schwarzhofen verweigerte seine Zustimmung
Aber nicht nur Neunburg hatte sich gegen die Fläche SAD 16 ausgesprochen. Auch aus der Marktgemeinde Schwarzhofen gab es ein klares Nein. Sie wäre von der Vorrangfläche noch mehr betroffen gewesen als Neunburg, denn 200 der insgesamt 299 Hektar hätten sich auf Schwarzhofener Flur befunden.
Auch Schwarzhofen hatte dem Planungsverband eine andere Fläche vorgeschlagen: 68 Hektar südlich von Denglarn am Haginger Berg. Diese wurden auf 15 Hektar reduziert – wegen möglicher Beeinträchtigungen von Schwarzstorch und Uhu.
Im überarbeiteten Entwurf, der im Sommer veröffentlicht wurde, hatte der Regionale Planungsverband das Windvorranggebiet SAD 16 komplett gestrichen – und war damit auf die Gegenargumente von Neunburg und Schwarzhofen eingegangen.
Stadtrat Erich Schmid (SPD): „Nicht hinnehmbare Härte für Wundsheim“
Allerdings war im Gegenzug die Fläche SAD 06 bei Wundsheim von 29 auf 128 Hektar vergrößert worden. Das hätte eine mehr als Vervierfachung der ursprünglich vorgeschlagenen Fläche bedeutet. Und so gab es erneut scharfe Kritik von Neunburger Seite. SPD-Fraktionsvorsitzender Erich Schmid sprach von einer „nicht hinnehmbaren Härte“ für Wundsheim, weil der Windpark noch näher an die Ortschaft heranrücken würde.
Mehrheitlich hatten die Neunburger Stadträte im September beschlossen, dass sich die Stadt dafür einsetzen sollte, dass die Fläche SAD 06 wieder auf die ursprüngliche Größe von 48 Hektar reduziert werde. Diese Forderung konnte die Stadt zwar nicht durchsetzen, dennoch wird es nach der Streichung der Fläche SAD 16 wohl einen weiteren Erfolg geben: Das Vorranggebiet SAD 06 wurde im aktuellen Entwurf, der am Mittwoch beschlossen werden soll, auf 73 Hektar reduziert.
Da sich die Fläche im „Bereich eines Dichtezentrums kollisionsgefährdeter Vogelarten befindet, erscheint eine Reduzierung“ auf die „topographisch am besten geeigneten Flächenteile sinnvoll“, heißt es nach MZ-Informationen in der Begründung des Planungsverbandes. Das Gebiet wurde daher im Norden und Süden reduziert.
Auch die Fläche am Haginger Berg auf Schwarzhofener Flur wird noch mal um einiges kleiner: Im aktuellen Entwurf ist sie nur noch drei Hektar groß. Und das Gebiet bei Pissau war bereits in dem im Sommer veröffentlichten Entwurf von 184 auf 136 Hektar verkleinert worden. Daran hat sich nun nichts mehr geändert.
Entscheidung zu Windvorranggebieten
• Termin: Der Planungsausschuss tagt am Mittwoch, 17. Dezember, ab 10 Uhr in der Stadthalle in Neustadt an der Waldnaab.
• Tagesordnung: Unter Punkt 5 auf der Tagesordnung findet sich der Beschluss über die 31. Änderung des Regionalplans Oberpfalz-Nord (Neuaufstellung Teil B X 5 Windenergie).
• Mitglieder: Dem Planungsausschuss gehören unter anderem die Bürgermeister von Neunburg, Martin Birner, und von Nabburg, Frank Zeitler, an.