Vom Festwirt bis zur Vereinschefin: Sie sind die Neunburger des Jahres 2024

Das Jahr 2024 wurde auch in Neunburg von Menschen geprägt, die sich Herausforderungen gestellt oder in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Investitionen getätigt haben. Oder die den Mut hatten, Führungspositionen in Vereinen zu übernehmen. Ihnen gebührt heuer besonderer Dank. Die MZ hat stellvertretend für alle engagierten Neunburger zehn Personen, ein Ehepaar sowie ein Trio ausgewählt.
Die Neunburger Wiesn hat einen neuen Festwirt: Vier Jahre hatte sie pausiert – auch bedingt durch die Corona-Pandemie –, heuer fand sie endlich wieder statt: die Neunburger Wiesn. Organisiert und veranstaltet wurde das viertägige Volksfest erstmals von Matthias Meier, der in Neunburg auch eine kleine Privatbrauerei sowie einen Veranstaltungs- und Sicherheitsdienst betreibt. Meier hat die Wiesn auf eigenes Risiko gestemmt. Am Ende konnte der 32-Jährige ein positives Fazit ziehen. Allerdings sieht er auch noch „Optimierungspotenzial“, das bei der Wiesn 2025 zum Tragen kommen soll.
Aus altem Wohnwagen wurde mobile Cocktailbar: Petr Korda ist seit Jahren in einem Neunburger Hotel tätig, nun hat sich der 45-Jährige aber ein zweites Standbein aufgebaut. Der gebürtige Tscheche, der seit vielen Jahren in Neunburg lebt, baute einen alten Wohnwagen um und machte daraus eine mobile Cocktailbar. Mit der „Papi Caravan Bar“ schenkt er bei Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder auf Firmenpartys Drinks und Cocktails aus. In diesem Jahr ist der Betrieb so richtig angelaufen.
Imbiss im Neunburger Freibad übernommen: Nachdem der Imbiss im Neunburger Freibad 2023 geschlossen blieb, wurden heuer wieder Speisen und Getränke verkauft. Zu verdanken ist das Selma Özdemir, die im Frühjahr den Food Express eröffnet hat. Unterstützt wurde sie im Imbiss von ihrer Familie. Die junge Gastronomin versorgt aber nicht nur die Gäste des Freibades, sie bietet auch einen Lieferando-Lieferdienst an.
Kollerhof erfolgreich weiterentwickelt: Mit rund 15 000 Übernachtungen im Jahr zählt der Kollerhof in Poggersdorf zu den wichtigsten touristischen Herbergen in Neunburg. In diesem Jahr konnte der Kollerhof ein besonderes Jubiläum feiern: Seit 50 Jahren übernachten Gäste hier. Die Hälfte dieser Zeit, genau 25 Jahre, führt Günter Koller den Familienbetrieb fort – mittlerweile mit seiner Frau Sabine. Die beiden haben den Kollerhof erfolgreich weiterentwickelt – und vor allem zum regionalen Zielort Nummer eins für Reiturlauber gemacht.
Tiny-Feriendorf wächst weiter: Aller Inflation und Wirtschaftsflaute zum Trotz haben Bernd Mehltretter, Matthias Hauer und Franz Dietl ihr Tiny-Feriendorf am Eixendorfer See heuer erweitert. Neben den neun bisherigen Chalets können nun auch zwei Mini-Unterkünfte mit einer Größe von jeweils 20 Quadratmetern gebucht werden.
In der Alten Canzley praktiziert eine Psychotherapeutin: Während es andere junge Mediziner oder Therapeuten eher in die großen Städte zieht, hat Verena Sorgenfrei in der Kleinstadt Neunburg eine Praxis eröffnet. Seit einigen Monaten praktiziert die Psychotherapeutin in der Alten Canzley, einem denkmalgeschützten Gebäude unweit des Burghofes. Dass eine solche Praxis vonnöten war, zeigt die Tatsache, dass der Terminkalender von Verena Sorgenfrei sehr schnell voll war und sie gar nicht alle Anfragen von Patienten bedienen kann.
Golfclub hat neuen Präsidenten: Im Frühjahr hat es an der Vereinsspitze des Golfclubs Oberpfälzer Wald einen Wechsel gegeben: Präsident ist nun Roland Wacker. Ganz neu ist ihm die Arbeit nicht – Wacker ist bereits seit 20 Jahren Mitglied im Golfclub und war in den beiden Jahren zuvor Vizepräsident. Auf der Basis, die seine Vorgänger geschaffen haben, will er aufbauen und den Club für die Zukunft weiterentwickeln, sagt Wacker. Der neue Golfclub-Präsident wohnt zwar selbst in Schwandorf, engagiert sich aber in einem Neunburger Verein und bringt damit auch die Pfalzgrafenstadt voran.
Generationswechsel bei der Neunburger Feuerwehr: Mit Stefan Beer hat die Feuerwehr Neunburg seit diesem Jahr einen neuen Kommandanten. Der 44-Jährige war bisher stellvertretender Feuerwehrchef und trat nun die Nachfolge von Bernhard Käsbauer an. Ihm ist es wichtig, dass der bereits bestehende Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft bestehen bleibt.
Auch in der Führung des Vereins gab es einen Generationswechsel: Thomas Zimmermann löste Georg Schmid nach 30 Jahren als Vorsitzender ab. Der 51-Jährige, der seit 1988 Mitglied der Feuerwehr ist, war bereits seit 2015 Schmids Stellvertreter.
Seit einem halben Jahrhundert im Dienst: Dass jemand eine Aufgabe für ein paar Jahre übernimmt, ist nichts Besonderes. Eine Tätigkeit aber seit 50 Jahren auszuüben, ist ungewöhnlich. Genau dies tut Theo Männer: Seit einem halben Jahrhundert ist er schon Kreisheimatpfleger. Auch sonst ist der 84-Jährige überaus umtriebig. Er leitet unter anderem ehrenamtlich das Heimatmuseum und ist beim Festspiel aktiv. Für sein Engagement hatte ihn die Stadt Neunburg 2002 zum Ehrenbürger ernannt.
Mit Spenden Krankenhaus in Heimatgemeinde eröffnet: Neunburgs Pfarrvikar Emmanuel Ogbu hat Anfang des Jahres in seiner Heimatgemeinde Ogui in Nigeria ein Krankenhaus eröffnet. Möglich wurde dies durch Spenden, die er in der Pfarrei St. Josef gesammelt hatte. Aber auch von außerhalb warb der Geistliche größere Summen ein, um sein Herzensprojekt verwirklichen zu können. Auch nach der Eröffnung wird Ogbu nicht müde, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Spenden für das Krankenhaus zu sammeln, um es weiter betreiben zu können.
Interimschefin ist nun offizielle Vorsitzende: Nach dem plötzlichen Tod von Adolf Greiner hatte Monika Becher 2023 die Führung des Heimatvereins Seebarn übernommen. Im Frühjahr 2024 wurde sie dann offiziell zur Vorsitzenden gewählt. Damit ist die Zukunft des Heimatvereins gesichert, der unter anderem jedes Jahr das Backofenfest, die Museumskirchweih, die Leonhardi-Wallfahrt und den Seebarner Advent veranstaltet.










