Seit 50 Jahren im Dienst: Kreisheimatpfleger Theo Männer erhielt in Neunburg seine nächste Auszeichnung

Von Ralf Gohlke · 8. Juni 2024 um 19:00

Wenn Theo Männer (84) das Rathaus aufsucht, steckt in der Regel ein Anliegen in Sachen Heimatmuseum, Denkmalschutz, Festspiel oder Stadtgeschichte dahinter. Das war diesmal anders.

Am Donnerstag war er der Ehrengast, dem die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden galt. Mit einer Urkunde und einem Präsent war Landrat Thomas Ebeling (CSU) in Begleitung des Kulturreferenten des Landkreises, Manuel Lischka, nach Neunburg gekommen. Den Bezirk Oberpfalz vertrat der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin, denn es ging um eine eher seltene Auszeichnung.

Zu seiner Würde als Ehrenbürger, die ihm die Stadt bereits 2002 verleihen hatte, erhielt Theo Männer nun die Ehrenurkunde für 50 Jahre als Kreisheimatpfleger. Die 50 Jahre waren nicht mehr ganz aktuell, weil die Feierstunde schon einmal aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden musste. Gastgeber war Bürgermeister Martin Birner (CSU), der auch Burga Männer, die Gattin von Theo Männer willkommen hieß.

Für Ebeling war es besonders wichtig, dass die Ehrung in einem angemessenen und würdigen Rahmen vollzogen werden konnte. 50Jahre als Kreisheimatpfleger tätig zu sein, erfordere viele Fähigkeiten und vor allem eine persönliche Leidenschaft, die bei Theo Männer in besonderer Weise erkennbar sei. Jede Stadt und Gemeinde könne sich glücklich schätzen, wenn das Amt in dieser Weise mit Leben erfüllt werde.

Einsatz für das Heimatmuseum

Schwemin übermittelte zunächst die Grüße von Bezirksheimatpfleger Tobias Appl. Er stellte die Bedeutung der Kreisheimatpfleger als wichtige Ansprechpartner vor Ort heraus: „Wir wissen ja leider in Regensburg nicht immer, was in der Region notwendig ist“, sagte er. Was in Neunburg geleistet werde, sei nahezu unglaublich. Mit einem Augenzwinkern merkte er an: „Es wäre schön, wenn Sie noch ein paar Jahre weiter machen“.

Birner erinnerte daran, dass die Rathausbesuche von Männer nicht allein der Arbeit als Kreisheimatpfleger gelten würden und erinnerte an die Zeiten, als er noch als Stadtrat, zweiter Bürgermeister und Kreisrat tätig gewesen sei. „Das Schwarzachtaler Heimatmuseum wäre nicht das, was es heute ist, ohne dich“, sagte der Rathauschef deutlich.

Ebenso nannte er dessen Engagement um das Festspiel und die grenzüberschreitende Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte. In vielen Bereichen der Stadt habe er deutlich seine Handschrift hinterlassen. Als eine der herausragenden Arbeiten bezeichnete Birner die im Team erstellte Stadtchronik zur 1000-Jahr-Feier, die es so noch nie gegeben hatte. Nicht unerwähnt ließ er, dass es Männer immer verstanden habe, die Projekte für die Stadt über Spenden zu finanzieren.

Qualität der Arbeit hervorgehoben

Lischka ergänzte, dass der Dank für die geleistete Arbeit mit der Urkunde erneut deutlich herausgestellt werden solle. Ganz wichtig sei in dem Zusammenhang die Kontinuität. Er könne nicht sagen, ob es im gesamten Bezirk überhaupt etwas Ähnliches von der Qualität gäbe.

„Die gerade gehörten Laudationen machen mich schon stolz“, so Männer. Die Arbeit als Kreisheimatpfleger habe auch ihm viel gegeben. Büchlein und Chroniken zu schreiben, mache ihm einfach Spaß. Er erinnerte sich an die gute Zusammenarbeit mit dem früheren Bezirksheimatpfleger Adolf Eichenseer sowie allen Ebnen der Denkmalpflege und des Baureferats beim Landratsamt. Dafür, dass ihm seine Gattin Burga stets den Rücken freigehalten habe, sei er ihr sehr dankbar.