Neunburgs Museum zeigt Landkarten-Sammlung – nachdem sie jahrzehntelang im Schrank lagerte

Es ist eine beeindruckte Sammlung an historischen Landkarten, die das Schwarzachtaler Heimatmuseum in Neunburg sein Eigen nennt: 60 große und kleinere Darstellungen von der Pfalzgrafenstadt oder der Oberpfalz gibt es im Bestand.
In vergleichbaren Museen in der Umgebung gebe es keine derartige Menge an Landkarten, meinte Museumsleiter Theo Männer am Mittwochabend bei der Ausstellungseröffnung im Schlosssaal.
Männer hat die außergewöhnliche Sammlung in den vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen. Als er im Neunburger Museum anfing, gab es dort gerade mal zwei historische Landkarten von 1910, erzählte der 84-Jährige. Er habe dann damit begonnen, sie systematisch zu sammeln. Immer wenn eine weitere Karte entdeckt und angeboten wurde, habe er sie fürs Museum gesichert. Dafür seien „einige Scheine hingeblättert“ worden, sagte Männer zu den Gästen. Dennoch kamen die Landkarten in keine Schauvitrine, sondern „verschwanden“ im Altenschrank.
Gute Investitionen
Mehr als 40 Jahre haben die Karten darauf gewartet, einmal der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. In der 42. Sonderausstellung „Landkarten in der Oberpfalz“ sind sie nun endlich zu sehen. Mit Hilfe des Arbeitskreises Museum hat Theo Männer die Ausstellung konzipiert und aufgebaut. Es soll die letzte von ihm kuratierte Sonderausstellung sein.
Man hätte natürlich jedes Jahr zwei bis drei neuerworbene Landkarten zeigen können, meinte der Museumsleiter rückblickend. Dazu gekommen war es nicht. Stattdessen stapelten sie sich im Aktenschrank. Nun war so eine große Anzahl zusammengekommen, dass Männer dem „Wunsch“, sie öffentlich zu zeigen, nachkam. Mit der entstandenen Sonderausstellung solle auch den Stadtväter gezeigt werden, dass die Gelder beim Kauf der mitunter nicht billigen Werke im Interesse der Stadtgeschichte gut angelegt seien, betonte der Museumsleiter.
Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) war in seiner Begrüßung äußerst angetan von der „interessanten Ausstellung“. Das Stadtoberhaupt dankte Theo Männer und dem Arbeitskreis Museum für ihr unermüdliches Engagement. Für die stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl sind Landkarten etwas Besonders. Höcherl wies vor allem auf den „Detailreichtum dieser Kunstwerke“ hin. Landkarten würden, so die Vize-Landrätin, unter anderem „Orientierung geben“ und „Grenzen zeigen“. Sie könnten damit „auf unser Leben umgemünzt“ werden, fand Höcherl.
Männer ging zunächst kurz auf die Geschichte der Landkarten sowie speziell auf die Geschichte der Kartographie in der Oberpfalz ein. Danach wurden die einzelnen Landkarten gezeigt und deren Präsentation mit Informationen zu den jeweiligen Darstellungen untermalt. Anschließend konnten die Besucher die Schätze im Museum bewundern. Zu sehen sind die historischen Landkarten noch bis Ende Oktober.
Doch auch danach sollen sie nicht wieder im Aktenschrank verschwinden, versicherte Männer. Es gebe Überlegungen, die Landkarten in einem Schubfachschrank dauerhaft im Museum zu zeigen. Es gebe dafür zwei Möglichkeiten, deutete Männer an.
Im Turm oder im Erdgeschoss
Eine Variante könnte sein, sie im Turm auszustellen, wo sich auch die zwei alten Landkarten von 1910 befinden. Vom Turm könnten die Besucher ins Land schauen und damit das auf den Karten Dargestellte nachvollziehen, so der Gedanke. Männer sieht darin jedoch einen Nachteil: Die Besucher müssten dafür mehrere Treppen überwinden, was für einige beschwerlich wäre.
Aus diesem Grund gibt es eine weitere Variante: Der Schubfachschrank mit dem Landkarten könnte alternativ im Erdgeschoss in der Ecke Stadtentwicklung aufgestellt werden. Dann würde ebenfalls ein Bezug bestehen, meinte Männer.






