Sie sind die nächste Generation bei der Neunburger Feuerwehr

Die Neunburger Feuerwehr hat jüngst einen Generationswechsel vollzogen: Mit Thomas Zimmermann und Otto Birner stehen nun neue Gesichter dem Verein vor. Unbekannt sind die Beiden aber nicht.
Für die Öffentlichkeit ist das notwendige Zusammenspiel der beiden Ebenen in einer Freiwilligen Feuerwehr nicht immer auf Anhieb erkennbar. Da ist zum einen der Verein, dessen Aufgabe es ist, für genügend Nachwuchs zu sorgen und die Arbeit der Aktiven zu unterstützen. Der zweite Part ist die aktive Mannschaft, die im Alarmierungsfall ausrückt und ansonsten mit intensiver Ausbildung ihren Kenntnisstand hochhält.
Daraus ergeben sich zwei Führungsebenen, die personell mit Vorstand und Kommandanten zu besetzen sind.
Ein reibungsloser Wechsel
Bei der Stützpunktwehr wurde heuer auf beiden Ebenen ein Generationswechsel vollzogen. Thomas Zimmermann (50) und Otto Birner (54) haben die Vereinsführung übernommen. Ein Wechsel geht nicht immer so reibungslos über die Bühne, wie in diesem Fall. Zu verdanken ist dies unter anderem Georg Schmid, der Thomas Zimmermann schon 2009 als Beisitzer in den Vorstand holte und ihn 2015 als Stellvertreter vorschlug.
Zimmermann ist gebürtiger Neunburger und schon seit 1988 Mitglied bei der Feuerwehr. Er ist gelernter Maschinenbauer und als Industriemeister bei der Firma Anka-Draht tätig. Auch seine beiden erwachsenen Söhne sind schon seit ihrem zwölften Lebensjahr aktiv bei der Feuerwehr und bilden somit die dritte Generation. Johann Zimmermann, der Vater des neuen Vorsitzenden, war seinerseits im Rahmen der 150-Jahr-Feier für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt worden.
Aus Berufskraftfahrerfamilie
Weil er aus einer Neunburger Berufskraftfahrerfamilie stammt, faszinierten Thomas Zimmermann die großen Fahrzeuge schon immer. Er ließ sich zum Maschinisten und Drehleitermaschinisten ausbilden.
In Erinnerung geblieben sind ihm unter anderem die Einsätze beim Discobrand in Hofenstetten und das Großfeuer in einem Reifenlager einer Recyclingfirma in Neunburg.
Er räumt mit einem Vorurteil auf, das sich nicht selten um mangelnde Einsatzbereitschaft von Beisitzern rankt. Zumindest bei der Neunburger Feuerwehr habe hier jeder einen festen Aufgabenbereich, den er voll verantwortlich gestalten könne. Das reiche von der Personalführung über die Präsentation in den Sozialen Medien bis zur EDV oder die Technik innerhalb des Gerätehauses. „Wir arbeiten alle gemeinsam auf Augenhöhe, alle Themen werden demokratisch abgearbeitet“, betont er. Ein Verein dieser Größenordnung und mit der besonderen Aufgabenstellung sei nicht „mal eben so nebenbei“, zu führen.
Spürbarer Wandel in den vergangenen 30 Jahren
In den zurückliegenden 30Jahren habe sich ein spürbarer Wandel vollzogen, sagt Zimmermann. Im Umgang mit Ämtern und Behörden müsse man aufpassen, nicht ständig „mit einem Bein im Gefängnis“ zu stehen.
Zu den Herausforderung rechnet er die anstehende Sanierung des Hauses nach rund 23 Jahren. Auch wenn dies in erster Linie Sache der Kommandanten sei, werde der Verein, wie in vielen Bereichen, seinen Beitrag leisten. Dem stimmte auch sein neuer Stellvertreter Otto Birner zu.
Birner ist ebenfalls gebürtiger Neunburger und bereits seit 1986 Mitglied der Feuerwehr. Dort hat der gelernte Holzmechaniker ebenso verschiedene Ausbildungen durchlaufen bis hin zum Gruppenführer, Sprechfunker und Atemschutzträger. Als Gruppenführer ist er nach wie vor tätig. Seit über 22 Jahren arbeitet er in einem namhaften Holzmarkt in Cham. Eine seiner beiden Töchter ist ebenfalls schon aktiv bei der Feuerwehr. Als Beisitzer gehörte er bereits 18 Jahre der Vorstandschaft an.
Mit Leib und Seele dabei
Das beide Feuerwehrler mit Leib und Seele sind, ist ihnen anzumerken. Da erübrigt sich fast die Frage nach Hobbys. Dennoch haben beide auch Aktivitäten neben der Feuerwehr. Um gelegentlich den Kopf freizubekommen geht Thomas Zimmermann schon mal mit seinem Motorrad auf Tour. Otto Birner verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen und hat unter anderem die Abnahme des deutschen Feuerwehr-Fitness-Abzeichens eingeführt und ist schon seit vielen Jahren Prüfer bei der Arbeitsgemeinschaft Sportabzeichen im FC Neunburg.
Einig sind sich beide darin, dass es die größte Aufgabe sein werde, die Menschen in und um Neunburg wieder mehr für eine Tätigkeit im Ehrenamt zu begeistern.