Abschied nach 30 Jahren: Für Georg Schmid bleibt Neunburgs Feuerwehr eine Lebensaufgabe

Ihnen sei etwas in die Wiege gelegt worden, sagt man gern über Menschen, die in ihrem Leben Besonderes geleistet haben. Georg Schmid senior wurde 1955 geboren und agierte bereits mit fünf Jahren als „Taferlbub“ für die Neunburger Feuerwehr bei einem Fest in Weiherhammer.
Das war damals der Kehrbezirk seines Vaters Josef, dem Kaminkehrermeister, der später, von 1967 bis 1972, Vorsitzender der Feuerwehr wurde. Dass Georg Schmid 1994 erstmals zum Vorsitzenden gewählt wurde und das Amt danach 30 Jahre bekleidete, dürfte also kaum Zufall sein.
Er brachte den Verein voran
Wer Georg Schmid kennt, der weiß, dass er sich auf ein Interview mit der Zeitung akribisch vorbereitet. Und unser Reporter wurde nicht enttäuscht. Auf drei DIN-A4-Seiten hatte er die wichtigsten Daten und Stationen seiner Laufbahn bei der Feuerwehr und seines Lebens zusammengetragen. Schon bei einem schnellen Blick darauf wurde deutlich, welch enorme Entwicklung der Verein bei den Aktiven in dieser Zeit genommen hat. Dieser Bericht kann also nur ein Versuch bleiben, herausragende Stationen und Ereignisse zusammenzufassen.
„Als Kaminkehrer kannte mein Vater alle Schwachstellen in den damaligen Häusern, die schnell zu einem Brand führen konnten. Deshalb war ihm die Feuerwehr auch so besonders wichtig“, erläuterte er im Gespräch mit unserem Reporter. Er trat 1969 seinen Dienst an, weil dies erst ab 14Jahren möglich war. Umso mehr war ihm die Jugendarbeit ein wichtiges Anliegen, für das er stets Verbündete fand. Unter anderem war es einem offiziellen Antrag der Neunburger an den Bezirk zu verdanken, dass 1998 das Eintrittsalter auf zwölf Jahre gesenkt und dies später auch im Gesetz verankert wurde.
Sein Sohn ist jetzt stellvertretender Kommandant
Privat brachte er es nach dem Abitur bei der Bundeswehr in Neunburg als „Z-Zwo“ bis zum Oberleutnant. Im Anschluss studierte er Betriebswirtschaft und nahm seine berufliche Tätigkeit bei Vaillant in Roding auf. 1980 heiratete er seine Evi, die ihm zwei Söhne schenkte. Georg junior ist übrigens seit Januar stellvertretender Kommandant.
Neben seiner Arbeit als aktiver Feuerwehrmann engagierte sich Georg senior bei der Erweiterung des Gerätehauses und erstellte erstmals eine Festschrift zum 125. Gründungsfest. Da er nach eigenen Worten „schon immer ein kleiner Vereinsmeier“ war, übernahm er 1987 die Festleitung beim Kolping- Spielmannszug.
1988, gleich nach seiner Ausbildung an der Drehleiter, kam es beim Brand des Habermeier-Hauses in Schwandorf zu einem Einsatz, der ihm in Erinnerung blieb. Dem folgten einige weitere, wie die Brände in der Chips-Fabrik, bei einem Recycling-Unternehmen und zuletzt in der Amberger Straße. Auch die Schneekatastrophe 2006, bei der unter anderem ein Pferdestall unter der Schneelast zusammengebrochen war, blieb ihm im Gedächtnis.
Überwogen haben aber die angenehmen Erinnerungen an die Segnungen der Löschfahrzeuge oder viele überörtliche Ereignisse mit der Jugendfeuerwehr. Herausragend sei natürlich das 150. Gründungsfest gewesen, bei dem letztendlich das Wetter dafür sorgte, dass alle Planungen kurzfristig über den Haufen geworfen werden mussten, das aber trotzdem ein großer Erfolg wurde. „Einige große Feuerwehren sind sogar an uns herangetreten und wollten unsere Pläne dafür übernehmen“, schilderte er.
Großen Einsatz zeigte die Feuerwehr selbstverständlich auch bei der 1000-Jahr-Feier der Stadt oder bei der BR-Radl-tour, bei der die Motorradstaffel der Polizei betreut wurde. Als wichtig erachtete Schmid das Jahr 2014, als die Umwandlung zum eingetragenen Verein vollzogen wurde. Mit berechtigtem Stolz verwies er auf die Erweiterung des Gerätehauses, den Ersatz des gesamten Fuhrparks, die Partnerschaft mit Holysov in Tschechien, die Gründung einer Kinderfeuerwehr, eine Verdoppelung der Mitglieder von 143 auf 352, bei den Frauen von Null auf 98, einen Vereinszuschuss für Ausrüstung von gut 120000Euro und einiges mehr.
Nicht unerwähnt ließ er 27Hochzeiten, aber auch jene 58 Mitglieder, die er zum Grab geleiten musste. Thomas Zimmermann, seinem Nachfolger, übergab er etwa 30 Ordner und ein Archiv mit rund 100000 Fotos.
Es gab für ihn aber nicht nur die Feuerwehr. Ab Mai 1992 agierte er beim Neunburger Festspiel als der herzögliche Schreiber Ott Ostmann. Dort betreut er nach wie vor den Einsatz der Pyrotechnik.
Zudem wählten ihn die Neunburger 2020 für die CSU in den Stadtrat, wo er in verschiedenen Ausschüssen tätig ist. Aktuell ist er auch zuständig für die Spitalstiftung mit dem Marienheim. „Natürlich konnte ich all das nur im Team und mit den Weggefährten erreichen, die alle meine Ideen mitgetragen haben“, betonte er. Besonders galt dieser Dank seiner Familie. Ach ja, und im Gesangverein lässt er jetzt auch wieder seine Stimme ertönen.
