Sitze im Neunburger Stadtrat sind hart umkämpft: 80 Kandidaten wollen einziehen

Von Jan Lange · 22. Januar 2026 um 11:00

Nun ist es amtlich: Die Wahlausschüsse der Stadt und der VG Neunburg haben über die Wahlvorschläge entschieden. Während in Neunburg mehr Kandidaten in den Stadtrat wollen, gibt es in den vier VG-Gemeinden weniger Bewerber. Die MZ gibt einen Überblick.

■ Neunburg – Doppelt so viele Listen und mehr Kandidaten werben um Stimmen: Die Wähler in Neunburg haben bei der Stadtratswahl eine deutlich größere Auswahl als vor sechs Jahren. Hatten 2020 nur drei Parteien und Wählergemeinschaften – CSU, SPD und FW – Listen aufgestellt, so sind es heuer mit sechs Listen doppelt so viele. Erstmals um Mandate bewerben sich die AfD, die Grünen und die Linke.

Insgesamt 80 verschiedene Kandidaten kämpfen um die Stimmen der Wähler – das sind ein Drittel mehr als 2020. Dass es bei doppelt so vielen Listen nicht auch doppelt so viele Bewerber wie vor sechs Jahren sind, liegt daran, dass die Grünen nur elf, die Linken sechs und die AfD drei verschiedene Kandidaten aufgestellt haben. Die jeweiligen Bewerber werden auf dem offiziellen Wahlzettel aber mehrfach genannt.

Bisher war die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen sehr konstruktiv. Ich hoffe, dass das in der nächsten Wahlperiode so bleibt.Martin Birner, Neunburgs Bürgermeister

Änderungen gab es nur bei zwei Wahlvorschlägen: Bei der CSU hat Christian Blum seine Kandidatur zurückgezogen, für ihn ist Alexander Elsner nachgerückt. Bei den Freien Wählern steht nun David Reichl statt Angela Seidel auf der Liste. „Diese beiden Bewerber haben ihren Rückzug bereits vor der Sitzung des Wahlausschusses erklärt“, informierte Neunburgs Wahlleiter Markus Wondraschek. Darüber hinausgehende Änderungen hat es nach seiner Aussage nicht gegeben.

Von den bisherigen 20 Stadträten treten alle am 8. März erneut an. Wie die Wahl auch immer ausgeht, der Neunburger Stadtrat wird wohl in seiner nächsten Periode etwas bunter werden. Bürgermeister Martin Birner (CSU), der sich als Einziger um das Amt des Rathauschefs bewirbt, schätzt die bisher „sehr konstruktive Zusammenarbeit“ im Stadtrat. Er hofft, dass dies auch künftig so bleibt.

■ Schwarzhofen – Es bleibt wie vor sechs Jahren bei vier Listen: Für den Marktrat Schwarzhofen wurden vier Listen eingereicht – von CSU, CWU, FWG und SPD. Während sich die Zahl der Listen gegenüber 2020 nicht verändert hat, ist die Bewerberzahl deutlich gesunken. Das ist einer Gesetzesänderung vom 31. Juli 2023 geschuldet: In Kommunen mit weniger als 3000 Einwohnern dürfen die Parteien und Gruppierungen nur noch so viele Kandidaten aufstellen wie es Mitglieder im Gemeinderat gibt – in Schwarzhofen sind es zwölf. 2020 waren es noch doppelt so viele. Durch diese Gesetzesänderung stehen nun 48 Kandidaten auf dem Wahlzettel, vor sechs Jahren waren es noch etwa 90.

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) musste im Vorfeld 50 Unterstützerunterschriften sammeln. Laut Moritz Popelka vom VG-Wahlamt wurde die geforderte Zahl an Unterschriften deutlich überschritten. Die Liste der FWG konnte vom Wahlausschuss deshalb ohne Probleme akzeptiert werden.

Unabhängig vom Wahlausgang wird es Veränderungen im Marktrat geben. Bei der SPD tritt der bisherige Marktrat und 3. Bürgermeister Andreas Immervoll nicht mehr an, von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) wird Marktrat Edmund Sukale ausscheiden.

■ Neukirchen-Balbini – Wähler können weitere Namen auf den Stimmzettel schreiben: In Neukirchen-Balbini gibt es – wie 2020 – nur eine gemeinsame Bürgerliste. Dadurch greift das Mehrheitswahlrecht. Auf dem Wahlzettel stehen nun nicht nur die zwölf offiziellen Kandidaten, sondern auch alle sieben Ersatzleute – also 19 Namen. Unabhängig davon können die Wähler in Neukirchen-Balbini weitere Namen auf den Stimmzettel schreiben. Das können bis zu zwölf andere Namen sein, da sie insgesamt zwölf Stimmen haben.

Veränderungen im Marktgemeinderat wird es auf jeden Fall geben, da die beiden aktuellen Räte Johann Deml und Tobias Ziereis nicht mehr auf der Bürgerliste stehen. Da beide nicht mehr kandidieren, wurden sie in der Sitzung im November zum Wahlleiter (Deml) beziehungsweise stellvertretenden Wahlleiter (Ziereis) bestellt.

■ Dieterskirchen – 24 Kandidaten bewerben sich um zwölf Gemeinderatssitze: In Dieterskirchen wurde von CSU und Freier Wählergemeinschaft jeweils eine Liste eingereicht und bestätigt. Aufgrund der Gesetzänderung durften die Parteien und Gruppierungen auch in Dieterskirchen nur zwölf statt 24 Kandidaten aufstellen. Dadurch stehen nun 24 Namen auf dem Wahlzettel. Während die derzeit vier Gemeinderäte der FWG erneut kandidieren, werden von den CSU-Räten Erhard Fischer, Andreas Rückerl und Peter Schwendner ausscheiden, da sie nicht erneut angetreten sind.

■ Thanstein – Weniger Listen und ein Nachrücker bei der CSU: Thanstein ist die einzige der vier VG-Gemeinden, in der es weniger Listen gibt als 2020. Waren es vor sechs Jahren noch fünf, sind es jetzt vier. Einen eigenen Wahlvorschlag haben die CSU, die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Thanstein und die Parteifreie Wählergruppe (PWG) Dautersdorf eingereicht. Die Christliche Wählergemeinschaft (CWG) Kulz und die Freie Wählerunion (FWU) Kulz treten mit einer gemeinsamen Liste an. Vor sechs Jahren hatten beide noch eine eigene Liste aufgestellt. Hinzu kommt, dass die Wahlvorschläge nur noch acht statt 16 Kandidaten beinhalten durften. Dadurch stehen nur 32 Namen auf dem Stimmzettel – das sind weniger als die Hälfte als 2020.

Eine Änderung hat sich durch den plötzlichen Tod des Gemeinderates Wolfgang Schwab (CSU) ergeben, der auf Listenplatz eins seiner Partei stand. Dadurch ist Ersatzkandidat Heinrich Reitinger auf die CSU-Liste nachgerückt. Weitere Änderungen gab es laut Popelka nicht.

Für den verstorbenen Wolfgang Schwab wird Josef Reitinger in den Gemeinderat nachrücken. Reitinger steht auch auf der CSU-Liste für die anstehende Kommunalwahl. Im Thansteiner Gemeinderat wird es die größten Veränderungen aller VG-Gemeinden geben – denn mit Bernhard Kramer (FWU), Franz Mühlbauer und Wolfgang Niebauer (beide FWG Thanstein) sowie Martin Winter (PWG) stehen gleich vier aktuelle Räte nicht mehr zur Wahl.