Bürgermeisterwahlen im Raum Neunburg: Viermal nur ein Kandidat – und eine Urwahl

Bis zur nächsten Bürgermeisterwahl am 8. März sind es nur noch knapp sieben Wochen. Die MZ gibt einen Überblick, wer in Neunburg sowie den vier Mitgliedsgemeinden der VG Neunburg zur Wahl steht und was dies für die Abstimmung bedeutet.
Martin Birner hat erstmals keinen Gegenkandidaten
Es ist ein Novum für den Neunburger Rathauschef Martin Birner (CSU): Erstmals hat der Amtsinhaber keinen Gegenkandidaten. Bei seiner ersten Wahl 2011 hatte es Martin Birner noch mit vier Gegenkandidaten zu tun. Er erhielt damals 41 Prozent der Stimmen, in der Stichwahl gegen Johanna Gückel setzte er sich dann mit rund 64 Prozent durch.

2014 wurde Birner von Martin Scharf (FW) herausgefordert. Das Duell ging mit 78 zu 22 Prozent für den CSU-Mann aus. Sechs Jahre später, 2020, kam es erneut zum Zweikampf zwischen Birner und Scharf, bei dem der Amtsinhaber 73,5 Prozent erhielt.
Schon vor Monaten erklärte Martin Scharf, der inzwischen auch Landtagsabgeordneter ist, dass er kein weiteres Mal gegen Martin Birner antreten werde. Die Freien Wähler haben bis zum Fristende keinen anderen Kandidaten nominiert – ebenso wie alle anderen Gruppierungen. Dadurch kommt es zu einer sogenannten „unechten Mehrheitswahl“. Neben dem offiziellen Wahlvorschlag gibt es ein Freitextfeld auf dem Stimmzettel. Darin kann jeder Wähler den Namen einer anderen stimmberechtigten Person aus Neunburg eintragen.
Markus Dauch steuert auf seine dritte Amtszeit zu
Ebenfalls ohne Gegenkandidaten bleibt Markus Dauch in Neukirchen-Balbini. Für den Amtsinhaber ist das aber nicht neu: Auch 2014 und 2020 stand er als Einziger auf dem Wahlzettel. In Neukirchen-Balbini hat es Tradition, dass der Kandidat von einer gemeinsamen Bürgerliste aufgestellt wird. Bei seiner ersten Wahl vor zwölf Jahren erhielt Dauch 77 Prozent, 2020 knapp 94 Prozent. Nun steuert er auf seine dritte Amtszeit zu. Auch in Neukirchen-Balbini könnten die Wähler alternativ einen anderen Namen auf den Wahlzettel schreiben.

Maximilian Beer ist der dienstälteste Rathauschef
Bereits seit 30 Jahren ist Maximilian Beer (CSU) Bürgermeister von Schwarzhofen – und er wird wohl auch weiterhin an der Spitze der Marktgemeinde stehen, denn Beer hat ebenfalls keinen Gegenkandidaten. 1996 war der heute 59-Jährige erstmals angetreten – gegen drei Mitbewerber. Er setzte sich in der Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Helmut Hausladen durch. Nur 2002 hatte Beer noch mal einen Gegenkandidaten, danach stand er stets allein auf dem Wahlzettel. Zuletzt war er 2020 mit 90,4 Prozent wiedergewählt worden. Diejenigen, die Beer nicht wiederwählen wollen, können einen anderen Bürger aus Schwarzhofen auf den Wahlzettel notieren.

Das hatte beispielsweise 2008 zu der skurrilen Situation geführt, dass Beer trotz fehlendem Gegenkandidaten nur 70 Prozent der Stimmen erhielt. Die politische Konkurrenz hatte zwar keinen Bewerber aufgestellt, aber trotzdem gegen den Amtsinhaber Stimmung gemacht, so dass damals eine Reihe anderer Namen auf den Wahlzettel geschrieben wurde.
Anita Forster tritt in Dieterskirchen allein an
Ihr Ergebnis von 2020 wird Anita Forster (CSU) wohl deutlich verbessern können. Vor sechs Jahren hatte sie sich mit 50,5 Prozent nur knapp gegen Thomas Köppl (FWG) durchgesetzt. Diesmal ist sie die einzige Bürgermeisterkandidatin in der 1000-Seelen-Gemeinde. Es ist ihre zweite Wahl – 2020 hatte sie die Nachfolge von Hans Graßl (CSU) angetreten, der damals aus Altersgründen nicht wieder kandidierte. Auch die Wähler in Dieterskirchen können einen anderen Namen auf den Wahlzettel schreiben.

In Thanstein kommt es zur Urwahl
Während in den anderen VG-Gemeinden immerhin ein Name auf dem Wahlzettel steht, bleibt dieser in Thanstein leer. Denn keine Partei oder Wählergemeinschaft hat einen Kandidaten aufgestellt. Amtsinhaber Walter Schauer (CWG Kulz), der seit 2014 Bürgermeister von Thanstein ist, tritt nicht erneut an. Da es keinen offiziellen Bewerber gibt, kommt es nun zur Urwahl. Die Wähler müssen also einen Namen ihrer Wahl auf den Stimmzettel schreiben. Sollte keiner der genannten Thansteiner mindestens 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird es eine Stichwahl zwischen den zwei Personen mit den meisten Stimmen geben. Sollte aber einer der beiden Stichwahl-Teilnehmer schon vorher erklären, dass er nicht gewählt werden will, muss eine Neuwahl innerhalb von drei Monaten angesetzt werden. Zu der könnten dann auch Parteien und Wählergemeinschaften Kandidatenvorschläge einreichen.
Ablauf:
Termin: Am 8. März werden die meisten Oberbürgermeister und Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte sowie Landräte neu gewählt.
Stichwahl: Erhält kein Bürgermeister- oder Landratskandidat mehr als die Hälfte der Stimmen, findet am 22. März eine Stichwahl zwischen den beiden Personen statt, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben.
