Trotz Krise: In Neunburg wurde 2025 fleißig gebaut

Von Jan Lange · 16. Januar 2026 um 05:00

Bundesweit hat sich die Baubranche noch nicht richtig von der schweren Krise der Vorjahre erholt. Doch es gibt Kommunen, in denen der Bausektor besser ausschaut. Dazu gehört auch die Stadt Neunburg.

Rekordergebnisse von 100 bis 117 Baugesuchen wurden zwar 2025 deutlich verfehlt, aber die Zahl der Bauwilligen lag im Vorjahr dennoch auf einem „sehr guten Niveau“, findet Bürgermeister Martin Birner (CSU). Die Baustatistik 2025 wurde am Donnerstagabend auch im städtischen Bauausschuss vorgestellt.

Mit 81 Bauanträgen wurde fast der Wert von 2024 (82) erreicht. „Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten fällt unsere Baubilanz immer noch gut aus“, sagt der Rathauschef.

Es wurden auch mehr Bauvorhaben realisiert

Positiv stimmt Martin Birner vor allem die Tatsache, dass wieder mehr Wohnhäuser gebaut werden. Das zeige sich auf der einen Seite bei den Bauanträgen für Einfamilienhäuser (16 gegenüber 14 in 2024), Zweifamilienhäuser (vier gegenüber einem in 2024) und Mehrfamilienhäuser (drei gegenüber einem im Jahr 2024). Bei den Zweifamilienhäusern wird sogar der Wert des Rekordjahres 2022 übertroffen.

Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten fällt unsere Baubilanz immer noch gut aus.Martin Birner, Bürgermeister von Neunburg über die Statistik von 2025

Auf der anderen Seite werde die gute Baubilanz auch an den echten Neubauvorhaben im Wohnungsbau deutlich. Da ging es von 16 auf 25 nach oben. Das bedeutet, dass im Vorjahr nicht nur mehr Wohnbauprojekte beantragt, sondern tatsächlich auch realisiert wurden. Der Bürgermeister führt diesen Erfolg auch auf die Ausweisung neuer Baugebiete zurück. Zuletzt waren unter anderem zusätzliche Bauplätze an der Söltlstraße sowie in der Ortschaft Hofenstetten erschlossen worden.

Dies wird auch bei der Betrachtung der einzelnen Ortsteile sichtbar. Wurden 2024 insgesamt sechs Bauanträge für Fuhrn – Hofenstetten ist ein Teil davon – gestellt, waren es im Vorjahr 20. Das ist mehr als eine Verdreifachung. Selbst im Rekordjahr 2022 lag der Wert für Fuhrn nur bei elf Bauanträgen.

Mit dem Wert des Vorjahres hat Fuhrn auch die Gesamtbilanz von Neunburg gerettet. Denn in sechs von 14 Ortsteilen ging die Zahl der Bauanträge zurück. In sechs gab es ein Plus, in zweien blieb die Zahl gleich. Gerade auch der Wert für Mitteraschau überrascht Martin Birner. Für den 190-Seelen-Ort wurden acht Bauanträge eingereicht, der drittbeste Wert in der Neunburger Ortsstatistik. 2024 waren es fünf Anträge für Mitteraschau gewesen. „Man muss auch versuchen, den Ortsteilen eine Perspektive zu geben und sie weiterzuentwickeln“, betont der Bürgermeister mit Blick auf die Ausweisung von Bauplätzen auf dem Land.

Vereine vor Ort werden durch Zuzügler gestärkt

Das sorge nicht nur für einen Einwohnerzuwachs, sondern stärke auch die Vereine vor Ort, weiß Birner aus Erfahrung. Bei der jüngsten Jahresversammlung der Feuerwehr Kemnath bei Fuhrn sei positiv angemerkt worden, dass sich die Zugezogenen bei den Florianjüngern engagieren würden.

Auch wenn sich die Ausweisung von neuen Baugebieten nachweislich positiv auf die Statistik auswirkt, wird dem Bürgermeister zufolge von der Stadt derzeit keine Erschließung zusätzlicher Flächen vorbereitet. Man habe mögliche Grundstücke im Hinterkopf, aber konkrete Pläne gebe es noch keine. Man wolle den Markt nicht überfordern, betont der Rathauschef.

Aktuell seien noch freie Bauplätze in Seebarn, Kemnath, Kleinwinklarn und an der Söltlstraße verfügbar, wie Birner in der Bürgerversammlung in November informiert hatte. In Kröblitz sei zudem ein neues Baugebiet von einem privaten Investor geplant.

Aber weniger Sanierungen im Vorjahr

Neunburg verfolgt seit Jahren eine Doppelstrategie: Neben der Erschließung neuer Baugebiete wird auch die Innenverdichtung vorangetrieben. Dabei geht es zum einen darum, freie Flächen innerhalb des Stadtgebietes zu bebauen, zum anderen um die Sanierung von vorhandenen Immobilien. Wie Birner erklärt, erreichen die Stadtverwaltung auch immer wieder Anfragen, in denen sich die Absender nach Bestandsimmobilien erkundigen.

Bei den Wohnhaussanierungen gab es im Vorjahr allerdings einen kleinen Dämpfer. Die Anzahl der entsprechenden Anträge ging von 18 auf zehn zurück. Sorgen macht sich der Bürgermeister deshalb aber nicht. Dabei handelt es sich nach seiner Ansicht um normale Schwankungen. Das Gleiche gilt laut Birner für die Gewerbeobjekte. Auch da gab es im Vorjahr einen kleinen Rückgang der Bauanträge von 22 auf 17.

Die wichtigsten Zahlen der Baustatistik 2025

• Baugesuche: 81

• Entwicklung der Vorjahre: Im Jahr 2017 wurden 81 Bauanträge gestellt, 2018 waren es dann 84 und 2019 insgesamt 96. In den Jahren 2020 (106), 2021 (117) und 2022 (100) lagen die Zahlen über der 100er-Marke. 2023 gab es einen Einbruch auf 57. 2024 hatte sich die Zahl auf 82 Bauanträge stabilisiert.

• Echte Neubauvorhaben im Wohnungsbau: 25 (2024: 16; 2023: 16; 2022: 34)

• Anträge nach Bautypen: Einfamilienhäuser 16 (2024: 14); Zweifamilienhäuser vier (2024: einer); Mehrfamilienhäuser drei (2024: einer); Wohnhaussanierungen, Um- und Ausbauten zehn (2024: 18); Gewerbeobjekte 17 (2024: 22); landwirtschaftliche Bauvorhaben zehn (2024: vier) und sonstige Bauvorhaben zwölf (2024: 16)

• Monatsstatistik: Die meisten Anträge wurden im März (16) sowie Juni und Juli (jeweils zehn) gestellt. Die wenigsten Anträge gingen im Februar (zwei) und April (drei) ein. Am stärksten war das dritte Quartal mit 23 Anträgen, gefolgt vom ersten Quartal mit 22. 2024 war das vierte Quartal besonders stark (30), gefolgt vom dritten Quartal (23).

• Anträge nach Ortschaften: Stadt Neunburg (24), Fuhrn (20), Mitteraschau (acht), Kemnath bei Fuhrn, Penting, Seebarn und Eixendorf (jeweils fünf), Katzdorf (drei) Lengfeld (zwei), Kröblitz, Alletsried, Meißenberg und Thann (jeweils einer). Für Kleinwinklarn gab es keinen Bauantrag. Auch im Jahr 2024 gingen die meisten Anträge für die Stadt Neunburg (37) ein, gefolgt von den Ortschaften Penting (neun), Kemnath bei Fuhrn (sieben) und Fuhrn (sechs).