Erschließung abgeschlossen: Jetzt kann in Hofenstetten gebaut werden

Jahrelang zog es die Menschen in die großen Städte, jetzt ist das Land wieder populärer. Dieser Trend wird auch im neuen Baugebiet im Neunburger Ortsteil Hofenstetten deutlich. Alle elf Parzellen sind seit Längerem vergeben.
Die Nachfrage war dabei deutlich größer als das Angebot. Mehr als 60 Interessenten habe es für die Grundstücke gegeben, erklärte Geschäftsleiter Georg Keil bei der offiziellen Freigabe des Baugebietes am Dienstagvormittag. Auch viele Auswärtige hätten sich für die Bauflächen interessiert.
Die Nachfrage war so groß, dass man den Quadratmeter Land für den doppelten Preis hätte verkaufen können, meinte Bürgermeister Martin Birner (CSU). Doch das sei nicht im Sinne der Stadt Neunburg gewesen. Sie wollte vor allem erschwingliche Baugrundstücke für junge Menschen aus der Umgebung schaffen. Und so gingen alle Parzellen auch an einheimische Familien, wie Birner bestätigte.
Junge Leute vor Ort halten
Mit der Ausweisung der neuen Bauflächen könne man die jungen Leute vor Ort halten. Davon würden auch die Vereine profitieren, so der Rathauschef. Aus diesem Grund weist Neunburg nicht nur in der Kernstadt Bauflächen aus, sondern gerade auch in den Ortsteilen.
In der Ortschaft Seebarn hatte die Stadt lange um ein neues Wohngebiet gerungen – vor zwei Jahren konnten dann endlich Bauflächen ausgewiesen und erschlossen werden. Und sie waren genauso begehrt wie neue Baugrundstücke in Kröblitz, Mitteraschau oder Penting. In Penting hatte die Strategie der Stadt positive Effekte für den dortigen Gartenbauverein, der nun von jungen Leuten geleitet wird.
Auch Hofenstetten konnte in den vergangenen Jahren Einwohner hinzugewinnen – dabei ist noch kein einziges Haus in dem neuen Baugebiet am südwestlichen Ortsrand errichtet. Bei dem einen oder anderem könnte das aber in Kürze der Fall sein. Bürgermeister Birner weiß, dass einige der künftigen Bewohner schon konkret planen.
Auf einigen Grundstücken sollen Hofhäuser geschaffen werden, die es ermöglichen, barrierefreies Mehrgenerationenwohnen unter einem Dach zu vereinen und einen Hofcharakter mit sonnendurchflutendem Innenhof zu schaffen, informierte die Verwaltung. Daneben können Einfamilienhäuser entstehen. Auf den kleineren Grundstücken mit Größen zwischen 348 und 485Quadratmetern ist minimalistisches Bauen zum Beispiel in Form von Tiny Häusern möglich. Birner kennt mindestens einen oder zwei Interessenten, die diesen Haustyp errichten wollen.
Im März begann die Erschließung
Damit sie auch bauen können, musste das Gebiet aber erst einmal erschlossen werden. Im März begannen die Arbeiten, die nun offiziell beendet sind. Knapp 400000 Euro kostete die Erschließung. Für diese Summe wurde unter anderem eine Anliegerstraße mit Wendehammer geschaffen, das Gebiet an die Trink- und Abwasserentsorgung angeschlossen sowie die Kabel für eine neue Straßenbeleuchtung verlegt. Das neue Wohngebiet wurde durch die Telekom auch ans Glasfasernetz angeschlossen.
Da Hofenstetten für seinen aktiven Gartenbauverein mit eigener Obstpresse überregional bekannt ist, wird auch das Thema Obst aufgegriffen und im Baugebiet eine Streuobstwiese geschaffen. Diese könnte künftig als öffentlicher Aufenthaltsbereich genutzt werden und somit das Zusammenleben stärken.
Klaus Zeiser, Vorsitzender des Neunburger Wasserversorgers Zweckverband Nord-Ost-Gruppe, nutzte die Übergabe des Baugebietes für den Hinweis, dass man nicht über eine Rationierung von Trinkwasser nachdenke und dass es seinerseits auch kein Verbot von Verwendungszwecken geben werde. Badepools, die auch auf den neuen Grundstücken möglich wären, könnten auch mit Trinkwasser befüllt werden.
