Neunburgs Bürgermeister postete Vandalismus in Sozialen Medien – das half bei der Aufklärung

Von Jan Lange · 13. Januar 2026 um 17:00

Genug ist genug. Bürgermeister Martin Birner (CSU) ist stinkesauer. Dass in den öffentlichen Toiletten im Stadtpark Vandalen gehaust haben, dafür hat der Rathauschef in Neunburg (Landkreis Schwandorf) überhaupt kein Verständnis. Am Montag postete er den Vorfall in den sozialen Netzwerken und machte seinem Ärger Luft. Das half bei der Aufklärung.

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Es ist kein schöner Anblick in dem öffentlichen WC: Die Wickelablage wurde beschädigt und Getränkedosen mit Gewalt in den Abfluss gestopft. Überall stehen oder liegen leere Flaschen und Becher herum – wie nach einer ausgelassenen Party. Das Klopapier wurde abgerollt, Zigarettenstummel und Sonnenblumenkerne auf den Boden geschmissen. „Das ist kein Spaß, das ist respektlos“, findet Bürgermeister Birner.

Bauhof-Mitarbeiter entdeckte Schaden

Vermutlich am Samstag suchten die Vandalen die Stadtpark-Toilette heim. Am Sonntag entdeckten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs bei ihrer täglichen Reinigung der Anlage den Schaden. Während der herumliegende Müll schnell beseitigt werden konnte, sei die Entfernung der mit Gewalt in den Abfluss gestopften Blechdosen nicht so einfach, berichtet Birner. Deshalb musste die öffentliche Toilette erst einmal gesperrt werden, bis der Schaden behoben ist. Für die gerade auf dem Stadtpark-See aktiven Eisstockschützen sei die Sperrung der Sanitäranlage besonders schlimm.

Ehrlichkeit ist der erste Schritt zur Besserung.Martin Birner, Bürgermeister von Neunburg

Ärgerlich findet der Bürgermeister den Vorfall auch deshalb, weil die Mitarbeiter des Bauhofs im Moment eigentlich andere Aufgaben hätten. Angesichts der winterlichen Witterung müssten sie Straßen und Wege vom Schnee räumen und streuen. Und bei einem Stadtgebiet von 110 Quadratkilometern seien es eine ganze Menge Straßen und Wege.

Seinen Ärger machte der Rathauschef am Montag in den sozialen Netzwerken öffentlich – und erhielt dafür viel Zuspruch. „Unterste Schublade“ oder „schlimm“, „einfach das allerletzte“, „so eine Sauerei“ und „echte Schweinerei“ sind einige Kommentare derjenigen, die Birners Post gelesen haben.

Videokamera wurde bereits installiert

Eine Nutzerin fragte, ob im Außenbereich keine Überwachungskamera angebracht werden könne. Die gebe es bereits und werde auch ausgewertet, so Birners Antwort. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Vandalismus im Stadtpark gegeben. So wurden vor vier Jahren mehrere Tafeln des Rutengänger-Lehrpfads mutwillig zerstört, Schaden: rund 600 Euro.

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Auch vor zwei Jahren wurde wiederholt im Stadtpark randaliert. Mal war der Kiosk das Ziel, mal die öffentliche Toilette. Durch einen Zeugen konnten die jugendlichen Täter schließlich ermittelt werden. Gegen die Jugendlichen wurde in der Folge ein Strafverfahren eröffnet.

Zum Verhängnis wurde ihnen, dass sie ihre Taten mit den Handys gefilmt hatten. Die Auswertung der Mobilfunktelefone habe einige Zeit in Anspruch genommen, erklärte Neunburgs Polizeichef, Erster Polizeihauptkommissar Markus Schmitt. Denn es musste eine riesige Datenmenge mit speziellen Computerprogrammen ausgewertet werden. Nach diesen Vandalismus-Vorfällen hatte die Stadt eine Videokamera vor der Stadtpark-Toilette anbringen lassen.

Der Park gehört uns allen. Wer meint, sich daneben benehmen zu müssen, muss auch mit Konsequenzen rechnen.Martin Birner, Neunburgs Bürgermeister

Birners Veröffentlichung über den aktuellen Fall machte auch an den Neunburger Schulen die Runde. Eine Lehrerin habe sich daraufhin am Dienstagmorgen bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass eine kleine Gruppe Schüler den Vandalismus zugegeben habe, berichtet der Bürgermeister der MZ. Die jugendlichen Verursacher hätten dann auch selbst mit ihm gesprochen. Ihnen sei nach seinem öffentlichen Post wahrscheinlich „der Arsch auf Grundeis gegangen“, ist der Rathauschef überzeugt.

Schaden beläuft sich auf mehrere hundert Euro

Birner findet aber auch: „Ehrlichkeit ist der erste Schritt zur Besserung.“ Er wolle mit den jungen Vandalen sich nun im Rathaus treffen und über weitere Schritte sprechen.

Der Schaden, der sich nach Birners Schätzung auf mehrere hundert Euro summiert, müsse erstattet werden. Es müsse auch eine Wiedergutmachung seitens der Jugendlichen geben, findet der Bürgermeister. „Wer meint, sich daneben benehmen zu müssen, muss auch mit Konsequenzen rechnen“, so Birner. Er will die Jugendlichen aber auch sensibilisieren, öffentliches Eigentum künftig nicht mehr zu zerstören.

Der jüngste Vorfall wird aber weitere Konsequenzen haben. Im Rathaus werde nun überlegt, die öffentliche Toilette künftig in der Nacht automatisch abzusperren. Für Birner steht aber auch fest: „Wir lassen uns unsere Stadt nicht kaputtmachen.“