Thansteiner Bürgermeister tritt nicht mehr an – Bisher kein Nachfolger in Sicht

Derzeit hat die Christliche Wählergruppe Kulz (CWG) drei Sitze im Gemeinderat Thanstein und stellt den Bürgermeister. Dass sie auch nach der Wahl am 8. März 2026 im Gemeinderat vertreten sein wird, dafür stehen die Chancen gut. Die CWG hat jetzt eine Kandidatenliste aufgestellt. Doch der Bürgermeister wird künftig wohl nicht mehr von der CWG kommen. Bei der Nominierungsveranstaltung fand sich kein Kandidat für das Amt.
Der fehlgeschlagenen Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten vorausgegangen war die Ankündigung des aktuellen Amtsinhabers Walter Schauer, dass er nicht mehr antritt. Darüber hatte der 67-Jährige in der jüngsten Gemeinderatssitzung informiert.
Mit Walter Schauer zieht sich ein Urgestein der Thansteiner Kommunalpolitik zurück. 1978 gehörte er zu den Gründern der Christlichen Wählergruppe Kulz, wurde 1984 erstmals in den Gemeinderat von Thanstein gewählt. Von 2008 bis 2014 war er stellvertretender Bürgermeister und wurde 2014 schließlich Gemeindechef. Der vorherige Bürgermeister Harald Neußinger (FWG Thanstein) war damals von seiner Partei nicht mehr nominiert worden. Schauer war der einzige Bewerber um das Bürgermeisteramt – ebenso wie bei der Wahl 2020.
Kam für Bürgermeister nicht überraschend
Wegen seines Alters und aus gesundheitlichen Gründen werde er im Frühjahr nicht erneut antreten, bestätigte Schauer der MZ. „Das Amt wird immer anstrengender“, meinte der 67-Jährige. „Und irgendwann reicht es einfach.“ Es sei jetzt an der Zeit, aufzuhören und mehr Zeit für die Familie zu haben.
Bei der CWG-Nominierung am vergangenen Freitag im Krämerhof in Kulz wurden zwar zwei Personen als Bürgermeisterkandidat vorgeschlagen, aber beide lehnten ab. Dass am Ende kein Bürgermeisterkandidat nominiert werden konnte, kam für Schauer nicht überraschend. „Das Amt ehrenamtlich auszuüben, ist nicht so einfach“, ist er überzeugt. Jeder überlege sich genau, ob er es machen wolle oder nicht. „Dafür braucht es einen gewissen Idealismus“, findet der Thansteiner Bürgermeister.
Das Amt wird immer anstrengender. Und irgendwann reicht es einfach.Walter Schauer, Thansteins Bürgermeister über seinen Rückzug
Laut Schauer sieht es momentan nicht danach aus, dass eine der anderen Parteien oder Gruppierungen einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird. Sollte sich tatsächlich kein anderer Bewerber finden, würde es in Thanstein auf eine Urwahl hinauslaufen. Das bedeutet, dass die Bürger selbst einen Namen auf den Wahlzettel schreiben können. Derjenige, der auf den meisten Wahlzetteln steht, wäre dann zum Bürgermeister gewählt.
Walter Schauer rät den Thansteiner davon ab, bei einer Urwahl seinen Namen auf den Wahlzettel zu schreiben. Er werde die Wahl in diesem Fall nicht annehmen, kündigt er an. „Mein Entschluss steht fest“, so der 67-Jährige.

Auch bei der Aufstellung der Kandidaten für den Gemeinderat gab es ein Novum. Hatten CWG und Freie Wähler Union Kulz (FWU) 2020 noch zwei eigene Listen aufgestellt, bilden sie nun eine gemeinsame unter dem Namen CWG. Da sich die FWU erst kurzfristig zu diesem Schritt entschieden habe, konnte kein neuer Name mehr festgelegt werden.
Gute Basis für Arbeit im Rat
„Der Wunsch wäre, wieder mit mindestens vier Gemeinderäten aus Kulz im neuen Gemeinderat vertreten zu sein“, sagte Michael Brandl von der CWG. Auch Bernhard Kramer (FWU) pflichtete ihm bei: „Wir wollen die Gemeinde zukunftsfähig machen, uns für die Belange einsetzen und das geschieht mit einer gemeinsamen Liste einfacher, auch die einzelnen Ortsteile wollen wir mit einbeziehen.“
Die bisherigen CWG-Gemeinderäte Michael Brandl, Mathias Dirnberger und Michael Kramer kandidierten wieder und wurden von den 40 Stimmberechtigten auf die Plätze 1 bis 3 gewählt. FWU-Rat Bernhard Kramer verzichtete dagegen auf eine erneute Kandidatur.
Brandl stellte fest, dass die zwölf Kandidaten sowie vier Ersatzleute aus allen Berufs- und Altersschichten kommen würden. Das sei eine gute Basis für die Arbeit im Gemeinderat. Auf der einen Seite die Erfahrenen, auf der anderen die Neuen, die mit ihren Ideen Schwung in das Gremium bringen würden.
Laut Brandl stehen in den nächsten Jahren der Ausbau der Johannisstraße in Kulz, die weitere Dorferneuerung in Thanstein, der Glasfaserausbau in Thanstein, die Flurordnung in Tännesried und das Projekt Kläranlage an.
Das sind die Kandidaten
• Plätze 1 bis 8: 1. Michael Brandl (57), Betriebsschlosser; 2. Mathias Dirnberger (41), Landwirtschaftsmeister); 3. Michael Kramer (52), Servicetechniker; 4. Maximilian Weingärtner (32), Hauptfeldwebel; 5. Maximilian Rötzer (28), Elektrotechnikingenieur; 6. Thomas Kramer (27), Elektroingenieur; 7. Andreas Held (40), Bautechniker; 8. Andreas Schwendner (42), Fertigungsleiter
• Ersatzkandidaten: Adelheid Süß, Peter Setzer, Sandro Götz und Manuel Ach