Thanstein trauert um Wolfgang Schwab – Gemeinderat im Alter von 51 Jahren verstorben

Die Nachricht vom Tod ihres Gemeinderates Wolfgang Schwab (CSU) hat die Bürger von Thanstein im Landkreis Schwandorf am 7. Januar völlig unvermittelt getroffen. Wie zu erfahren war, ist der 51-jährige Berufssoldat plötzlich, vermutlich an einem Herzinfarkt, verstorben.
Nur wenige Tage zuvor war er noch vom CSU-Ortsverband Thanstein-Kulz, dessen Ortsvorsitzender er war, einstimmig auf Platz eins der Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 8. März gewählt worden. Neben dem familiären Leid, das dieser Verlust bedeutet, hat er auch Auswirkungen auf die anstehende Wahl.
Als Soldat bei der Panzerbrigade 12
Aus persönlichen und dienstlichen Gründen hatte Schwab eine Kandidatur als Bürgermeister abgelehnt. Als Soldat war er bei der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ in Cham tätig. Bislang hat keine der Gruppierungen einen Bürgermeisterkandidaten benannt, weshalb die Gemeinde erstmals auf eine Urwahl zusteuert. Dass sein Name dann vielleicht doch auf vielen Stimmzetteln verzeichnet gewesen wäre, galt unter Insidern als nicht unwahrscheinlich aufgrund seiner Persönlichkeit und der Arbeit als Gemeinderat, die er seit seiner Wahl 2020 immer mit Blick auf die gesamte Gemeinde geleistet hat.
„Während seiner kommunalpolitischen Tätigkeit setzte sich der Verstorbene mit voller Tatkraft für das Wohl und die Weiterentwicklung seiner Heimatgemeinde ein und hat sich damit in hohem Maße um die Gemeinde verdient gemacht“, schrieb ihm unter anderem Bürgermeister Walter Schauer (CWG Kulz) in den Nachruf. Für den Gemeinderat bedeute dies, dass nun für den Rest der Legislaturperiode ein Nachrücker gefunden und vereidigt werden müsse, erklärte Schauer auf Nachfrage der Mittelbayerischen. Aufgrund seiner Stimmenzahl von 2020 würde der frühere CSU-Gemeinderat Josef Reitinger aus dem Ortsteil Berg dafür in Frage kommen. Da dieser ohnehin erneut kandidiere, vermutet Schauer, dass er die gesetzlich vorgeschriebene Anfrage zur Bekundung seiner Bereitschaft, das Amt zu übernehmen, nicht ablehnen werde.
Auf der Liste wird nun nachgerückt
Für den Ortsverband besteht laut Moritz Popelka, Leiter des Wahlamtes bei der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg, in Bezug auf die Liste kein Handlungsbedarf. Satzungsgemäß sei hier die Vorgehensweise beim Ausfall eines der Kandidaten bereits geregelt worden. Demnach rückten die folgenden Bewerber einfach einen Platz nach oben, während die gewählten Nachrücker sich am Ende der Liste anschließen würden.
Aktuell bedeutet dies, dass Stefan Hörmann (38, Diplombetriebswirt) auf Platz eins vorrückt, gefolgt von Susanne Decker (50, Bundespolizeibeamtin) nun auf Platz zwei und so weiter. Platz acht belegt somit nun Heinrich Reitinger (65, Elektroingenieur).