Premiere: Grüne stellen bei Kommunalwahl in Neunburg erstmals Stadtratsliste auf

2026 könnte der Neunburger Stadtrat bunter werden. Nach den Linken haben jetzt auch Bündnis90/Die Grünen eine Liste mit Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt. Am 8. Januar soll ein eigener Ortsverband gegründet werden.
So etwas wie eine grüne Seele hatte der Stadtrat zuletzt mit der Ökologischen Wählergemeinschaft (ÖWG). Sie wurde vertreten durch Alois Nißl, seinerzeit bereits Mitglied der Grünen, und Roman Sorgenfrei von der ÖDP. Nach zwei Wahlperioden von 1996 bis 2008 löste sich die Liste auf, nachdem beide Stadträte eine erneute Kandidatur aus persönlichen Gründen abgelehnt hatten. Doch nun gibt es einen neuen Anlauf.
Elf Wahlgänge erforderlich
Die Nominierungsversammlung am Samstag im Hotel-Gasthof Sporrer leitete Sebastian Winkler, neuer Co-Vorsitzender im Kreisverband Schwandorf von Bündnis90/Die Grünen, zusammen mit der Schriftführerin Sonja Probst. Er hob zunächst hervor, dass die Einladung auf einen Beschluss des Kreisverbands hin erfolgt sei. Aus der Tatsache, dass gemäß den Statuten ausschließlich Parteimitglieder stimmberechtigt sind, ergab sich eine gewisse Beschleunigung bei den elf vorgeschriebenen Wahlgängen, insbesondere den geheimen Abstimmungen. Die Wahlhelfer hatten jeweils nur vier Stimmen zu berücksichtigen.
Eine Besonderheit besteht darin, dass grundsätzlich alle ungeraden Listenplätze für Frauen reserviert waren. Alle übrigen standen sowohl männlichen als auch weiblichen Bewerbern zur Verfügung. Einzeln abgestimmt wurde zunächst über die Reihung der Vorschlagsliste.
Von der Möglichkeit, sich vorzustellen, machten dabei aber nicht alle Kandidaten Gebrauch. Das lag zum Teil auch an ihrer meist beruflich bedingten Abwesenheit. Den Auftakt vollzog Jutta Rösch auf Platz eins. „Kommunalpolitik soll unsere Realität widerspiegeln und die ist nun einmal weiblich“, begründete sie ihre Entscheidung. Für Neunburg wünschte sie sich unter anderem mehr Klimaschutz und bessere Zuganbindungen. Ihr folgte der Systementwickler Raphael Geissler, der sich nach eigenen Worten „mit einigen guten Ideen“ einbringen will.
Transparenz und Teilhabe
Der Nächste, der sich vorstellte, war Bülent Birol, dem es wichtig erschien, dass Politik direkt beim Bürger ankomme. Er wolle vermitteln, dass grüne Politik bei weitem nicht so schlimm sei, wie sie derzeit dargestellt werde. Anton Christ wünschte sich einen neuen Wander-Rundweg um die Pfalzgrafenstadt. Das politische Credo von Jonas Rösch umfasste unter anderem mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung in der Neunburger Stadtpolitik.
Einstimmig gebilligt wurde schließlich der Wahlvorschlag, der eine Mehrfachnennung der ersten fünf Listenkandidaten beinhaltete, um auf die erforderliche Zahl von 20 Plätzen zu kommen.
Das sind die Stadtratskandidaten der Grünen:
Mehrfachnennungen: Platz 1 bis 3: Jutta Rösch, Krankenschwester; Platz 4 bis 6: Raphael Geissler, Geschäftsführer; Platz 7 bis 9: Susanne Berthold, Landwirtschaftlich Technische Assistentin (LTA) in Rente; Platz 10 bis 12: Bülent Birol, Hochzeitsfotograf; Platz 13 bis 14: Katja Hartl, Heilerziehungspflegerin
Einfache Nennung: 15. Anton Christ, Schreinermeister; 16. Karoline Thomas-Dreher, Physiotherapeutin; 17. Jonas Rösch, Student; 18. Anneliese Geissler, Rentnerin; 19. Christian Berthold, IT-Berater in Ruhe; 20. Lena Christ, Architektin