SPD Schwarzhofen strebt zwei Sitze im Marktgemeinderat an

Von Ralf Gohlke · 30. Dezember 2025 um 05:00

Am Sonntag zwischen den Feiertagen hat der SPD-Ortsverein seine Kandidaten für die Kommunalwahl am 8. März vorgestellt und gewählt. Die beiden Spitzenplätze auf der Liste nehmen der amtierende Marktrat Christian Voith und die Ortsvorsitzende Sandra Richthammer ein. Andreas Immervoll, derzeit 3. Bürgermeister und zweiter Marktgemeinderat der SPD in dem Gremium, verzichtete auf eine erneute Kandidatur.

Auch im kommenden Marktrat wieder mit mindestens zwei Mitgliedern vertreten zu sein, ist das erklärte Ziel der Sozialdemokraten. „Unsere beiden Vertreter haben im Verbund mit den übrigen Gruppierungen nach der Wahl 2020 viele Projekte auf den Weg gebracht und immer gute Arbeit geleistet“, betonte Sandra Richthammer in ihrem Grußwort. Sie wies darauf hin, dass der heuer ausgeschiedene Marktrat Alfred Wolfsteiner wegen seiner Aufgabe als örtlicher Wahlleiter bewusst nicht an der Versammlung teilnehme.

Schieder: „Vollständige und starke Liste“

„Ich freue mit darauf, mit euch zusammen eine vollständige und starke Liste aufstellen zu können“, sagte Marianne Schieder, die heuer nach der Bundestagswahl ihren Platz in Berlin nach über 20 Jahren räumen musste. Dass sie nun als Landrätin kandidiere, sei im Prinzip „nicht ihr Lebensplan“ gewesen. Als Demokratin sei es ihr aber wichtig, dem Wähler auch eine Auswahl anzubieten. Sie hätte sich ansonsten den „Zinnober“ gut vorstellen können, den die AfD veranstaltet hätte, wenn keine der anderen Parteien einen Kandidaten präsentiert hätte.

Rein aus persönlichen Gründen gegen den Landrat zu sein, wie eine andere Kandidatin, sei aber nicht ihre Art, betonte sie. Marianne Schieder erinnerte daran, dass der Landkreis ohne den Widerstand von Hans Schuierer (SPD) gegen die WAA heute sicher ganz anders aussehen würde. Zudem seien Frauen in der Politik nach wie vor unterrepräsentiert. Eigentlich sollte das Verhältnis mindestens 50:50 sein, so Schieder. Sie zitierte dazu Käte Strobel, die erste Familienministerin der SPD von 1969 bis 1972. Diese habe gesagt: „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte“.

Dank für Bereitschaft zur Kandidatur

Aufgrund ihrer Erfahrung von über 30 Jahren im Kreistag und 20 Jahren im Bundestag, wäre es kein Problem für sie, den Posten als Landrätin zu übernehmen, so Schieder weiter. Sie bedankte sich vorab bei allen, die sich als Kandidaten zur Verfügung stellen würden. „Leider gibt es immer mehr Leute die nicht daran denken, dass 80 Jahre in Frieden und Freiheit das Ergebnis einer stabilen Demokratie sind“, sagte sie. Nicht einmal „in der eigenen Gmoi“ werde mehr zur Wahl gegangen.

Eine kurze Anmerkung machte Schieder noch zur Listenaufstellung bei den Freien Wählern in Schwarzhofen. Sie empfinde es als Frechheit, eigene Fehler dem Gemeinde-Wahlleiter anzulasten. Wie auf Nachfrage durch die Mittelbayerische zu erfahren war, ging es dabei um eine Beanstandung in Bezug auf die nötigen 50 Unterstützerunterschriften. Da die Schwarzhofener als „Freie Wähler Gemeinschaft“ nicht dem Status des Bundesverbands unterliegen würden, müssten die Unterschriften nun nachgereicht werden, hieß es.

Im Wahlverfahren stimmten die SPD-Mitglieder zunächst dafür, auch Kandidaten ohne Mitgliedschaft in die Liste aufzunehmen. Die Reihung auf der Liste wurde einzeln per Akklamation abgestimmt. Es gab keine zusätzlichen Vorschläge oder Änderungswünsche. Die Abstimmung über den Listenvorschlag im Block erfolgte geheim und ebenfalls einstimmig. Ersatzkandidaten wurden nicht benannt, ebenso wenig ein eigener Bürgermeisterkandidat.

Das sind die Kandidaten der SPD:

• Platz 1 bis 6: 1. Christian Voith, selbstständiger Maler und Lackierer; 2. Sandra Richthammer, Geschäftsstellenleiterin; 3. Alfred Richthammer, Rentner; 4. Martina Moritz, Rentnerin; 5. Jörg Redel, Berufssoldat; 6. Simone Rückl, Hauswirtschafterin

• Platz 7 bis 12: 7. Harald Pröm, Oberstudiendirektor; 8. Elisabeth Voith, Rentnerin; 9. Michael Sorgenfrei, Rentner; 10. Martina Richthammer, Rentnerin; 11. Michael Richthammer, Einrichter; 12. Anton Reitinger, Beamter