Mehr Veranstaltungen, mehr Gastro, mehr Bürgernähe: So kann Neunburg noch besser werden

Noch sind es gut 15 Monate bis zur nächsten Stadtratswahl. Aber schon jetzt hat die MZ die Vorsitzenden der Fraktionen von CSU, Freie Wähler und SPD im Neunburger Stadtrat um Ideen gebeten, wie Neunburg noch besser werden könnte. Alexander Trinkmann (CSU), Martin Scharf (FW) und Erich Schmid (SPD) haben jeweils zwei Vorschläge gemacht.
Alexander Trinkmann: Vorschlag eins – Die Stadt sollte wieder einen Bürgerhaushalt auflegen: In den Jahren 2019 und 2020 gab es in Neunburg einen Bürgerhaushalt mit einem Finanzumfang von jeweils 100 000 Euro. Grundlage für die Entscheidung war ein Antrag der CSU. „Es konnte ein direktes Demokratie-Element eingeführt werden“, findet Fraktionschef Alexander Trinkmann. Mit dem Geld aus dem Bürgerhaushalt wurden Vorschläge der Neunburger umgesetzt. Und die hatten jede Menge Ideen: 2019 waren es 85, im Folgejahr 72. Eine „hervorragende Beteiligung“, meint Trinkmann. Von den insgesamt 157 Vorschlägen konnten letztlich 26 realisiert werden – vom Bücherschrank über Hundetoiletten und Wimmelbuch bis zum neuen Spielplatz in Mitteraschau. Eine der letzten Maßnahmen war die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung, die 2024 in der Adventszeit erstmals entlang der Hauptstraße, am Schrannenplatz und in der Vorstadt erleuchtete. 2024 sollte ursprünglich ein neuer Bürgerhaushalt aufgelegt werden. Aufgrund der Haushaltskonsolidierung wurde er aber ausgesetzt. Nach derzeitigem Stand wird es wohl auch 2025 keinen neuen Bürgerhaushalt geben. Alexander Trinkmann findet, dass die Stadt wieder einen solchen Fonds auflegen sollte. „Es sind oftmals auch die kleinen Dinge, die zu einer gesamten Verbesserung führen“, steht für ihn fest.
Alexander Trinkmann: Vorschlag zwei – Neunburg sollte eine Hundewiese bekommen: „Neben der Pferdefreundlichkeit unserer Stadt, wäre es auch schön, wenn die Hundebesitzer – wie in vielen anderen Kommunen – eine Hundewiese hätten“, schlägt der CSU-Fraktionschef vor. Schließlich seien die Hundebesitzer auch Hundesteuerzahler. „Das ist ein persönlicher Wunsch von mir“, betont Trinkmann. „Aber leider fehlt auch hier momentan das Geld im Haushalt“, fügt er hinzu.
Martin Scharf: Vorschlag eins – Mehr Veranstaltungen im Burghof: „Unser Burghof stellt mit seinem Zeltdach im Sommer und festlich geschmückt zur Adventszeit eine einzigartige und beeindruckende Bühne dar“, meint Martin Scharf. Seiner Meinung nach sollte es zukünftig gelingen, hier mehr Veranstaltungen zu etablieren. Eine Stadt wie Neunburg mit vielen Touristen brauche kulturelle und gesellschaftliche Events verschiedenster Art. „Die Veranstaltungen im Burghof würden unsere Stadt sowohl für Neunburger als auch für Touristen noch attraktiver machen“, ist sich der FW-Politiker sicher.
Martin Scharf: Vorschlag zwei – Verwaltung sollte Anfragen von Bürgern schneller beantworten: Anfragen bei Behörden und der Verwaltung werden derzeit gar nicht oder sehr spät beantwortet. Dies stellt FW-Fraktionschef Martin Scharf bei seinen zahlreichen Gesprächen mit Bürgern immer wieder fest. „Sowohl wir Politiker als auch die Mitarbeiter unserer Verwaltungen müssen sich mit den Anliegen der Bürger unverzüglich auseinandersetzen und Stellung nehmen. Wir sind für unsere Bürger da und müssen uns in den Dienst der Bevölkerung stellen“, findet der 61-Jährige. Mehr Bürgernähe würde auch der Stadt Neunburg gut tun.
Erich Schmid: Vorschlag eins – Denkmalschutz zur Altstadtbelebung lockern: In Neunburg hat sich in den vergangenen Jahren viel getan und zum Positiven entwickelt. Man denke nur an die Alte Canzley, das Ackerbürgerhaus Am Bügerl 21 oder das Gebäude Jobplatz 1. Und dennoch gibt es eine Menge zu tun, wie bei einem Spaziergang durch die Altstadt schnell klar wird. „Um die Altstadt zu beleben, sollte man den Denkmalschutz nicht soviel Macht und Bedeutung geben“, schlägt der SPD-Fraktionschef vor. „Den Besitzern der alten Gemäuer und Häuser sollte man nicht so viele Steine in den Weg legen, dann könnten die Anwesen beziehungsweise Ruinen schneller saniert oder abgerissen werden.“ Als Beispiele führt Schmid den „Hirschenwirt“ (Hauptstraße 57), die Bäckerei Winderl (Hauptstraße 51), den ehemaligen „Fuchsbau“ oder das Anwesen Haushaltswaren Baumgärtner (Hauptstraße 11) an. „Die Sperrung des Fußweges beim Anwesen Baumgärtner am Stadtberg könnte nach all den Jahren endlich beseitigt werden, um den Fußgängern wieder die Möglichkeit zu geben, nicht auf die Fahrbahn auszuweichen und von den Autos gefährdet zu werden“, erklärt Schmid.
Erich Schmid: Vorschlag zwei – Mehr Gastronomie in der Altstadt: „Um die Altstadt zu beleben sollte ein schönes, gemütliches Café mit Außensitzen in absehbarer Zeit ein Thema sein“, so der SPD-Mann. Vor Jahren sei im Stadtrat ein Plan für den Schrannenplatz vorgestellt worden. „Der vom Architekturbüro Steidl vorgestellte Plan sah zwar unheimlich gut aus, wird aber noch Jahre auf Eis liegen bleiben“, vermutet Schmid. Auch eine Disco sei der Wunsch vieler Neunburger, weiß er. „Zu meiner Glanzzeit gab es mehrere Discos wie das Inschala, den Fuchsbau, das New Orleons, das Charly M oder etwa das GT“, erinnert er sich an einige frühere Tanzlokale.
Er vermisst ebenso ein richtiges Wirtshaus. „Dies würde unserer Stadt gut tun“, ist sich Schmid sicher. An Wirtshäusern gebe es nur noch den Pritsch und den Sporrer. Früher bestand in der Altstadt „freie Auswahl“. „Da gab es den Jehl am Stadtberg, das Café Sauerer, den Doffl (Scheitinger), den Männer am Schrannenplatz, den Gänswirt, den Kreuzwirt, den Blomm am Sparkassenberg, den Schummel in der Buchbindergasse, den Pröls am Hahnenplatz, den Brunnerbeck, den Wellnhofer, den Peither, den Hirschenwirt, den Fenk, den Richter Max und den Weißbierkeller“, blickt Schmid zurück. Noch eine Bereicherung wäre eine Pilskneipe wie früher das Jambalaya.