Neunburg leistet sich neue Weihnachtsbeleuchtung – und spart damit trotzdem

Gerade erst hatte Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) davon gesprochen, dass die Stadt sparen muss – und nun leistet sie sich eine neue Weihnachtsbeleuchtung. Was den einen oder anderen Bürger etwas verwundern lässt, ist für den Rathauschef kein Widerspruch.
Die bisherige Weihnachtsbeleuchtung sei mehr als 25 Jahre alt. Sie zeigte zunehmend Materialermüdungen. Es waren immer mehr Reparaturen erforderlich, die Beschaffung von Ersatzteilen sei aber von Jahr zu Jahr schwieriger und damit kostenintensiver geworden, so Birner. Es sei nun der Zeitpunkt gekommen, eine neue Beleuchtung anzuschaffen.
Leicht haben sich die Neunburger Stadträte diese Entscheidung aber nicht gemacht. Bereits seit 2018 wurde darüber diskutiert. Nach einigen Anläufen wurde die Anschaffung ab 2022 konkreter. In mehreren Abschnitten soll die Stadt eine neue Weihnachtsbeleuchtung bekommen. Das Vorhaben soll mit Geldern aus dem Bürgerhaushalt bezuschusst werden.
Ursprünglich war der Beginn des ersten Abschnitts schon 2023 angedacht. Mit den ersten Exemplaren gab es allerdings Probleme, weshalb sie reklamiert werden mussten. Eine andere herzustellen, wäre zeitlich nicht mehr bis Weihnachten möglich gewesen. Deshalb wurde die Beschaffung letztlich auf 2024 verschoben.
Stadt wollte ein individuelles Motiv
Trotz der schwieriger werdenden Finanzlage wollten die Räte die Investition nicht nochmals hinauszögern. „Auch in schweren Zeiten kann man sich mal etwas Neues leisten“, findet die 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU), die auch den Arbeitskreis Weihnachtsbeleuchtung geleitet hatte.
Innerhalb des Arbeitskreises, dem Stadträte aller drei Fraktionen angehörten, war intensiv über die Art der Weihnachtsbeleuchtung diskutiert worden. Der eine fand eine klassische elegante Kugel besser, der andere wollte ein besonderes und individuelles Motiv haben. Am Ende einigte sich der Stadtrat auf einen Kompromiss. Es gibt sowohl eine edle Kugel als auch einen Engel mit einem N in der Mitte – das für Neunburg steht und das Stadtlogo aufgreift. Engel und Kugel wechseln sich dabei ab. Der Arbeitskreis entschied sich auch für Tannengirlanden als Seitenelemente, da diese tagsüber eine natürlich schöne Optik haben und mit den Sternen noch den letzten Schliff erhielten.
Insgesamt 23 Straßenüberspannungen – davon die Hälfte mit dem Neunburger Engel und die andere mit Kugeln – wurden im ersten Schritt angeschafft. 19 Stück hat der Bauhof in der Hauptstraße, vier in der Vorstadt aufgehängt. Enthalten ist in diesem Abschnitt zudem eine Beleuchtung der Bäume in der Hauptstraße, die im Zuge von Anschlussarbeiten dann im nächsten Jahr noch installiert werden soll.
Einer der letzten offenen Wünsche aus Bürgerhaushalt umgesetzt
Zur Finanzierung der Gesamtausgaben von rund 48 000 Euro werden gemäß dem Beschluss des Hauptverwaltungsausschusses 25 000 Euro aus dem Budget des Bürgerhaushalts verwendet. Damit wurde auch einer der letzten noch offenen Wünsche aus dem Bürgerhaushalt umgesetzt.
Produziert wurde die neue Weihnachtsbeleuchtung von der Firma Blachere Illumination GmbH aus dem österreichischen Krenglbach. Da Neunburg ein individuelles Motiv wollte, seien schon deshalb einige Hersteller ausgeschieden, erklärt Reichl. Blachere sei der zweitgrößte Produzent von Weihnachtsbeleuchtung. Zu den Referenzprojekten zählen unter anderem die Champs-Elysees in Paris sowie die Weihnachtsbeleuchtung in Wien, Bad Ischl und Monaco. Auch die Stadt Cham hat sich bereits für diesen Hersteller entschieden, sagt Stadtmarketing-Managerin Ulrike Meixner.
Die Beleuchtungselemente sind in Handarbeit hergestellt, wie der Vertreter der Firma bei der Präsentation betonte. Auch wenn der Neunburger Engel nur Zehn-Watt-Leuchten habe, sei die Leuchtkraft nach seinen Worten enorm. Auch bei der Kugel habe man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sie sehe zwar wie Kunststoff aus, bestehe aber aus Zuckerrohr. Wenn sie irgendwann nicht mehr gefällt, könne sie innerhalb von drei bis sechs Monaten verrotten.
Gesamtkosten für Strom: 116 Euro
Verbaut wurden mehr als 16 900 LED. Die Weihnachtsbeleuchtung wird damit auf hochmoderne und neueste LED-Technik umgestellt. Die bisherige Beleuchtung wurde bereits 2009 auf LED-Technik umgerüstet, konnte aber mit dem heutigen technischen Stand nicht mehr mithalten. Die aktuellen LED verbrauchen Strom für 41 Cent pro Stunde, weist Margit Reichl hin. Das mache 2,46 Euro am Tag und insgesamt 116 Euro.
Die Beleuchtung wird vom ersten Advent bis zum Feiertag zu Heilig Drei König täglich von 16 bis 22 Uhr leuchten. An Heiligabend, Silvester und Neujahr leuchtet sie aus gegebenem Anlass ganztägig.
Im kommenden Jahr soll darüber beraten werden, wann und wie die weiteren Abschnitte realisiert werden sollen, kündigt Reichl an. Denkbar sei auch eine Ausschmückung der Rötzer und der Amberger Straße. „Das ist aber noch nicht fix“, betont Reichl. Neben der Finanzierung sei dafür auch die vorhandene Infrastruktur, um die Weihnachtsbeleuchtung anschließen zu können, entscheidend.
Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden Teile der alten Weihnachtsbeleuchtung, die noch gut erhalten sind, umgebaut und künftig für den Burgadvent verwendet.